{"id":34215,"date":"2026-05-17T22:20:46","date_gmt":"2026-05-17T20:20:46","guid":{"rendered":"https:\/\/leonardcohen.de\/?p=34215"},"modified":"2026-05-17T22:20:46","modified_gmt":"2026-05-17T20:20:46","slug":"kw-20-2026-eric-clapton-pflegt-den-eigenen-mythos-live-in-mannheim-2026-by-christof-graf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leonardcohen.de\/?p=34215","title":{"rendered":"KW-20-2026: Eric Clapton pflegt den eigenen Mythos &#8211; Live in Mannheim 2026 &#8211; by Christof Graf"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\">Photos: Christof Graf<\/p>\n<p>Der ehemalige Mitmusiker Claptons, Andy Fairweather-Low agiert mit seiner Band \u201eThe Low Riders\u201c als Vorgruppe bei Eric Claptons anschlie\u00dfendem und nach einer kurzen Umbaupause beginnenden ca. 90 min\u00fctigen Auftritts in der Mannheimer SAP-Arena. Mit\u00a0 seiner 7-k\u00f6pfigen Band startet er gleich mit dem Cream-Klassiker \u201eBadge\u201c. Das kurze \u201eGood Evening\u201c sollte die einzige Publikumsansprache an diesem Abend bleiben. \u201eSlowhand\u201c Clapton ist kein lauter Rockstar, sondern ein in sich ruhender nur mit Blues-Rock seine eigene musikalische Vita erz\u00e4hlender K\u00fcnstler. Show-Elemente und das gro\u00dfe Rockspektakel gibt es nicht, daf\u00fcr viel Mythos und eine Reise durch die Rock- und Bluesgeschichte des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"ERIC CLAPTON 2026 Cocaine in Mannheim\/ Germany 130526\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/c9YwUcUYa7U?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Der Abend besteht aus drei Akten: Ein erster elektrischer Akt mit dem Charles Segar Cover \u201eKey to the Highway\u201c gleich nach dem Opener. Dann das Willie Dixon Cover \u201eI&#8217;m Your Hoochie Coochie Man\u201c und schlie\u00dflich \u201eI Shot the Sheriff\u201d, einst von Bob Marley &amp; The Wailers im Original publiziert.<\/p>\n<p>Reduziert und pr\u00e4zise agiert Clapton und Band. Keine die Arrangements \u00fcberladenen Effekte, keine technischen Ballaststoffe. Die T\u00f6ne, die der mittlerweile 81 j\u00e4hrige \u201eGitarren-Gott\u201c seinem Instrument entlockt sind unverwechselbar und einzigartig. Claptons Spielweise wirkt. Fast ausdruckst\u00e4rker und entspannter, als er seine Songs 2019 zum letzten Mal in Mannheim an gleichem Ort gespielt hat.<\/p>\n<p>Die Erwartungshaltung des vorwiegend aus \u201eMembers Of The Boomer-Generation\u201c bestehenden Publikums in der mit etwa 6500 Zuschauer nicht ausverkauften Arena ist bis dahin erstmal erf\u00fcllt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"ERIC CLAPTON 2026 Tears in Heaven in Mannheim\/ Germany 130526\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zkwO0WqAv1o?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Dann folgt der akustische Teil des Abends und Die Arena erf\u00e4hrt Clubatmosph\u00e4re. Clapton im schwarzen Anzug, wei\u00dfen Hemd und braunen Freizeitschuhen nimmt auf dem bereitstehenden Stuhl Platz, greift zur akustischen Gitarre und intoniert sitzend zun\u00e4chst Kindhearted Woman, Nobody Knows You, Golden Ring, Layla und schlie\u00dflich Tears in Heaven. Sp\u00e4testens bei \u201eLayla\u201c hatte Clapton ohne und ganz im dylan-a-liken Kommunikationsstil das Publikum auf seiner Seite, ohne auch nur ein Wort an es gerichtet zu haben. Kein anderes Song als \u201eTears In heaven\u201c erz\u00e4hlt Claptons pers\u00f6nliche Geschichte so sehr wie dieser, was man beim Vortrag sp\u00fcrbar f\u00fchlt. Der Song der den Unfalltod seines vierj\u00e4hrigen Sohnes Conor, der 1991 aus dem 53. Stock eines New Yorker Hochhauses fiel, ber\u00fchrt. Clapton kommuniziert mit seinem Gitarrenspiel, seinem leisen eindringlichen Gesang und entsprechend respektvoll reagiert das Publikum. Der Moment hat etwas Zerbrechliches, beinahe Intimes \u2013 ungew\u00f6hnlich f\u00fcr eine Halle dieser Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>Im dritten Akt wird es wieder lauter, schneller, bunter. Die B\u00fchne, mit einigen Video-Screens der live mitgefilmten Musiker im B\u00fchnenhintergrund lassen pl\u00f6tzlich wieder Rockkonzert-Atmosph\u00e4re aufkommen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"ERIC CLAPTON 2026 I Shot The Sheriff in Mannheim130526\" width=\"625\" height=\"352\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YcLCBueg_00?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Das Publikum ist nun nicht mehr nur aufmerksam, beeindruckt und respektvoll, sondern ruft gemeinsam mit Clapton alte Lieder aus dem kollektiven Ged\u00e4chtnis ab. Alles Lieder, die von seinem Leben, seinen Dramen und seinen S\u00fcchten erz\u00e4hlen. Kaum eine Katastrophe in seinem Leben hat er nicht zur einer Hymne werden lassen.