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KW-24-2026: De-Romantisierung und Ambivalenz bei Rock am Ring 2026 – Text & Fotos von Christof Graf
Fotos: Christof Graf
Mit rund 90.000 Menschen am Nürburgring zeigte sich Rock am Ring 2026 einmal mehr als eines der zentralen Großereignisse der europäischen Festivallandschaft. Vom 5. bis 7. Juni verdichteten sich hier zentrale Entwicklungen der Rock- und Eventkultur: ein hochkarätig besetztes Line-up, enorme Publikumsbindung – und zugleich spürbare Spannungen zwischen musikalischem Anspruch, ökonomischer Logik und infrastrukturellen Grenzen.
Schon im Vorfeld war das Festival restlos ausverkauft. Maßgeblich dafür war ein Programm, das gezielt auf Wiedererkennung und breite Anschlussfähigkeit setzte. Namen wie Linkin Park, Iron Maiden, Volbeat, Limp Bizkit, Papa Roach oder The Offspring stehen längst nicht mehr nur für einzelne Genres, sondern für kollektive Erinnerung – für Songs, die über Jahre hinweg zu festen Bestandteilen popkultureller Sozialisation geworden sind. Ergänzt wurde dieses Fundament durch jüngere Acts aus Metal- und Core-Kontexten, die dem Programm eine gegenwärtige Schlagseite verliehen.
Gerade diese Mischung erwies sich als programmatische Stärke und Schwäche zugleich. Einerseits gelang es, unterschiedliche Generationen vor den Bühnen zu vereinen. Andererseits dominierte stellenweise ein Prinzip der Verlässlichkeit: große Namen, kalkulierbare Reaktionen, maximale Publikumswirksamkeit. Überraschungsmomente traten dahinter eher zurück. Das Festival bewegte sich damit in einem Spannungsfeld zwischen lebendiger Gegenwart und kuratierter Rückschau.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand dabei Linkin Park. Schon Stunden vor dem Auftritt füllten sich die vorderen Bereiche, viele Besucher sicherten sich frühzeitig Plätze. Die Erwartungshaltung war entsprechend hoch – und machte deutlich, dass der Auftritt weniger als bloßer Programmpunkt fungierte, sondern als emotionaler Höhepunkt des Wochenendes. Hier bündelten sich Nostalgie, kollektive Erinnerung und gegenwärtige Live-Erfahrung zu einem Moment besonderer Intensität.
Auch inszenatorisch setzte Rock am Ring auf maximale Wirkung. Großflächige LED-Installationen, Pyrotechnik und ein durchgetaktetes Bühnenprogramm sorgten bereits zu Beginn für ein hohes Energielevel. Das Festival funktionierte nicht nur als Abfolge von Konzerten, sondern als umfassend choreografiertes Ereignis, in dem visuelle Reize, Sound und Publikumsinteraktion eng verzahnt waren.
Ein zentraler Bestandteil dieser Dynamik blieb das Publikum selbst. Circle Pits, Crowdsurfing oder synchronisierte Bewegungen vor der Bühne sind längst feste Rituale und prägen die körperliche Dimension des Erlebnisses. In solchen Momenten wird Musik zur kollektiven Praxis – gleichzeitig erzeugt genau diese Verdichtung von Menschen jene Belastungen, die sich an anderer Stelle bemerkbar machen.
Denn trotz der musikalischen Strahlkraft traten organisatorische Probleme deutlich zutage. Vor allem die Situation auf den Campingflächen sorgte für Kritik: begrenzte Sanitärkapazitäten, überlastete Anlagen und ein insgesamt als angespannt empfundener Versorgungszustand. Hinzu kam die Wahrnehmung steigender Preise bei gleichzeitig nicht immer zufriedenstellender Infrastruktur. Solche Punkte betreffen nicht nur den Komfort, sondern das grundlegende Funktionieren eines Festivals als temporäre Gemeinschaft.
Verstärkt wurden diese Schwierigkeiten durch das Wetter. Regen, aufgeweichte Wege und zwischenzeitliche Unwetter knüpften an die bekannte Eifel-Topografie an, die seit jeher Teil der Festivalerzählung ist. Was einerseits zum Mythos beiträgt, legt andererseits strukturelle Schwächen offen, sobald Logistik und Gelände an ihre Grenzen geraten.
