{"id":21632,"date":"2021-10-24T12:43:34","date_gmt":"2021-10-24T10:43:34","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.leonardcohen.de\/?p=21632"},"modified":"2021-10-27T10:13:42","modified_gmt":"2021-10-27T08:13:42","slug":"kw-42-2021-frankfurt-book-fair-2021-20-24-october-is-closing-doors-again","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leonardcohen.de\/?p=21632","title":{"rendered":"KW-42-2021: Frankfurt Book Fair 2021 (20. &#8211; 24. October) is closing doors again."},"content":{"rendered":"<ol start=\"73\">\n<li><strong> Frankfurter Buchmesse: Neustart der Buchbranche, Wiedersehensfreude und Kontroverse um die Grenzen der Meinungsfreiheit<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>36.000 Fachbesucher*innen aus 105 L\u00e4ndern und 37.500 Leser*innen aus 85 L\u00e4ndern kamen auf das Messegel\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p>Die 73. Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) setzte f\u00fcr die Kulturbranche ein wichtiges Zeichen in der Pandemie. Dank eines umfangreichen Hygienekonzeptes konnte sich das Fach- und das Privatpublikum unter dem Motto \u201cRe:connect\u201d wieder sicher begegnen. 36.000 Fachbesucher*innen aus 105 L\u00e4ndern und 37.500 Leser*innen aus 85 L\u00e4ndern hat die Frankfurter Buchmesse 2021 als die erste gro\u00dfe Pr\u00e4senzveranstaltungen der internationalen Buchbranche erreicht. Insgesamt 2013 Unternehmen aus 80 L\u00e4ndern pr\u00e4sentierten sich in den Hallen, im LitAg, an den neuen Workstations oder als digitale Aussteller*innen im Netz. Insgesamt 2.500 Medienvertreter*innen aus 39 L\u00e4ndern waren f\u00fcr die diesj\u00e4hrige Frankfurter Buchmesse akkreditiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: \u201eDie 73. Frankfurter Buchmesse markiert nach 18 Monaten einen Neubeginn und hat angesichts der weltweit geltenden Reisebeschr\u00e4nkungen unsere Erwartungen weit \u00fcbertroffen. Dies zeigt, wie resilient und kreativ unsere Branche ist. Viele Aussteller*innen und Fachbesucher*innen \u00e4u\u00dferten sich sehr zufrieden \u00fcber die Qualit\u00e4t der Gespr\u00e4che. Man konnte die Wiedersehensfreude in den Hallen f\u00f6rmlich sp\u00fcren. Mit unserem digitalen Fachprogramm haben wir eine Br\u00fccke zu Teilnehmer*innen geschlagen, die in diesem Jahr nicht reisen konnten.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Dienstag, 19. Oktober, bis Sonntag, 24. Oktober, nutzten 130.000 User*innen die Angebote auf buchmesse.de. Der Livestream zum digitalen Fachprogramm \u201cFrankfurt Studio: Inside Publishing\u201d (27 Sessions) wurde allein auf der Website der Frankfurter Buchmesse \u00fcber 15.500-mal in 97 L\u00e4ndern eingeschaltet. Das deutschsprachige Live-Programm f\u00fcr das Privatpublikum im \u201cFrankfurt Studio Festival\u201d in Kooperation mit Buchjournal (34 Sessions) wurde bis zum Sonntagmittag bereits \u00fcber 5.200-mal eingeschaltet. Die ARD-Buchmessenb\u00fchne zeigte 46 Stunden Programm im Livestream und das Frankfurt Studio sendete 44,5 Stunden. Das physische BOOKFEST city-Programm kommt auf insgesamt 85,5 Stunden. Zus\u00e4tzlich konnte ein Gro\u00dfteil des Live-Programms beider Livestreams auch \u00fcber Facebook und YouTube verfolgt werden. Die Inhalte stehen im November auf buchmesse.de in einer Mediathek zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des B\u00f6rsenvereins des Deutschen Buchhandels: \u201eDie Frankfurter Buchmesse war gepr\u00e4gt von Wiedersehensfreude und Aufbruchsstimmung. Die Branche geht gest\u00e4rkt aus der Pandemie hervor und hat die Messetage f\u00fcr die pers\u00f6nliche Begegnung, den Austausch \u00fcber wichtige Branchenthemen und den Ausbau von Gesch\u00e4ftskontakten genutzt. Unterst\u00fctzt durch ein breites digitales Angebot hat das Buch so eine weithin sichtbare B\u00fchne bekommen. In aufgew\u00fchlten Zeiten standen auch wichtige gesellschaftliche Themen