{"id":532,"date":"2014-12-22T22:47:41","date_gmt":"2014-12-22T20:47:41","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.leonardcohen.de\/?p=532"},"modified":"2018-02-22T10:49:36","modified_gmt":"2018-02-22T08:49:36","slug":"joe-cocker-ist-tot-leonard-cohen-und-joe-cocker-vor-etwa-zwei-stunden-ging-die-meldung-ueber-joe-cockers-tod-durch-die-sozialen-medien-und-nachrichtensendungen-dieser-welt-was-die-beiden-verb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/leonardcohen.de\/?p=532","title":{"rendered":"Joe Cocker ist tot &#8211; Leonard Cohen und &#8230; Joe Cocker. Vor etwa zwei Stunden ging die Meldung \u00fcber Joe Cockers Tod  durch die sozialen Medien und Nachrichtensendungen dieser Welt. Was die beiden verbindet, sind noch immer, das was beider Leben ausmacht: Ihre Lieder. Nichts anderes schrieb ich in meiner Biografie \u00fcber Joe Cocker &#8222;Mit G\u00e4nsehaut durch die Jahrzehnte&#8220;."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/blog.leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/9783854454458.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-533\" src=\"http:\/\/blog.leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/9783854454458-199x300.jpg\" alt=\"9783854454458\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/9783854454458-199x300.jpg 199w, https:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/9783854454458-682x1024.jpg 682w, https:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/9783854454458-624x936.jpg 624w, https:\/\/leonardcohen.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/9783854454458.jpg 1889w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Gerade \u00fcberarbeitete ich meinen gestrigen Blog-Eintrag in Sachen Udo J\u00fcrgens und Leonard Cohen, suchte in meinem Archiv zu Ber\u00fchrungspunkten zwischen dem Verstorbenen und Leonard Cohen, da \u00fcberrascht mich die Tagessschaumeldung vom Tod Joe Cockers. Joe Cocker ist tot. Den Kampf gegen die D\u00e4monen von Drogen hat er gewonnen, den Kampf gegen den Krebs hat er verloren. Joe Cocker ist heute am 22. Dezember 2014 verstorben. Die ber\u00fchmteste Reibeisenstimme der Welt ist verstummt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Bezugspunkte zwischen Cohen und Cocker gibt es einige. Der wichtigste war die Musik.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;&#8230;Seit Anbeginn seiner Karriere hat Joe Cocker vordergr\u00fcndig Songs anderer K\u00fcnstler interpretiert. Musikwissenschaftlich spricht man dabei von einer \u201eCoverversion\u201c oder kurz \u201eCover\u201c und damit von einer zeitlich dem Original nachfolgende Neufassung eines Musikst\u00fccks durch einen anderen Interpreten. Dieser andere Interpret hie\u00df Joe Cocker bei Songs wie z.B. \u201eLike A Bird On A Wire\u201c, das im Original vom kanadischen Rockpeten Leonard Cohen und bei \u201eI Shall Be Released\u201c von der amerikanischen Songwriterlegende Bob Dylan stammt. Das wohl ber\u00fchmteste Cover Joe Cockers ist \u201eWith A Little Help From My Friends\u201c von den Beatles, das Cocker mehr zu seiner eigenen Hymne machte, als zu dem, was es ist, n\u00e4mlich ein Beatles-Song. Wie Cocker zum Interpret anderer K\u00fcnstler geworden ist?