{"id":33613,"date":"2025-10-31T23:32:03","date_gmt":"2025-10-31T21:32:03","guid":{"rendered":"https:\/\/leonardcohen.de\/?p=33613"},"modified":"2025-11-21T21:02:55","modified_gmt":"2025-11-21T19:02:55","slug":"kw-44-2025-dylan-in-paris-nacht-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leonardcohen.de\/?p=33613","title":{"rendered":"KW-44-2025: \u201eZen-Momente bei Bob Dylan in Paris\u201c \u2013 Bob Dylan live in Paris 2025 \u2013 Review 2nd Night\/ Konzertkritik, 31.10.25 \u2013 Tag 2 von 2 \u2013 Text &#038; Fotos von Christof Graf (German &#038; English)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33650\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-4-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>Paris II (2025) ist mein f\u00fcnftes Konzert in sechs Tagen. In Amerika brachte ich es beim dritten Leg der 2025er Outlaw-Festival-Tour einmal auf drei Outlaw-Dylan-Konzerte in drei verschiedenen St\u00e4dten an einem Wochenende. Nach drei aufeinanderfolgenden Tagen in Br\u00fcssel, folgt mit \u201eParis II\u201c f\u00fcr mich ein Nachschlag in Sachen Konsum einer mehrfachen Wiederholung eines in diesem Jahr sich nicht ver\u00e4nderten Konzertformats. <a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33664\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-22-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>W\u00fcrde sich denn bei meinem f\u00fcnften Konzert in sechs Tagen etwas \u00e4ndern? Warum sollte Dylan \u00fcberhaupt etwas \u00e4ndern wollen. Dylan tritt nicht f\u00fcr die auf, die der Auff\u00fchrung seiner Werke wiederholt beiwohnen m\u00f6chten. Er spielt auch nicht f\u00fcr die, die selbst im Jahr 2025 noch immer auf ein \u201eBest Of\u2026\u201c mit Songs wie \u201eBlowin`in the Wind\u201c oder \u201eKnockin` on Heaven`s Door\u201c hoffen. Er spielt f\u00fcr sich und f\u00fcr sein Werk. Seiner hohen Kunst der Wiederholung muss man sich stellen wollen. Immer ist das mit Aufwendungen verbunden. Tickets, Anfahrt und gegebenenfalls \u00dcbernachtungen machen die Kunsterfahrung aufwendig. Aber mit Dylan kommt man herum, reist viel, sieht viel. Auch damit er\u00f6ffnet er Horizonte. Paris, 31. Oktober 2025. Das sind 13 Tage vor dem 10. Gedenktag an das entsetzliche Attentat auf das \u201eBataclan\u201c am 13. November 2015. Bei einem dortigen Konzert der \u201eEagles Of The Death Metal\u201c wurden durch einen terroristischen Anschlag 89 Menschen ermordet.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/581065102_10231997684468078_6730551169805326834_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33652\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/581065102_10231997684468078_6730551169805326834_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/580702732_10231997685348100_344897057832467215_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33653\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/580702732_10231997685348100_344897057832467215_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/581998450_10231997686668133_2073393977747072150_n.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33654\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/581998450_10231997686668133_2073393977747072150_n-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Paris, 31. Oktober 2025. Das ist auch ein Besuch auf dem \u201eP\u00e8re Lachaise\u201c, dem legend\u00e4ren Pariser Friedhof, wo z.B. u.a. auch Edith Piaf, George Moustaki oder Jim Morrison begraben sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33655\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-12-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-21-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33656\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-21-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33657\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-13-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Paris, 