COHEN & DYLAN (Vol.2) : Offizielle, semi-offizielle und in-offizielle Bootlegs (bis 2014) – Teil 1

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„Bootlegs“ sind eine Geschichte fuer sich. Fuer die einen sind sie das Non-Plus-Ultra. Fuer die anderen lästiges Beiwerk einer Musiker-Karriere. So manch Dritter wiederum, weiß mit dem Begriff „Bootleg“ ueberhaupt nichts anzufangen. Am 7. November erschien ein weiteres dieser Spezie, von welchen man nie weiss, sind sie offiziell, semi-offiziell oder gar in-offiziell. Letzteres sind die meisten, wie z.B. das oben abgebildete

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Doch „The Spirit Of Radio“ outet sich schnell sogar als wahrer Fake unter Fakes. Über die Aufnahme-Qualität lässt sich immer gerne diskutieren, schlimmer allerdings ist, wenn das Bootleg einen bereits vorhandenen Bootleg bootlegt. Das tut nämlich „THe Spirit Of radio“. Hier werden keine neuen Radio-Mitschnitte offeriert, sondern bereits vorhandene in nur auf den ersten Blick neuer Verpackung  angeboten. Öffnet man die kleine Papp-Karton-Box, sieht man, dass sich der Vertreiber noch nicht einmal die Mühe machte, „alte“ Mitschnitte neu zu präsentieren. Nein, er legte einfach die drei bereits bekannten Bootlegs  von im Radio gesendeten Mitschnitte in eben schon bekannter Aufmachung zusammen in die Pappschachtel und fertig.

Auf der Verpackung als CD One proklamierten ersten CD befindet sich nichts anderes als der Bootleg:

BACK TO THE MOTHERLAND

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Diesen Bootleg gibt es zur weiteren Verwirrung auch ebenso mit einem anderen Cover-Motiv bei dennoch gleichem Titel. Hier handelt es sich um ein im kanadischen Radio (CBC) gesendeten Konzert vom 9.11.1988 in der Massey Hall von Toronto/ Ontario/ Canada. Diesen Bootleg gibt es auch als DVD-Bootleg, da die Basis für den Bootleg eigentlich von einer TV-Übertragung im kanadischen Fernsehen liegt.

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Auf CD TWO gibt es ANGELS AT MY SHOULDER mit Songs vom im US-Radio übertragenen Konzert aus dem The Complex vom 18. April 1993 in Los Angeles, angereichert mit Songs vom AUSTIN CITY LIMITS-Radio-Konzert vom 12. Julio 1993 aus Texas.

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Auch diesen Bootleg gibt es zur weiteren Verwirrung auch ebenso mit einem anderen Cover-Motiv bei dennoch gleichem Titel.

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CD THREE enthalt Radio-Interviews aus den Jahren 1961-2008 und ist bereits erschienen unter dem Bootleg-Titel: THE CLASSIQUE INTERVIEWS

 

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nahmein form der schon in Der Begriff „Bootleg“ kam zum ersten Mal in den USA der 20er Jahre auf, womit die hohen Schäfte der Stiefel gemeint waren. Hierin wurden während der Prohibitionszeit die Schnapsflaschen unter den Augen der Polizei geschmuggelt. Nach der Aufhebung dieses Alkoholgesetzes bediente sich die Musikbranche dieses Begriffes, der fortan fuer die ersten Raubpressungen von Jazz-und Blues-Mitschnitten fuer unauthorisierte Aufnahmen stand.