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eFr\u00fcher, in den 60er w\u00e4re ich wirklich lieber ein einfaches Bandmitglied gewesen. Aber in Sheffield gab es nicht viele S\u00e4nger, nur massenweise Gitarristen. Es war ganz anders als in Liverpool, die mehr eine Blues-Stadt war. Wir haben Coverversionen gespielt, und ich habe dem Schreiben nie die n\u00f6tige Aufmerksamkeit gewidmet. Also bin ich S\u00e4nger geblieben&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>aus: JOE COCKER &#8211; Die Biografie &#8211; Mit G\u00e4nsehaut durch die Jahrzehnte &#8211; HANNIBAL Verlag, von Christof Graf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">&#8222;&#8230;Ich w\u00fcnsche mir oft, die Leute k\u00f6nnten den ganzen Entstehungsprozess meiner Songs nachvollziehen: Das hei\u00dft, sie w\u00fcrden entweder die Originale kennen oder die ersten Demos h\u00f6ren k\u00f6nnen. Dann w\u00fcrden sie sehen, wie weit meine letzte Version davon entfernt ist. Am Schluss ist es ein v\u00f6llig anderes Ergebnis. Auf Leonasrd Cohen stand ich schon immer. Irgendwo habe ich sogar noch eine neue Nummer von ihm, die ich vielleicht irgendwann noch einmal aufnehme. Leonard singt in einer so ungew\u00f6hnlichen Tonart, da\u00df man kaum sagen kann, ob ein Song eine Melodie hat oder nicht, aber sie sind alle ganz gut geworden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Manche Coverversionen unterscheiden sich im Arrangement und Sound, manche halten sich streng an das Original. Bei den drei Cohen-Songs ist \u201eLike A Bird On a Wire\u201c eher einer, der sich vom Original unterscheidet und die beiden anderen halten sich eher an die Originalvorlage. \u201eIch bin kein Songwriter. Ich f\u00fchle dabei, wie ein Zuh\u00f6rer. Ich lasse mich von der Mystik eines Songs einfangen und m\u00f6chte ihm meinen eigenen Ausdruck verleihen. Es ist, als w\u00fcrdest du jemand anderem ein Buch vorlesen, das du selbst zwar nicht geschrieben hast, es aber total gut findest. F\u00fcr den Zuh\u00f6rer ist es, als w\u00fcrdest du ihm seine eigene Geschichte erz\u00e4hlen. Manchmal ist die Geschichte eine glaubw\u00fcrdige, manchmal nicht. Aber die richtige Songauswahl ist immer wie eine Schlacht. Leonards Song \u201eFirst We Take Manhattan\u201c z.B. kannt ich zun\u00e4chst nur in der Version von Jeniffer Warnes, also auch nur als ein Cover vom Original. Aber es hat mir auf Anhieb gut gefallen, weil es ein wirklich guter Song ist. Und je \u00f6fters ich mir dann das Original anh\u00f6rte, umso mehr wurde mir die Tiefe des Textes bewusst. Ein Grund also mehr, diesen grossartigen Song von Leonard aufzunehmen&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>aus: JOE COCKER &#8211; Die Biografie &#8211; Mit G\u00e4nsehaut durch die Jahrzehnte &#8211; HANNIBAL Verlag, von Christof Graf<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><big><b><span style=\"font-size: x-large;\">&#8222;Mein Leben bestand nicht immer aus Gl\u00fcck und Erfolg&#8220;<\/span><\/b><\/big><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">hiess eine meiner \u00dcberschriften in dem HIFI-MAGAZIN H\u00d6RERLEBNIS, als ich 2010 \u00fcber seine HARD KNOCKS-Tournee schrieb, welche auch in meiner 2014er Biografie &#8222;Mit G\u00e4nsehaut durch die Jahrzehnte&#8220; dokumentiert ist. Vier Jahre sp\u00e4ter hat sie noch immer Bedeutung&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b><big><span style=\"font-size: x-large;\">Woodstocklegende Joe Cocker mit HARD KNOCKS auf Tournee<\/span><\/big><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b>Joe Cocker ist ein Gro\u00dfmeister von Balladen, die im weiten Feld