\u00a0 Nein, Partylaune kommt nicht auf, aber nach der Entschleunigung der fast and\u00e4chtig wahrgenommenen akustischen Songs ist wieder Beschleunigung angesagt. Leises Mitsummen weicht lautem rhythmischen Klatschen auf den bis zum vorletzten Song konsequent sitzenbleibenden Boomern. Gelegentliche Fluchtversuche nach vorne wurden von Ordnern sofort zu Nichte gemacht.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/P1110931-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-34217\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/P1110931-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>Clapton beirrt das nicht. Er ist in seinem Element, konzentriert sich auf sein Gitarrenspiel, geht nur ans Mikrofon, um seine Texte prononciert ins Publikum zu tragen. Gibt es gerade einmal nichts zu singen, zieht er sich in die Reihe seiner fabelhaften und pr\u00e4zis spielenden Band zur\u00fcck, um auch ihr Raum f\u00fcr Soli einzur\u00e4umen.<\/p>\n<p>Sie spielt auf h\u00f6chstem Niveau, ohne sich in den Vordergrund zu dr\u00e4ngen. Fein abgestimmte Keyboard- und Orgelparts vom langj\u00e4hrigen Joe Cocker-Weggef\u00e4hrten Christ Stainton, verleihen quasi allen Songs eine warme, fast intime Atmosph\u00e4re. Die Rhythmussektion mit Nathan East am Bass und Sonny Emory am Schlagzeug bleibt stets zur\u00fcckhaltend, sorgt aber gleichzeitig f\u00fcr Groove und Stabilit\u00e4t, was Claptons \u201eSlowhand\u201c wiederum Freiheit in der Entfaltung seiner insgesamt vierzehn Lieder an diesem Abend gibt. Substanz steht im Vordergrund, nicht die Inszenierung desjenigen, der f\u00fcr genau diese sorgt. Nicht an die Energie aus vergangenen Jahrzehnten wird erinnert, sondern der Status Quo eines im London der 1960er Jahre und danach weltweit verbreiteten Graffitis mit dem Inhalt \u201eClapton is God\u201c Hauptprotagonisten der Rockgeschichte steht im Mittelpunkt eines kurzweiligen knapp 100 Min\u00fctigem Konzertabends.<\/p>\n<p>Ob Clapton Gott ist? Darum geht es nicht!. Clapton ist aber eine Legende, der man an diesem Abend bei deren Selbstinszenierung ohne Pomp beiwohnen darf. Letztendlich wei\u00df nur er, wer oder was er ist und was er als solcher zu sagen hat, der wei\u00df, wer er ist und was er au\u00dfer Gitarre zu spielen und seine Songtexte vortragen noch sagen m\u00f6chte. Nach dem J.J. Cale Cover \u201eCocaine\u201d geht er ohne was zu sagen mit seiner Band so stiull von der B\u00fchne, wie er sie knapp 90 Minuten zuvor betreten hat. Eine Zugabe gibt er: Before You Accuse Me, ein Bo Diddley cover. Danach verbeugt er sich mit seinen Musikern vor seinem Publikum , sagt wieder kein Wort und verl\u00e4sst die B\u00fchne wieder wortlos, so still, wie er sie knapp 100 Minuten zuvor betreten hat. Ein Moment von Ehrfurcht und Dankbarkeit, auf jeden Fall ein Moment voller W\u00fcrde, ein knapp 100 min\u00fctiger Moment voller W\u00fcrde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_205001-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-thumbnail wp-image-34218\" src=\"http:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/20260513_205001-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>SETLIST:<\/strong><\/p>\n<p>Elektrisch (Start):<\/p>\n<p>Badge<\/p>\n<p>Key to the Highway (Charles Segar cover)<\/p>\n<p>I&#8217;m Your Hoochie Coochie Man (Willie Dixon cover)<\/p>\n<p>I Shot the Sheriff (Bob Marley &amp; The Wailers cover)<\/p>\n<p>Akustisch:<\/p>\n<p>Nobody Knows You When You&#8217;re Down and Out (Jimmy Cox cover)<\/p>\n<p>Golden Ring<\/p>\n<p>Layla<\/p>\n<p>Tears in Heaven<\/p>\n<p>Elektrisch (zweiter Teil):<\/p>\n<p>Tearing Us Apart<\/p>\n<p>Old Love<\/p>\n<p>Cross Road Blues (Robert Johnson cover)<\/p>\n<p>Little Queen of Spades (Robert Johnson cover)<\/p>\n<p>Cocaine (J.J. Cale cover)<\/p>\n<p>Zugabe:<\/p>\n<p>Before You Accuse Me (Bo Diddley cover)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>BAND:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Nathan East \u2013 bass, vocals<\/p>\n<p>Doyle Bramhall II \u2013 guitar, vocals<\/p>\n<p>Chris Stainton \u2013 keyboards<\/p>\n<p>Tim Carmon \u2013 Hammond organ, keyboards<\/p>\n<p>Sonny Emory \u2013 drums<\/p>\n<p>Sharon White \u2013 backing vocals<\/p>\n<p>Katie Kissoon \u2013 backing vocals<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Photos: Christof Graf Der ehemalige Mitmusiker Claptons, Andy Fairweather-Low agiert mit seiner Band \u201eThe Low Riders\u201c als Vorgruppe bei Eric Claptons anschlie\u00dfendem und nach einer kurzen Umbaupause beginnenden ca. 90 min\u00fctigen Auftritts in der Mannheimer SAP-Arena. Mit\u00a0 seiner 7-k\u00f6pfigen Band startet er gleich mit dem Cream-Klassiker \u201eBadge\u201c. 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