Doch erst mit der Erfindung und Vermarktung von Tape-Decks und Music-Cassetten begann Ende der 60er Jahre die professionelle Vermarktung von Bootlegs. Zunächst waren es begehrte in limitierter Stueckzahl aufgenommene Konzert- oder Session-Mitschnitte, die neben den offiziellen Live-Alben (falls vorhanden) zu hohen Preisen unterm Laden-Tisch, auf Flohmärkten, Plattenbörsen oder per Mail-Order unters Volk gebracht wurden. Abgesehen von den tatsächlichen, wesentlich billiger produzierten Raubkopien offizieller Platten, empfand die Musikbranche das „Bootlegging“ anfangs noch als Kavaliersdelikt. Die geringe Auflage brachte keinen allzu hohen Einnahmeverlust, förderte hingegen das Image des Kuenstlers. Wer „gebootlegt“ wurde, war populär. Manche Bands, wie z.B. Grateful Dead oder Metallica riefen gar zum Bootlegging ihrer Live-Konzerte auf, in dem sie eigens fuer die Aufnahmefreaks abgetrennte Areale in den Konzerthallen freihalten ließen. Weniger freiwillig wurde besonders Bob Dylan zum Lieblingsziel, weil er massig produzierte, aber voller Eigensinn nur wenig von dem zur Veröffentlichung freigab. Fast von jedem Dylan-Konzert gibt es bislang eine Bootleg-Aufnahme. Direktübertragungen aus dem Fernsehen und Radio sowie die neue Technologie des Dat-Recordings erleichtern die Arbeit der Bootleger. Eine šbersicht aller bisher auf dem Markt erschienenen Bootlegs aufzustellen, erweist sich als schier unmögliches Unterfangen. Allein die eingeschworenen Dylan-Fans sprechen von ca. 3000 verschiedenen Bootlegs ihres Idols. Weitere beliebte Opfer sind Bruce Springsteen und die Rolling Stones.

Mit zunehmender Zahl, versuchten sich die Plattenfirmen und Kuenstler jedoch dagegen zu wehren, erhielten sie schlieálich keine muede Mark von den mittlerweile in hoher Stueckzahl produzierten Mitschnitten. Schärfere Eingangskontrollen fuehrten schließlich zur Bestechung vom Hallen- oder Techniker-Personal.

Aufgrund der immer höheren entgangenen Gewinne versuchten Kuenstler und Plattenfirmen gegen das Bootlegung vorzugehen. Einzelne Kuenstler wie z.B. Dylan oder Prince muáten selbst Klage erheben.

1982 entschied das Bundesverfassungsgericht nach der Klage Bob Dylans, „daß Mittschnitte von Konzerten auch denjenigen zugänglich gemacht werden darf, die an dem Kuenstler interessiert sind, aber nicht seinem Auftritt beiwohnen konnten.“ Die Bootlegger hatten gesiegt.

Doch bei einem darauffolgenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts 1985 entschieden die Richter, „daß ein ausländischer Kuenstler nicht gegen den Verkauf unerlaubter Aufnahmen geschuetzt ist, wenn das Konzert in einem Land stattfindet, das nicht den Vertrag des Rom-Abkommens unterzeichnet hat.“ Zwei Nachteile ergeben sich aus dem Rom-Abkommen und dieser beiden Urteile: Deutsche Kuenstler sind geschuetzt, ausländische nur dann, wenn ihre Konzerte in Deutschland aufgenommen wurden. Da sich die USA nicht dem Rom-Abkommen angeschlossen hat, etablierte sie sich als beliebter Aufnahmeort (siehe die „Live and Alive“/ „Live in USA“-Aufnahmen der Fa. Imtrat).

Diese Luecke des internationalen Leistungsschutzrechts bringt den insbesondere Ende der 80er/ Anfang der 90er Jahre aufkommenden „Bootleg-Labels“, die auf Verweis dieses Urteils auf einmal keine Bootlegs mehr vertrieben, sondern „semi-offizielle“ oder „nicht vom Kuenstler authorisierte“ Live-Mitschnitte in einer Auflage von 1000 – 15 000 (und mehr), immerhin 300 bis 1000 % Gewinnspanne einfahren. Beim Kauf von fuer „Bootlegs“ bestimmte Mitschnitte werden zwischen 0! und 30.000 Mark gezahlt. Je nach Qualität und Ereignis. Produziert wurden die „Boots“ damals fuer knapp 2 D-Mark. Verkauft zwischen 10 und 40 (oder mehr) D-Mark. Selbst wenn jetzt die sogenannten „Schutzluecken-Labels“ mittlerweile 10 % pro Abgabepreis/CD an die GEMA weiterleiten, obliegen ihnen stattliche Gewinne. Dem Kuenstler und seinem Major-Label allerdings ein ebenso stattlicher entgangener Gewinn. Die SONY (damals noch CBS) und die Rolling Stones versuchten 1990/1991, da sie in Sachen Urheberrecht nicht weiterkamen, den Weg mit der Klage gegen den unlauteren Wettbewerb bei dem sagenumwobenen und teilweise vom Markt genommenen und wieder auf den Markt gebrachten „Live in Basel’90“-Mitschnitts