des Rhythm &amp; Blues angesiedelt sind. Egal, ob die Songs speziell f\u00fcr sein eigenes Timbre geschrieben wurden, oder ob er sich an Klassikern der Rockgeschichte heranwagt, es ist einfach genial, wie er selbst aus einem eher geradlinig strukturierten Popsong das beste herausholt. Beispiele hierf\u00fcr finden sich genug. Doch es waren nicht immer nur Gl\u00fcck und Erfolg, die Joe Cocker auf seinem bisherigen Lebensweg begleiteten. Seine Geschichte ist letztendlich auch Abbild vom Hoch und Tief des Rock`n`Roll. Cockers Stimme klingt immer noch wie zu Beginn seiner Karriere: Urgewaltig und mitrei\u00dfend. Seine f\u00fcr ihn typische Gestik, n\u00e4mlich mit H\u00e4nden und Armen zu kommunizieren, macht ihn unverkennbar.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><b>Joe Cocker ist ein moderner Klassiker. Mit den zahlreichen Gold- und Platinauszeichnungen z\u00e4hlt der mittlerweile 66-j\u00e4hrige Cocker zu den wenigen absoluten und unbestrittenen Superstars in Europa, die mit jeder Ver\u00f6ffentlichung ihr Publikum aufs Neue begeistern. In Saarbr\u00fccken begann er am 23. Oktober 2010 seine Tournee, die ihn seitdem erneut um die Welt reisen l\u00e4sst.<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Kerngesund und auf der H\u00f6he seines Schaffens genie\u00dft der am 20. Mai 1944 als John Robert Cocker in Sheffield (England) geborene K\u00fcnstler seinen seit 20 Jahren anhaltenden Erfolg. &#8222;Viele Leute fragen mich nach Woodstock, was es f\u00fcr mich bedeutet&#8220;, meint Joe Cocker und erinnert sich nur noch an die infernalische Interpretation der US-Hymne, die damals Jimi Hendrix als apokalyptischer Vorreiter vom Niedergang eines Lebensgef\u00fchles gen Himmel schickte. Der \u201aStar Bangled Banner&#8216; war wie ein Abschiedssignal &#8211; werft eure Blumen weg, es ist vorbei&#8220;, interpretiert Cocker Hendrix. &#8222;Die Leute haben eingesehen, dass sie das System nicht von au\u00dfen bek\u00e4mpfen k\u00f6nnen, dass man Teil des Systems werden muss, um es von innen heraus zu ver\u00e4ndern. Ich nehme an, dass die Leute genau das in den letzten 30 Jahren getan haben. Ich treffe dauernd Leute, die in Woodstock waren. Die Typen haben kaum noch Haare, tragen Anz\u00fcge und arbeiten als \u00c4rzte und Anw\u00e4lte, ich dagegen habe immer nur Musik gemacht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker l\u00e4chelt, wenn er hinzuf\u00fcgt: &#8222;Und zwar f\u00fcr alle diejenigen, f\u00fcr die Popmusik ein Ventil f\u00fcr das gesellschaftliche Ungleichgewicht war.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Wenn sich heute Joe Cockers Stimme dem expressiven Zenit eines Songs n\u00e4hert, sich sein R\u00fcckgrat weit zur\u00fcckbeugt, er seine Arme rudern l\u00e4sst, so als w\u00fcrde er Halt vor irgendetwas suchen, ist das keine theatralische Geste, sondern Ausdruck eines St\u00fccks seiner pers\u00f6nlichen Rockgeschichte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Getreu dem Motto &#8222;It`s the singer, not the song&#8220; erlebt Joe Cocker 1982 den Beginn seines Comebacks. Zusammen mit Jennifer Warnes macht er den Song &#8222;Up Where We Belong&#8220; zum Superhit und ver\u00f6ffentlicht das Album &#8222;Sheffiel Steel&#8220;. Was folgt, ist eine nunmehr 40j\u00e4hrige zweite Erfolgsstory im Leben des K\u00fcnstlers, die durch Hits wie &#8222;You Can Leave Your Hat On&#8220; (1986), &#8222;Unchain My Heart (1987) und &#8222;When the Night Comes&#8220; (1989) untermauert wird.