auf der Agenda. Dabei hat sich auch gezeigt, dass es gesellschaftliche Debatten gibt, die wir intensiv weiterf\u00fchren m\u00fcssen und werden \u2013 so etwa die zur Bek\u00e4mpfung von Rassismus oder die zum Umgang mit extremen politischen Positionen in unserer Gesellschaft und auf Buchmessen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Besonders eindr\u00fccklich hat sich in den letzten Tagen gezeigt, wie sehr die Frankfurter Buchmesse die aktuellen gesellschaftlichen Debatten widerspiegelt und verst\u00e4rkt. In \u00fcber 100 Veranstaltungen auf dem Blauen Sofa, der ARD-Buchmessenb\u00fchne, im Forum Bildung \u00e4u\u00dferten sich Podiumsteilnehmer*innen aus vielen Disziplinen zu Themen wie Anti-Rassismus und Anti-Diskriminierung, Gendern und Meinungsfreiheit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Boykottaufruf einer Autorin auf Grund der Pr\u00e4senz eines Verlages der \u201eNeuen Rechten\u201c, hat die Netz-Community aufgebracht die \u00d6ffentlichkeit gespalten: Wo kann ein Veranstalter wie die Frankfurter Buchmesse die Grenze ziehen, welche Verlage zugelassen werden? Wo endet die Meinungsfreiheit, wo beginnt Zensur?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Politikerin Aminata Tour\u00e9 und Managerin Janina Kugel haben sich entschieden, ihre geplanten Auftritte trotz des Boykottaufrufs im Netz wahrzunehmen und die Messe f\u00fcr sich und ihre Positionen zu nutzen. Sie trafen sich mit der Journalistin Jagoda Marini\u0107 im Rahmen der Reihe \u201cSHEROES &#8211; Streiterinnen f\u00fcr die Zukunft\u201d auf der ARD-Buchmessenb\u00fchne. Zum Thema \u201cBoykott oder Ausschluss? Wie umgehen mit rechten Verlagen auf Buchmessen\u201d fand am Messesonntag ein Panel mit Mirrianne Mahn (GR\u00dcNE), Referentin f\u00fcr Diversit\u00e4tsentwicklung der Stadt Frankfurt sowie dem Schriftsteller Per Leo statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir bedauern zutiefst, dass Autor*innen ihren Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse abgesagt haben. Wir haben mit unseren Partnern ein umfangreiches diverses Programm zusammengestellt, um viele Perspektiven aufzuzeigen. Die Stimmen dieser Autor*innen haben gefehlt. Mit ihrer Anwesenheit h\u00e4tten sie ein Zeichen gesetzt, so wie das in der Vergangenheit zum Beispiel Salman Rushdie oder Chimamanda Ngozi Adichie getan haben und in diesem Jahr unsere diesj\u00e4hrige Friedenspreistr\u00e4gerin Tsitsi Dangarembga oder deren Laudatorin Auma Obama, und viele andere\u201c, sagte Juergen Boos.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er f\u00fchrte aus: \u201eInternationale Buchmessen leben von der Vielfalt der Meinungen und Inhalte sowie vom Austausch auf Augenh\u00f6he. Inzwischen gibt es regelm\u00e4\u00dfig die Forderung nach Zensur und Ausschluss bestimmter Inhalte und Unternehmen \u2013 so auch in diesem Jahr. F\u00fcr die Buchmesse gelten seit jeher zwei Grunds\u00e4tze: Die Meinungsfreiheit darf nicht \u00fcber die vom Staat gezogenen Grenzen hinaus eingeschr\u00e4nkt werden &#8211; das hei\u00dft f\u00fcr die Zulassung von Ausstellern in dubio pro libertate, und die Sicherheit der Teilnehmer*innen muss jederzeit maximal gew\u00e4hrleistet werden, so dass jede und jeder Einzelne sich frei und sicher f\u00fchlen kann, die Messe zu besuchen. Als Veranstalter der gr\u00f6\u00dften internationalen Buchmesse verwahren wir uns mit aller Sch\u00e4rfe gegen die Instrumentalisierung unserer Veranstaltungen. Die Freiheit des Wortes ist f\u00fcr uns nicht verhandelbar.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Wochenendprogramm pr\u00e4sentierte Mona Ameziane, Volker Kl\u00fcpfel &amp; Michael Kobr, Ralf K\u00f6nig, Janina Kugel, Daniel Schreiber, Aminata Tour\u00e9, Elif Shafak (live zugeschaltet), Nicole Seifert und S\u00f6nke Wortmann auf der ARD-Buchmessenb\u00fchne; Dany Laferri\u00e8re und Asfa-Wossen Asserate auf dem \u201eBlauen Sofa\u201c; Samira El Ouassil, Anastasia Zampounidis, Ulrike Folkerts, Rebecca Gabl\u00e9, Florian Illies und Marc Elsberg im Frankfurt Studio Festival; Johanna Adorj\u00e1n, Peter Licht und Ter\u00e9zia Mora im detektor.fm-Podcaststudio.