einzuschlagen. Doch auch dies griff nicht: Der Tatbestand der Illegalität war nicht erfuellt, da nicht sämtliche Faktoren (Entstehung, Aufnahme, Herstellung, Vertrieb, Nationalität, Ort und Zeit der Aufnahme) erfuellt waren. Zudem verwirrte, daß ein anonymer Fan, ein Konzert eines englischen Kuenstlers in der Schweiz aufnimmt, diesen Mitschnitt einer luxemburgischen Firma verkauft, die diesen Mitschnitt wiederum von einer deutschen Firma vertreiben läßt. Soviel zu den aktuelleren Aufnahmen.

Ein anderes Beispiel behandelt Aufnahmen vor 1975, die in Luxemburg hergestellt wurden. Die unterliegen ebenfalls nicht dem Rom-Abkommen, da Luxemburg erst 1975 diesen Leistungsschutzvertrag unterzeichnete.

Doch die Argumentation der Bootlegger, daß das, was nicht verboten, erlaubt sei, reichte den Klagenden nicht mehr. Mit dem Wegfall der innergemeinschaftlichen Grenzkontrollen Europas am 1. Januar 1993 wuchs die Befuerchtung der Kuenstler und Major-Labels vor weiteren entgehenden Gewinnen.

In einer Reihe von Musterprozessen, darunter auch solche vor dem Europäischen Gerichtshof, wird seit 1993 versucht, die Situation zu Gunsten der Kuenstler und Major-Labels zu bereinigen. Auf Grundlage des Artikels 7 des EWG-Vertrages, der die Diskreminierung von Angeh”rigen aus den Mitgliedstaaten der EG verbietet, versuchte z.B. Phil Collins gegen einen „Bootleg“ eines seiner Konzerte vorzugehen, um gleiches Recht wie ein deutscher Kuenstler zu bekommen.

Ganz anders regierte z.B. der 1991 verstorbene Frank Zappa auf das „Bootlegging“. Nach Dylans, anläßlich seines 50. Geburtstages, offiziell erschienenen „Bootleg-Series 1-3 – Rare and Unreleased“ bootlegte sich Zappa selbst, indem er Aufnahmen seiner Konzerte von 1967-1981 aufgekauft und/oder selbst aus seinem Archiv ausgegraben hat, um diese auf den Markt zu werfen. – Vielleicht die beste Methode, den Auswirkungen des Bootlegging beizukommen.

 

Dennoch gelang schlieálich mit dem Urteil vom 20. Oktober 1993 des Europ„ischen Gerichtshofes ein bedeutender Schritt nach vorne. Es wurde fuer Recht befunden, daß EU-angehörige Kuenstler in Deutschland den gleichen Schutz genießen wie ihre deutschen Kollegen. Die Zeit der „Schutzluecken-Piraterie“ scheint zu Ende.