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Und auch in den 90-er Jahren ist der &#8222;Stehaufmann des Rock&#8220; lebendiger und authentischer denn je. Als &#8222;die ber\u00fchmteste wei\u00dfe Blues-Stimme&#8220; zollen ihm s\u00e4mtliche Gr\u00f6\u00dfen der Szene Respekt. K\u00fcnstler wie Ray Charles, Elton John oder Prince liefern ihm Songmaterial, das er zu Goldenen Schallplatten macht.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>F\u00fcr seine Verdienste um die Musik verlieh ihm die Universit\u00e4t seiner Heimatstadt Sheffield sogar die Ehrendoktorw\u00fcrde. Keine Frage, Joe Cocker ist im Kampf des Lebens als ein Sieger hervorgegangen. Und vielleicht ist es genau das, was man aus jeder seiner Interpretationen heraush\u00f6rt. F\u00fcr sein Publikum ist und bleibt er der ehrlichste und direkteste S\u00e4nger ohne Verschlei\u00dfcharakter. Kaum ein anderer K\u00fcnstler wei\u00df Ahnung und Vermutung emotionaler Exzesse besser zu vermitteln und dabei auch noch generations\u00fcbergreifend zu \u00fcberzeugen. Cocker scheint das zu sein, was die Magie der Rockmusik ausmacht. Auf dem aktuellen Album &#8222;Hard Knocks&#8220; legt er davon erneut Zeugnis ab.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Er hat 21 Studio- und 4 Live-Alben ver\u00f6ffentlicht. Aber &#8222;Hard Knocks ist wesentlich poppiger als die Ver\u00f6ffentlichungen der vergangenen Jahre&#8220;, erz\u00e4hlt er. &#8222;Die Aufnahnen der zehn neuen St\u00fccke entstanden in Los Angeles unter der Regie von Matt Serletic, der auch schon Carlos Santana produzierte. Ich sagte ihm, dass ich eine moderne Platte machen wollte, allerdings nicht zu modern.&#8220; Bei einem Song arbeitete Joe Cocker mit Nashville-Legende Tony Brown, der u.a. Pianist f\u00fcr Elvis Presley gewesen war. &#8222;Ich wurde f\u00fcr meine Coverversionen oft kritisiert&#8220;, erinnert er sich. &#8222;Mitten in der Produktion meinte einer: ,Okay, Joe, ich denke, die Leute erwarten wohl ein paar Coverversionen von dir&#8216; &#8211; und es gab auch Diskussionen \u00fcber ein Duett mit Joss Stone. Als ich dem Label allerdings die St\u00fccke ablieferte, waren die Leute dort komplett happy damit, und ich dachte mir: ,Na, das ist doch mal eine Abwechslung.&#8216; Wir haben nicht allzu viele sanfte Balladen auf dem Album. Matt hatte mich gebeten in einer bestimmten Tonart zu singen, und da waren einige Noten dabei, die etwas zu hoch f\u00fcr mich sind. Ich drucke mir die Texte immer aus, aber als ich auf das Blatt hin\u00fcber sah, konnte ich nichts erkennen. Ich hatte ziemlich gro\u00dfe Angst und musste zum Arzt gehen. Sie sagten, ich h\u00e4tte einen ,Schlag&#8216; im Auge &#8211; das ist allerdings nicht zu vergleichen mit einem ,Hirnschlag&#8216;, aber es ist nie wieder ganz geheilt. Die \u00c4rzte meinten, es sei wohl ein St\u00fcck Plaque (eine Wandanlagerung an der Innenschicht arterieller Blutgef\u00e4\u00dfe) abgebrochen und oben in einem Blutgef\u00e4\u00df h\u00e4ngen geblieben. Dadurch entstand eine Art Wolke in meinem Auge, und das Blut kommt nicht zur Netzhaut durch. Das ist nat\u00fcrlich nur eine kleine Nebengeschichte, aber jedes Mal, wenn der Song erw\u00e4hnt wird, denke ich: ,Oh ja, DER.'&#8220;.