31. Oktober 2025. Das bedeutet auch \u201eHalloween\u201c in Paris. Spinnenweben und riesige Skelette an den H\u00e4usern, wie ich sie z.B. zwei Jahre zuvor bei Dylans Konzert in Montreal en masse gesehen hatte, sehe ich in Paris nicht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33658\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-14-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Alles irgendwie Symbole, f\u00fcr das auch Dylans Album \u201eRough And Rowdy Ways\u201c steht: Reflexion \u00fcber Vergangenheit und Gegenwart, Suche nach einer verlorenen Zeit, Bewusstwerden der Verg\u00e4nglichkeit, Gedanken \u00fcber Leben und Tod.<\/p>\n<p>Nach dem Dylan-Konzert begegnen mir in der Pariser Innenstadt viele junge Menschen in Halloween-Kost\u00fcmen oder stehen in solchen Kost\u00fcmen vor Clubs an. Junge Menschen gibt es aber auch im Pariser Publikum. Mehr als in Br\u00fcssel. Von der Boomer-Generation \u00fcber die Gen Y bis zur Gen Z ist alles pr\u00e4sent. Auch im Pariser Palais weht der Hauch des Abschiedes und die Wehmutsstimmung, Dylan wom\u00f6glich ein letztes Mal in der franz\u00f6sischen Hauptstadt erleben zu k\u00f6nnen. Irgendwann werden vielleicht, anstatt Konzerte von Bob Dylan nur noch sein Avatar zu sehen und h\u00f6ren sein. Irgendwann werden nur noch Biopics \u00fcber Dylan zu sehen sein, anstatt ihn \u201elive in concert\u201c erleben zu k\u00f6nnen. Apropos Promotion: Plakate zur Bewerbung der Pariser Konzerte gibt es 2025 kaum.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-7-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33665\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-7-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die Konzerte waren schnell ausverkauft. Nur vereinzelt sieht man am 31. Oktober noch irgendwo in einem Metro-Schacht ein altes Plakat h\u00e4ngen. Omnipr\u00e4sent dagegen ist die Plakatwerbung f\u00fcr den auf dem gerade auf dem Disney-TV-Kanal anlaufenden \u201eLike A Complete Unknown\u201c-Film.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-16-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33659\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-16-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Alles kleine Details, auf die man achtet, wenn man durch fremde St\u00e4dte auf dem Weg zu Dylan-Konzerten pilgert. Ebenso achtet man auch auf die kleinen Details der Ver\u00e4nderung in den jeweiligen Konzerten, wenn man davon einige innerhalb kurzer Zeitabst\u00e4nde besucht. Paris II hat davon wieder einige zu bieten.<\/p>\n<p>Dieses Mal bin ich etwa eine Stunde vor dem p\u00fcnktlichen Konzertbeginn um 20.00 Uhr im Palais. Die Eingangskontrollen sind wieder moderat. Viele Pariser halten sich nicht an die Zwangsabgabe ihrer Smartphones, und schauen noch bis kurz vor 20.00 Uhr gelegentlich darauf, um kurz die Uhrzeit zu checken oder wom\u00f6glich letzte news zu lesen. Sie halten sich aber an Dylans \u201eWunsch\u201c, die Smartphones nicht w\u00e4hrend des Konzertes zu gebrauchen. Kein einziges Mal sieht man w\u00e4hrend Dylans 100 Minuten-Andacht ein Display aufleuchten. Wenn man Tickets f\u00fcr die nicht viel g\u00fcnstigeren Pl\u00e4tze im hinteren, gar oberen Bereich des Palais (f\u00fcr ca. 150 Euro) gekauft hatte, ist der Blick auf Dylan nicht schlechter, als wenn man im Parterre und auf den ersten 20-30 vorderen Pl\u00e4tzen sitzt. Die Akustik empfinde ich als zutr\u00e4glich. Besser als am Tag zuvor. Der Sound kommt nicht an die letzten beiden Konzerte im Bozar heran. Trotz besserer Aussteuerung gegen\u00fcber dem ersten