Laut den neuesten Angaben des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft e.V. in deren juengsten Veröffentlichung heißt es: „Die Schutzlueckenpiraten uebertrugen dabei die Entscheidungen des Bundesgerichtshofes ohne weiteres auf EU-Buerger, ohne zu bedenken, daá sich das Gericht mit Fragen des europäischen Rechts nicht auseinandergesetzt hatte, weil in beiden Fällen Nicht-EU-Buerger (Phil Collins und Cliff Richard) geklagt hatten.“ Diese ließen festsstellen, daá EU-Buerger in Deutschland nicht wegen ihrer Staatsangehörigkeit diskreminiert werden duerfen. Während Phil Collins gegen einen nicht von ihm genehmigten Live-Mitschnitt in den USA klagte, klagte Cliff Richard gegen einen nicht von ihm genehmigten Tontr„ger mit alten Originalaufnahmen. Letzterer Fall beschäftigte sich hierbei zudem noch mit dem Schutz der Tonträgerhersteller der z.Zt. (noch) nach 25 Jahren ausläuft. Geplant ist ein Schutz fuer 50 Jahre.

„Nachdem sich die die EG-Kommission, die Regierungen Deutschlands, Großbritannien sowie schlieálich auch der EG-Generalanwalt im Sinne der Kläger geäußert hatten, entschied der Europäische Gerichtshof in einem Urteil, das an Klarheit und Deutlichkeit keine Wuensche offen läßt, daß EU-Buerger Anspruch auf genau den Schutz haben, den das Gesetz deutschen Staatsangeh”rigen gew„hrt. In der Praxis bedeutet dies, daß Kuenstler und Tontr„gerhersteller, die vertraglich Rechte von ihnen ableiten, 50 Jahre lang geschuetzt sind, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfuellt ist:

– der Kuenstler ist Deutscher

– der Kuenstler ist EU-Buerger

– der Kuenstler ist ein Nicht-EU-Buerger (z.B. Amerikaner) und das Rom-Abkommen findet Anwendung

– bei Kuenstlergruppen reicht es, wenn ein Gruppenmitglied Deutscher bzw. EU-Buerger ist oder unter den Anwendungsbereich des Rom-Abkommens fällt

– die Darbietung hat in Deutschland stattgefunden.“

 

Die Auswirkungen des Entscheids des EuGH waren enorm. Ca. 50% der (vermeintlichen) Schutzlueckenpiraterie-Produkte verschwanden aus den Regalen der Plattenläden und -Abteilungen. Die Karstadt AG z.B., die stets die gesamte Palette von Imtrat in ihrem Angebot hatte, verwehrt sich seit Beginn 1994 diesen Produkten. eine zus„tzliche wichtige Aussage des EuGH ist, daß die festgestellte Rechtslage nicht erst seit dem Urteilsspruch gueltig ist, sondern nach deren Auffassung schon immer gegolten hat, was fuer die Anbieter solcher Produkte immense Lizenznachforderungen bedeutet.

Mit den umfangreichen Harmonisierungsrichtlinien der EG wird es wird es wohl bis sp„testens 1. Juli 1995 mit der Umwandlung dieser Rechtsprechung des EuGH in Nationales Recht zu einer EU-weit harmonisierten Urheberrechtslage kommen.

 

Leonard Cohen blieb, zum Bedauern seiner Anh„nger, bisher von allzu vielen „Bootlegs“ seiner Konzerte verschont. Obwohl er nur zwei offizielle Live-Alben („Live Songs“ (1973) und „Cohen Live“ (1994)) herausbrachte, gibt es bis dato unter den Cohen Fans gerade einmal 19 bekannte Cohen-Boots. Wobei allein sechs von dem selben Konzert enstanden sind, und ein weiteres Live-Album kein richtiges „Bootleg“ ist.

W„hrend von Dylans „Great White Wonder“-Bootleg angeblich ueber 350.000 Mal verkauft hat und damit zum legend„rsten Bootleg aller Zeiten auserkoren wurde, gibt sich die Cohenmania recht bescheiden. Ebenso wie Cohen selbst, arbeiten auch dessen Bootlegger langsam. In den 70er wurden zwei bekannt. Einen, mittlerweile kaum noch zu bekommenden (und vom Autor noch nie gesichteten) Mitschnitt des Glasgow-Konzertes vom 19.03.1972 und einweiteres aus dem Jahr 1976. Ein Bootleg aus dem Jahre 1968 „… At The Beep“, dessen Erscheinungsdatum der Autor bis dato nicht festmachen konnte, stammt aus einer Radio-Sendung.