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Anders als viele Musiker, die jede neue Ver\u00f6ffentlichung als ihre bislang beste preisen, macht sich Joe Cocker nicht viel aus dem \u00fcblichen &#8222;Next Level Shit&#8220;-Hype. Viel lieber l\u00e4sst er den H\u00f6rer urteilen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Dennoch seien einige Frage erlaubt:<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>&#8222;Ein Jahr ohne Joe Cocker ist kaum mehr denkbar. F\u00fchlen Sie keine Verschlei\u00dferscheinungen?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Nicht, wenn das &#8222;Unternehmen&#8220; Rock-Business hei\u00dft. Nein, aber ernsthaft, jedes Album, jede Tournee ist immer wieder ein neues Abenteuer mit seinen eigenen Reizen, denen du dich nicht entziehen kannst. Das ist der Grund, warum du diesem &#8222;Unternehmen&#8220; so lange treu bleibst. Letztendlich ist Musik mein Leben, die Definition meines Daseins, das verschlei\u00dft sich so schnell nicht.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Und Welche Erinnerungen haben Sie an Woodstock 1969?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Es war wie auf Droge gewesen zu sein, ohne Drogen genommen zu haben. Es war alles so friedlich, fantastisch und magisch. \u00dcberall gute Laune und ich war \u00fcberhaupt nicht nerv\u00f6s.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Sind Sie heutzutage nerv\u00f6s?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Nicht mehr, wenn mich der Conferencier angek\u00fcndigt hat.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Mittlerweile ist Ihr Publikum generations\u00fcbergreifend. Wie erkl\u00e4ren Sie sich dieses Ph\u00e4nomen im immer kurzlebigeren Musikmarkt?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Das hat einen einfachen Grund: Die Kids h\u00f6ren die Musik im Haus oder Auto ihrer Eltern. Einige der Songs dringen in ihr Ohr und bleiben darin. Das ist die Philosophie eines jeden guten Rock-Songs.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Was erz\u00e4hlen Sie ungern?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Manchmal komme ich mir wie eine Journalistentroph\u00e4e vor. Jeder will mich mal nach meinen Alkohol- und Drogenexzessen gefragt haben. Man muss nicht wirklich ungl\u00fccklich sein, um den Blues singen zu k\u00f6nnen. Man muss nur mit dem Leben klarkommen k\u00f6nnen. Ich habe mehr als 30 Welttourneen rund um den Globus absolviert, und ich bin gl\u00fccklich dar\u00fcber, dass es immer noch ein Publikum gibt, das mich h\u00f6ren m\u00f6chte.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Sie machten bereits drei Songs von Leonard Cohen zu Hits: &#8222;Bird On a Wire&#8220; (1972), &#8222;I`m Your Man&#8220; (1989) und &#8222;First We Take Manhattan&#8220; (1999) &#8211; warum gerade drei Songs von Leonard Cohen?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Bevor ich mich dazu entschlie\u00dfe, eine Coverversion aufzunehmen, muss ich \u00fcberzeugt sein, dass ich dem Song etwas hinzuf\u00fcgen kann, das konnte ich bei Leonard Cohen tun.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Was macht f\u00fcr Sie die Magie eines guten Rocksongs wie z.B. &#8222;With A Little Help From My Friends&#8220; aus?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Neben der Melodie, die nicht nur ins Ohr, sondern auch durch den ganzen K\u00f6rper zu gehen hat, ist es die Geschichte, die du erz\u00e4hlst. Sie muss zu dir passen und man muss sie dir abnehmen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>In dem Song &#8222;Sail Away&#8220;, der jahrelang f\u00fcr die &#8222;Beck`s Bier&#8220; &#8211; Werbung verwendet wurde, singen Sie &#8222;Sail away and dream your dream.