Abend, hallt der Klang zu \u201ekalt\u201c in den Gem\u00e4uern der Kongresshalle nach. Aber er passt zu der spartanischen Darbietung, dem wenigen Licht und der Stimmung im Saal. Fast erinnert die Atmosph\u00e4re an die in einem \u201eZend\u014d\u201c, einem spirituellen D\u014dj\u014d in Zen-Tempeln, in denen \u201eZazen\u201c, also Meditation praktiziert wird. Ja, Paris II offeriert mir solche Zen-Momente. Der erste \u201eZen-Moment\u201c erschlie\u00dft sich mir bei \u201eBlack Rider\u201c. Sp\u00e4ter kommen weitere \u201eZen-Momente\u201c, insbesondere bei den \u201eSpoken-Word\u201c-Songs wie z.B. bei \u201eMy Own Version Of You\u201c, \u201eKey West\u201c oder gar beim walzerartigen \u201eMother Of Muses\u201c hinzu. &#8211; Ich entziehe mich dem Standbild auf der B\u00fchne, das nicht viel an Abwechslung zu bieten hat, schlie\u00dfe die Augen und steige zun\u00e4chst in das Lied \u201eBlack Rider\u201c ein und begleite gedanklich den schwarzen Reiter. Er erz\u00e4hlt davon, sich mit seinem Leben abzufinden, mit W\u00fcrde vorauszugehen, um schlie\u00dflich ebenso w\u00fcrdevoll Abschied zu nehmen.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich an das Buch \u201eBargainin&#8216; for Salvation: Bob Dylan, a Zen Master?\u201c von Steven Heine von der Floria International University aus dem Jahr 2009. Darin \u00e4u\u00dfert er Gedanken, wie Bob Dylans Wortgut mit Zen in Verbindung gebracht werden kann. Ich erinnere mich auch an einen Artikel mit dem Titel &#8222;Bob Dylan&#8217;s Zen Garden \u2013 Cross-Cultural Currents in his approach to religiosity&#8220; des FIU Asian Studies Program vom gleichen Autor aus dem Jahr 2016, das Zen-Parallelen in Dylans Werk untersucht. (https:\/\/asian.fiu.edu\/jsr\/heine-dylanzen-article2.pdf)<\/p>\n<p>Ja, Bob Dylan zeigte schon lange vor \u201eBlack Rider\u201c in der Vergangenheit schon zu Beginn seiner Karriere eine Affinit\u00e4t zum Zen, da viele seiner Texte die buddhistischen Konzepte von &#8222;Sehen, wie die Dinge wirklich sind&#8220;, moralischer Kausalit\u00e4t (Karma) und der Auseinandersetzung mit der Leere widerspiegeln. Zen-\u00e4hnliche Aspekte wie das Sehen, wie die Dinge wirklich sind, lassen sich in einigen seiner Songs erkennen. Gerade in Texten, die von den Beat-Poeten beeinflusst sind, scheint Dylan die Zen-Haltung zu spiegeln, indem er T\u00e4uschungen \u00fcberwindet. Das Thema \u201eKarma\u201c, die Vorstellung, dass &#8222;jeder etwas zur\u00fcckgeben muss f\u00fcr etwas, das er bekommt&#8220; wird in schon in fr\u00fcheren Songs wie z.B. \u201eStuck Inside of Mobile with the Memphis Blues Again&#8220; angesprochen. Und auch in \u201e4th Time Around&#8220; wird das thematisiert und \u00e4hnelt dem buddhistischen Karma-Konzept. Bei Songs der \u201eThe Basement Tapes\u201c wie z.B. \u201eToo Much of Nothing&#8220; und \u201eNothing Was Delivered&#8220; erforscht Dylan z.B. die Auswirkungen der Leere oder die der spirituellen Leere.<\/p>\n<p>Schon am ersten Abend, und vielleicht ist es wirklich nur der Atmosph\u00e4re dieses Kongresssaales geschuldet, entwickelt sich bei mir bei \u201eBlack Rider\u201c daher die Assoziation, Dylans Lyrik mit Zen zu verbinden. Nein, einen direkten, bewiesenen Zusammenhang zwischen den Liedern von Bob Dylan und dem Zen-Buddhismus gibt es ebenso wenig, wie die Blaupause f\u00fcr die Interpretation seiner Texte. Einige der RARW-Texte weisen aus meiner Sicht jedoch durchaus thematische Parallelen auf, die an Zen erinnern. Dazu geh\u00f6ren die Suche nach Wahrheit, die Darstellung von Paradoxen und die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen, sei es nun Tod und nahende Verg\u00e4nglichkeit in \u201eBlack Rider\u201c (Song No. 6), die Liebe in \u201eMy Own Version Of You\u201c (Song No. 7) oder eben das Leben in \u201eTo Be Alone With You\u201c (Song No. 8) und in \u201eCrossing the Rubicon\u201c (Song No. 9).