Auffällig ist zudem, wie unterschiedlich das Festival medial gelesen werden kann. Während manche Perspektiven das Ereignis als breit angelegtes Pop- und Rockspektakel mit enormer Strahlkraft verstehen, rücken andere stärker die metallischen Anteile des Programms in den Vordergrund oder betrachten organisatorische Aspekte und Besucherrealitäten. Rock am Ring erscheint damit weniger als eindeutig definierbares Format, sondern als Projektionsfläche unterschiedlicher Deutungen.
Unterm Strich bestätigte die Ausgabe 2026 den Status des Festivals als Fixpunkt im sommerlichen Konzertkalender. Musikalisch überzeugte vor allem die Dichte an etablierten Acts und publikumswirksamen Auftritten. Gleichzeitig zeigte sich aber auch, dass Größe und Erfolg ihren Preis haben: Wo zehntausende Menschen aufeinandertreffen, werden logistische Fragen ebenso zentral wie künstlerische.
Rock am Ring präsentierte sich damit als widersprüchliches Gesamtbild – als kraftvolles Live-Erlebnis, das zwischen Nostalgie, Gegenwartsbezug und Eventökonomie oszilliert. Genau in dieser Ambivalenz liegt letztlich seine kulturkritische Relevanz.
KW-23-2026: DAS BUCH ZUM ROCK AM RING-FESTIVAL: OPEN AIR – 40 Jahre Rock am Ring-Geschichten (1985-2025) , mein kleines „Magnum Opus“ …. knapp 600 Seiten, knapp 1000 Fotos aus über 40 Jahren ROCK AM RING. BRILLUX-Radio der offizielle Medienpartner von #RaR2026 berichtet u.a. darüber …. einfach mal reinhören: im Gespräch mit BRILLUX-Radio – Teil 3/3 Rock am Ring – Die Geschichte – *mit freundlicher Genehmigung von BRILLUX RADIO
BRILLUX-Radio – Teil 3/3 Rock am Ring – Die Geschichte – *mit freundlicher Genehmigung von BRILLUX RADIO
ROCK AM RING – Files – Das_Buch_40_Jahre_Rock_am_Ring_von_ChristofGraf
KW-22-2026: … jetzt ist es raus …. DAS BUCH ZUM FESTIVAL: OPEN AIR – 40 Jahre Rock am Ring-Geschichten (1985-2025) , mein kleines „Magnum Opus“ …. knapp 600 Seiten, knapp 1000 Fotos aus über 40 Jahren ROCK AM RING. BRILLUX-Radio der offizielle Medienpartner von #RaR2026 berichtet u.a. darüber …. einfach mal reinhören: im Gespräch mit BRILLUX-Radio – Teil 2/3 Rock am Ring – Die Festival-Legende – *mit freundlicher Genehmigung von BRILLUX RADIO
im Gespräch mit BRILLUX-Radio – Teil 2/3 „Die Festival-Legende“ – *mit freundlicher Genehmigung von BRILLUX RADIO
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KW-22-2026: … jetzt ist es raus …. DAS BUCH ZUM FESTIVAL: OPEN AIR – 40 Jahre Rock am Ring-Geschichten (1985-2025) , mein kleines „Magnum Opus“ …. knapp 600 Seiten, knapp 1000 Fotos aus über 40 Jahren ROCK AM RING. BRILLUX-Radio der offizielle Medienpartner von #RaR2026 berichtet u.a. darüber …. einfach mal reinhören: im Gespräch mit BRILLUX-Radio – Teil 3/3 Die Geschichte von Rock am Ring – *mit freundlicher Genehmigung von BRILLUX RADIO
im Gespräch mit BRILLUX-Radio – Teil 3/3 Die Geschichte von Rock am Ring – *mit freundlicher Genehmigung von BRILLUX RADIO
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KW-22-2026: #STEVE_HACKETT `s Best of Genesis & Solo Gems 2026 Tour – Gestern in der ALTEN OPER in Frankfurt a.M. , heute in Leipzig
photos: Christof Graf
STEVE HACKETT – KLANGERLEBNIS EINER LEGENDE, Alte Oper, Frankfurt a.M.