&#8220; Wohin w\u00fcrden Sie gerne segeln und welchen Traum tr\u00e4umen Sie?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Joe Cocker: Am liebsten &#8222;segele&#8220; ich nach Hause. Ein Zuhause zuhaben ist f\u00fcr mich der wertvollste Traum, den man haben kann. Ansonsten lebe ich immer nur f\u00fcr den Moment.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Diese Momente sind nacherlebbar, wenn Joe Cocker auf der B\u00fchne steht. Dann, wenn das Saallicht erlischt und Joe Cocker von seiner derzeit sechsk\u00f6pfigen Begleitband mit zwei sexy S\u00e4ngerinnen mit &#8222;Get On&#8220;, einem der zehn neuen Songs vom neuen Album &#8222;Hard Knocks&#8220;, angek\u00fcndigt wird. Dann, wenn der 66j\u00e4hrige bei &#8222;Feelin&#8216; Alright&#8220; sein Jacket auszieht und die Hemds\u00e4rmel hochkrempelt und das macht, womit er neben seiner unverkennbaren Stimme weltber\u00fchmt wurde: Er fuchtelt mit seinen H\u00e4nden und Armen fast tranceartig herum, um sich scheinbar in die Tiefe seiner Songs hineinzutransportieren. Das Publikum zolltr ihm mit tosendem Applaus Respekt. Doch das war nicht immer so.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Seit Ende der 60er gilt Joe Cocker zwar als unkaputtbare Woodstocklegende. In den 70ern allerdings gab er sich ausschweifend Alkohol und Drogen hin und soff sich fast sein Hirn weg.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Zu Beginn der 80er schaffte er es, dem Teufel gerade noch mal von der Schippe zu springen und legte ein beeindruckendes Comeback mit dem Jennifer Warnes-Duett &#8222;Up Where We Belong&#8220; hin. Seitdem schaffte es Joe Cocker mit jedem seiner bisher 22 Alben jeweils mindestens einen Topten- oder gar Nr.1-Hit mit G\u00e4nsehautcharakter abzuliefern. Und genau diese G\u00e4nsehaut wei\u00df Cocker auch 2010 bei seinen aktuellen Konzerten noch immer zu fabrizieren. Egal, ob bei den Evergreens &#8222;Summer In The City&#8220; und &#8222;You Are So Beautiful&#8220; oder bei den All-Time-Klassikern &#8222;Leave Your Hat On&#8220;, &#8222;Unchain My Heart&#8220; oder seinem auch 41 Jahre nach Woodstock noch immer funktionierenden &#8222;Urschrei&#8220; bei &#8222;With A Little Help From My Friends&#8220;: Cocker wei\u00df, warum die Fans zu ihm kommen und gibt ihnen, was sie brauchen &#8211; seine alle menschlichen Gef\u00fchlswelten ansprechende Stimme bei soul- und bluesdurchdr\u00e4ngten Rocksongs mit Ausnahmecharakter.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\"><em>Nach etwa 100 Minuten ist die Reise durch die Jahrzehnte, vollgepackt mit unvergesslichen Hits, vorbei und Joe Cocker hat sich und seinen ebenso durch die Jahrzehnte gereisten Fans wieder einmal auf elegante Weise bewiesen, wie zeitlos Verg\u00e4nglichkeit sein kann.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\" align=\"center\">Weitere Artikel dieser Art erschienen u.a. auch in DIE RHEINPFALZ<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade \u00fcberarbeitete ich meinen gestrigen Blog-Eintrag in Sachen Udo J\u00fcrgens und Leonard Cohen, suchte in meinem Archiv zu Ber\u00fchrungspunkten zwischen dem Verstorbenen und Leonard Cohen, da \u00fcberrascht mich die Tagessschaumeldung vom Tod Joe Cockers. 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