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unter der Motto \u201eSingular Plurality \u2013 Singulier Pluriel\u201c pr\u00e4sentierte Kanada, der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021, seine einzigartige Vielfalt. \u201eWir sind stolz darauf, dass wir die Gelegenheit hatten, unsere Literatur, Kunst und Kultur mit unseren deutschen Freunden und dem Rest der Welt zu teilen. Kanada ist ein Land mit vielen verschiedenen Stimmen, und wir sind uns sicher, dass unser Ehrengastauftritt diese Singular Plurality unseres Landes in den Fokus ger\u00fcckt hat \u2013 die einzigartige Vielfalt, in der wir unsere Unterschiede annehmen und feiern. Mit dem Abschluss unserer zwei Ehrengastjahre beenden wir nun dieses unerwartet lange Kapitel der Frankfurter Buchmesse, und k\u00f6nnen es kaum erwarten zu sehen, was Spanien im n\u00e4chsten Jahr f\u00fcr uns bereith\u00e4lt\u201c, res\u00fcmiert S. E. Steven Guilbeault, Minister f\u00fcr kanadisches Kulturerbe, den au\u00dfergew\u00f6hnlichen Ehrengastauftritt Kanadas.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Kanadische Pavillon wurde am Dienstagabend (19. Oktober 2021) offiziell von der kanadischen Generalgouverneurin, Ihrer Exzellenz Mary May Simon er\u00f6ffnet: Besucher*innen erwartete ein Parcours durch eine Installation, die mit den Elementen kanadischer Landschaft spielte. Der Pavillon, zu dem es in diesem Jahr erstmalig auch ein virtuelles Pendant gab, f\u00fchrte die Kreativit\u00e4t und Vielfalt der kanadischen Literatur- und Kulturszene vor Augen. Insgesamt 60 kanadischen Autor*innen und Illustrator*innen gestalteten das kanadische Literaturprogramm \u2013 darunter acht herausragende Literat*innen, die Kanada in diesem Jahr vor Ort in Frankfurt vertreten werden: Michael Crummey, Michel Jean, Dany Laferri\u00e8re, Catherine Mavrikakis, Paul Seesequasis, Vivek Shraya, Kim Th\u00fay und Nancy Vo. Neben Lesungen und interaktiven Formaten dieser acht K\u00fcnstler*innen auf dem Messegel\u00e4nde haben \u00fcber 50 Autor*innen an einer Vielzahl virtueller Veranstaltungen teilgenommen; dies beinhaltete auch virtuelle Auftritte von Margaret Atwood und Jos\u00e9phine Bacon bei der Er\u00f6ffnungsfeier. Die \u201eBooks on \u2026 Canada\u201c Ausstellung im Ehrengast-Pavillon zeigt knapp 400 Neuerscheinungen zu Kanada aus 165 Verlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einer feierlichen Zeremonie mit dem Buchmessedirektor Juergen Boos \u00fcbergab Caroline Fortin, Vorsitzende des Ehrengastkomitees CanadaFBM2020\/21, die GastRolle an Maria Jos\u00e9 G\u00e1lvez, Generaldirektorin Books and Reading Promotion der spanischen Regierung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alle Gespr\u00e4che, die an den Messetagen auf der ARD-Buchmessenb\u00fchne stattgefunden haben, sind in der ARD-Mediathek auch im Nachhinein verf\u00fcgbar. Alle detektor.fm-Gespr\u00e4che sind ebenfalls weiterhin als Podcast abrufbar und auch auf dem YouTube-Kanal der Frankfurter Buchmesse finden sich zahlreiche Inhalte der Messewoche f\u00fcr die R\u00fcckschau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Daten der kommenden Frankfurter Buchmesse: 19.-23. Oktober 2022, Ehrengast Span<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frankfurter Buchmesse: Neustart der Buchbranche, Wiedersehensfreude und Kontroverse um die Grenzen der Meinungsfreiheit 36.000 Fachbesucher*innen aus 105 L\u00e4ndern und 37.500 Leser*innen aus 85 L\u00e4ndern kamen auf das Messegel\u00e4nde Die 73. Frankfurter Buchmesse (20.-24. Oktober 2021) setzte f\u00fcr die Kulturbranche ein wichtiges Zeichen in der Pandemie. 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