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33663\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-25-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Ein Gro\u00dfteil seiner (nicht nur) RARW-Songs handeln von einer Suche nach einem tieferen Verst\u00e4ndnis oder einer Wahrheit, \u00e4hnlich der spirituellen Suche im Zen. Dylan kritisiert oft Werte, die auf die \u00dcberwindung von Anhaftung abzielt, was sich ebenso mit der Zen-Lehre erkl\u00e4ren l\u00e4sst. Dylans Texte enthalten oft paradoxe Bilder und behandeln existenzielle Fragen, die an die Paradoxa des Zen erinnern und die zum \u00dcberwinden des dualistischen Denkens anregen sollen. Gerade in den RARW-Texten reflektiert er \u00fcber die menschliche Existenz und die Schwierigkeiten des Lebens, was auch ein zentrales Thema im Zen ist. In Paris II empfinde ich Dylans 17 Songs aufgrund der n\u00fcchternen, distanziert wirkenden Atmosph\u00e4re besonders als ein Angebot zur Meditation \u201ein concert\u201c. Ein Angebot zur Erfahrung des gegenw\u00e4rtigen Augenblicks, des gegenw\u00e4rtigen Bewusstseins. Glauben und Religion setzt er nicht voraus. Dennoch verlangt er das Einlassen auf seine Texte, was im Herbst 2025, seitdem er sich der Visualisierung seiner Person beim Vortrag geradezu entzieht und st\u00f6rende Elemente wie \u201eShowelemente\u201c, Licht und eben z.B. auch Smartphones nicht toleriert. F\u00fcr die, die sich darauf bewusst oder unbewusst einlassen wollen, schafft er mit seiner gegenw\u00e4rtigen Performance Raum, Zeit und Leere, fast wie in einem Zend\u014d. Und er l\u00e4sst Raum f\u00fcr neue Details. In \u201eWhen I Paint My Masterpiece\u201c spielt er im Gegensatz zu Paris I noch ein drittes Mal Gitarre. Im Gegensatz zu Paris I greift er neben den bis dato bekannten \u201eHarp\u201c-Songs zus\u00e4tzlich noch bei \u201eWatching The River Flow\u201c und \u201eGoodbye Jimmie Reed\u201c erneut zur Mundharmonika. Das ist seine Art der Interaktion mit dem Publikum, Worte an das selbige richtet er wieder nicht. Nach wenigen kurzen Erhebungen von seinem Klavierhocker und sekundenlangem Stehen ist die halbmin\u00fctige Verabschiedung stehend und sich dem jubelnden Applaus stellend, die offensichtlichste Interaktion mit\u00a0 dem im Vergleich zum Vorabend lauter und intensiver jubelnden Pariser Publikum. Auch honoriert das Pariser Publikum an diesem Abend Dylans \u201eAngebot\u201c von Tiefgang und musikalischer Vielfalt zwischen viel Spoken Word, Blues, Jazz und Bossa-Nova, einigem \u00e4lteren Liedgut und neun von zehn \u201eRARW\u201c-Songs immer wieder mit spontanen Standing Ovations zwischen den Songs. Nach 100 Minuten ist die \u201ePilgerreise\u201c in Dylans \u201eZen\u201c beendet. Dylan steht im \u00fcbergro\u00dfen blauen Jackett und schwarzer Hose und gewohnt angewinkeltem Arm in der H\u00fcfte b\u00fchnenmittig da, dreht sich um und geht. Das \u201eZazen\u201c ist zu Ende.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-10-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33661\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-10-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-8-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33662\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-8-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-20-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-33660\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/BobDylan-in-Paris-2025_by_ChristofGraf-Cohenpedia-20-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paris II (2025) ist mein f\u00fcnftes Konzert in sechs Tagen. 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