Auch wenn die Leiter der einzelnen Fan-Clubs dennoch s„mtliche Konzerte auf Band in ihren Archiven listen, sah erst 1985 ein Doppel-Vinyl-Album namens „Songs Of A Seriuos Old Man“ das Licht der Plattenwelt. Das „weiße“ Album mit einem Presse-Foto auf dem Cover dokumentierte ebenso wie das angeblich nur in Polen erh„ltliche „Poland Album“ zwei Konzerte seiner 85er „Various-Position“-Welt-Tour. Cohen schien fuer den Bootleg-Markt nicht geeignet und so kam von der 88er „I’m Your Man“-Tour ebenfalls nur zwei Doppel-Alben unter den verheißungsvollen Titel „I’m Your Live-Man“ und „Warm Reception“ heraus.

Erst durch die erneut aufkommende Renaissance des „kleinen Bruders“ Dylans erschien 1991 in der Serie der „Super Golden Radio Shows“, auf dem Cover als New York-Mitschnitt deklariertes Konzert, das in Wahrheit lediglich die Aufnahme Cohens beim „Rock Pop Special“ vom zweiten deutschen Fernsehen enthielt.

Cohen-Bootlegger holten schließlich 1992 und 1993 in ihrer Bescheidenheit auf. „Diamonds in the Minefield“ und „Heart Housed In Thorn-Bush“ dokumentierten gleich doppelt das ein und dasselbe Konzert von Montreaux aus dem Jahre 1985. Ähnlich erging es einem mit „First We Take Manhattan“, „The Presence“ und „The Ladies’Man In Concert“, „Nor Cure For Love“, „For The Love Of Cain Vol. I & II“ und „Greatest Hits Live 93“. Die Live-šbertragung des schweizerischen Rundfunks des Konzertes in Zuerich am 21. Mai 1993 lockte gleich sechs verschiedene Hersteller an. Doch Vorsicht: Sich alle sechs Versionen anzulegen empfiehlt sich nur fuer ganz Hartgesottene. Die Setlist ist bis auf sekundiöse Unterschiede identisch. Nur wer Spaß an sechs verschiedenen, nicht sonderlich attraktiven Covern und gegebenfalls an einer nicht authentischen Song-Auflistung Interesse hat, sei die Anschaffung ans Herz gelegt. šbrigens wurden die Zuericher-Boots mit aller Wahrscheinlichkeit nicht von den Master-B„ndern heruntergezogen, was die ueberraschender Weise gute Qualität der Aufnahme erahnen läßt. Denn, Ernst Buechmueller, der Veranstalter des Zuericher Konzertes machte die Live-šbertragung erst möglich. Er vereinbarte mit dem Cohen-Management die mit zahlreichen Jingles versehene Konzertuebertragung (daher die jeweiligen Ausblendungen auf den Boots). Jeweils ein Master-Band befindet sich im Besitz des Cohen-Managements und Ernst Buchmueller.

Anders verhält es sich mit „Above The Soul“, ein von Aufmachung und Inhalt sehr attraktives Warm-Up-Konzert aus Los Angeles fuer die bevorstehende „The Future“-Tournee.

Zu warnen ist vor „The Last Of The Bohemians“, ein als „Live in Athen 1988“ angepriesenes Teil, welches lediglich die Songs aus dem offiziell erschienenen Video „The Songs Of The Life Of L.C.“ (1988) und zusätzlich einige Schnipsel der „Super Golden Radio Show“ enth„lt.

Als Fan Leonard Cohens schießt man solche Warnungen verständlicherweise in den Wind. Zu wenig Mitschnitte gibt es schließlich, sodaß man natuerlich alles kauft, was von den etwas mehr als 455 bekanntgewordenen Auftritten Cohens (exklusive den 247 Konzerten der Welttournee 2088-2010 sowie weitere zwischen 2012 und 2013 als „Konzert-Mitschnitt“ auf den Markt kommt.