Das gestrige Konzert in der Frankfurter Alten Oper begann um 20:00 Uhr im Großen Saal. Unter dem Titel „Best of Genesis & Solo Gems 2026 Tour“ bestand das ca. zweieinhalbstündige Konzert mit einer 20 minütigen Pause aus drei Akten. Akt 1 war Steve Hackett`s Solo-Set. Er präsentierte sieben Songs aus seiner Solo-Karriere nach seiner Zeit als Gitarrist bei Genesis. Nach der Pause folgte Akt II mit „The Best Of Genesis“ zu Zeiten, als Steve Hackett noch an den Saiten der Rocklegende hing (1971-1977). Nach „Supper’s Ready“ folgte mit „Dance on a Volcano“, ebenfalls ein Genesis-Song die erste Zugabe und damit Akt III, gefolgt von einem Schlagzeug-Solo und dem finalen Genesis-Song „Los Endos / Slogans / Los Endos“.
Die Alte Oper wurde zum Schauplatz musikalischer Erinnerung, technischer Brillanz und erstaunlicher Vitalität. Steve Hacketts kunstvoll ausbalancierter Progressive Rock, der zwischen feinsinniger Klangmalerei und eruptiver Wucht eskalierte, faszinierte das – erwartungsgemäß vorwiegend aus Boomern bestehende Publikum. Er präsentierte Solostücke aus verschiedenen Phasen seiner Karriere. Schon der erste Teil mit „The Devil’s Cathedral“, „Every Day“, „The Sea Inside“, „Ace of Wands“, „The Steppes“, „Camino Royale“ und „Shadow of the Hierophant“ machte deutlich, dass seine Solowerke nicht bloß Vorspann zum erwartbaren Nostalgieteil waren, sondern eigenständige, atmosphärisch dichte Kompositionen von beeindruckender Spannweite. Vor allem „Ace of Wands“ und „Every Day“ wirkten wie pointierte Erinnerungen daran, wie melodisch, scharf konturiert und zugleich erzählerisch Hacketts Gitarrensprache bis heute geblieben ist. Großen Szenenapplaus erfuhren immer wieder die einzelnen Mitglieder der harmonisch zusammenwirkenden Band mit Lalle Larsson an den Keyboards und Felix Lehrmann am Schlagzeug sowie Jonas Reingold, Rob Townsend und der oft eindringlichen Engelsgesang zelebrierenden Nad Sylvan.
Rhythmische Präzision, orchestrale Dichte und stilistische Beweglichkeit machen die Band um den 76 jährigen britischen Musiker und Komponisten zu einem Klangerlebnis der besonderen geradezu entfesselnden Art.

Nach der Pause verschob sich der Schwerpunkt auf das Genesis-Material, womit sich Hackett zum authentisch anmutenden Bewahrer dieser „alten“ Genesis-Ära macht. Mit „Dancing With the Moonlit Knight“, „The Cinema Show“ und „Aisle of Plenty“ baute das Konzert eine Brücke in die frühe 1970er-Jahre-Phase von Genesis, und gab danach mit „Firth of Fifth“ und „Supper’s Ready“ dem Abend eine geradezu symphonische Architektur. Schnell wurde deutlich, daß Steve Hackett ein Künstler ist, der sein Erbe nicht einfach nur verwaltet oder sentimental reproduziert, sondern ihm Leben einhaucht und es damit unvergessen macht.
Die Setlist:
Set 1: Solo Gems
The Devil’s Cathedral
Every Day
The Sea Inside
Ace of Wands
The Steppes
Camino Royale
Shadow of the Hierophant(Instrumental Section)
Set 2: Best of Genesis
Dancing With the Moonlit Knight(Genesis song)
The Cinema Show(Genesis song)
Aisle of Plenty(Genesis song)
Lalle’s Keyboard Solo
Firth of Fifth(Genesis song)
Supper’s Ready(Genesis song)
Encore:
Dance on a Volcano(Genesis song)
Felix’s Drum Solo
Los Endos / Slogans / Los Endos(Genesis song)