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Der Verweis auf die „Live Songs“ von 1973 und auf das 1994 herausgekommene zweite offizielle Live-Album „Cohen Live“ der 88/ 93er Welt- Tournee, sowie „Live in London“ (2008) und „Live in Dublin“ (2013), oder auch die während der Welttourneen eingeschobenen offiziellen Live-Alben „Live At The Isle Of Wight-Festival“ (1970) oder „“Songs From the Road“ (2010) reichen für die Hartgesottenen, – auch wenn sie nichts zum Schaden Cohens beisteuern möchten – eben nicht aus.

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Und so erscheint nach den mehr oder weniger semi- oder gar in-offiziellen Mitschnitten „Back To The Motherland“ und „Angels Of My Soul“ am 7. November 2014 mit „The Sprit of Radio“ mit bereits auf anderen Bootlegs enthaltenden Live-Aufnahmen ein weiteres „Bootleg“ und kanibalisiert sich quasi.

COHEN & DYLAN (Vol.1) : Der Versuch, einen Vergleich anzustellen – Dylan & Picasso, Cohen & Matisse

Dylan & Picasso, Cohen & Matisse. 

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Foto: Christof Graf

Zu Bob Dylan fühlte sich Cohen hingezogen, seit er dessen Platten Mitte der 60er Jahre zum ersten Mal hörte. Cohen bemerkte 1967 gar einmal, daß er „so etwas wie der Spiegel Bob Dylans“ sei, und selber am meisten davon beeindruckt wie auch überrascht wäre, weil ihm manches von Dylan sehr bekannt vorkäme. Er sei wie eine Figur aus einem seiner Bücher, die lebendig geworden wäre. Irgendwie hätte er das Gefühl gehabt, als ob er ihn „erfunden“ hätte. „Als ich ihn das erste Mal gehört habe, habe ich ihn sofort verstanden. Ich habe verstanden, was er tat. Ich sah, daß er eine Rolle einnahm, in der ich mich gerne gesehen hätte. Ich habe mich ermutigt gefühlt, als ich seine Musik hörte. Denn wenn man Dylans Musik zuhört, hat man das Gefühl, neue vielleicht nicht gekannte Energien freigesetzt zu bekommen. Das macht den Wert eines künstlerischen Werkes überhaupt aus.“

Eine ähnliche Sichtweise ergab sich auch bei einem Gespräch zwischen dem Autor und Paul Williams, bei Dylans Konzert in Prag 1995: „Erst, wenn man auf dem Weg ist, das Konzerterlebnis als ein Stück Kunst zu erfahren, ist man auf dem Weg zu verstehen, daß mit dem Konzert – unabhängig von der Tonaufnahme – der eigentliche Akt des Kunstschaffens stattfindet.“ Künstler wie Dylan oder auch Cohen schaffen mit jedem Auftritt Kunst und vergrößern damit ihr künstlerisches Werk. Cohen verglich Dylan 1988 in einem Interview mit dem MUSICIAN MAGAZINE gar mit Pablo Picasso: „Nobody is identifying our populär singers like Matisse or Picasso. Dylan’s a Picasso that exuberance ränge and assimilation of the whole history of music.“

In einem anderen Interview mit dem Autor bemerkte Cohen auf die Frage, mit wem er dann zu vergleichen sei, wenn Dylans malerisches Pendant Picasso sei: „Natürlich Matisse“. Der Vergleich Dylans mit Picasso ist in der Tat legitim. Gerade wenn man das Dylan’sche Wortgut der 60er Jahre untersucht, läßt sich die Nähe Dylans zum Surrealismus nicht leugnen. Hält man sich an die Definition des Surrealismus, als psychischem Automatismus, ist die Untersuchung dieser Analogie interessant. In frühen Dylan-Songs wie z.B. „Farewell Angelina“ oder in „Visions Of Johanna“ sind ähnlich bizarre und skurille Bilder zu erkennen, wie sie Picasso mit Zeichenstift und Pinsel schuf. Ein weiterer Ansatzpunkt ist seine von Picasso bekannte Produktivität. Ähnlich wie der unentwegt kreative Picasso, der selbst nebenbei ständig zumindest irgendetwas skizzierte, malte er fast täglich oder war stets anderweitig künstlerisch tätig. Er arbeitete, weil sein Inneres aus ihm heraus mußte. Dies ist die Motivation des Handelns. Er hat keine andere Wahl, als seine Kreativität herauszulassen. Zudem ist beiden Künstlern wohl auch der Wesenszug des Egozentrikers gemein.

Die jeweiligen Biographien spiegeln sich in den Werken der Künstler wieder. Neue Welten werden erschlossen. Beide Künstler haben einen großen Fundus unveröffentlichter Werke. Beide arbeiten bzw. arbeiteten an bereits bestehenden Werken immer wieder von Neuem und schufen mit dieser Bearbeitung auch wieder neue Werke. In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß gerade bei dieser von Picasso bekannten Methodik das alte, vom Betrachter eigentlich schon für perfekt gehaltene Werk in dem Prozeß der Bearbeitung und des Neuschaffens völlig zerstört wird. Statt dessen entsteht unter den Händen Picassos ein höher stilisiertes, abstraktes, entfremdetes Werk, dem der in diesen Dingen (scheinbar) naive Betrachter zuerst einmal den Untergang des vorhergehenden, weniger abstrakten und dafür greifbareren vertrauteren Werkes vorwirft. Gerade an dieser Visualisie-rung des Prozesses der Neuschaffung durch Destruktion des ursprünglichen

Werkes wird die Parallele zu Dylan sichtbar und gerade diese Analogie führt zum Verständnis des Gesamtwerkes von Bob Dylan in den 12 Jahren, die die Never Ending Tour umspannen. „Tangled Up In Blue“ ist ein solches Beispiel. Der Song wurde 1974 geschrieben und 1975 veröffentlicht. 1978 und 1984 änderte Dylan den Text und präsentierte erst 1988 den Song wieder in der UrFassung. Auch Cohen weiß seine Werke im Laufe der Zeit zu variieren, was z.B. die beiden Fassungen des Song „Chelsea Hotel #1″ und „#2″ mit unterschiedlichen Strophen beweisen.

Auch der Song „Democracy“ unterliegt live einer Wandlung. Bei seiner ’93er ,,Future“-World Tour offerierte Cohen mehr als die sechs vom Album bekannten Strophen. Das Script hat 80 Strophen. Doch Cohen ist mehr als Dylan der totale Formalist. Nach außen verkörpert er die Suche nach Perfektion, im Innern praktiziert er das totale Streben nach Freiheit.

Ähnlich wie z.B. Matisse präferiert Cohen diese extreme Form der kultivierten Lebensart, woraus er seine Methode entwickelt. Mit dem totalen Formalismus die totale Freiheit anzustreben, um so zu einem wahren Wilden zu werden, ist sein Ziel. Seine Art des gentlemanliken Auftretens und die Form seiner Kunst unterstützt den Vergleich mit Matisse. In dem Gewand der Bourgeoisie agiert er als Enfant Terrible. Im Erreichen der totalen Kontrolle über sich gelangt er zu Bildern, die ohne diese vorherige Kontrolle, nie unkontrolliert wirken könnten. Wenn Cohen Abend für Abend dieselbe Geschichte erzählt, scheint es, als ob er seine Spontanität hinter einem durchdachten Konstrukt verbirgt, womit sich der Kreis der Analogien, Dylan und Picasso, Cohen und Matisse schließt.

Quelle: Graf, Christof: Bob Dyaln – Man On the Road – The Neverending Tour 1988-1999, 2. Aufl., 2001, S. 33-35

http://www.leonardcohen.de/dylan.html

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9. November 2014 – 25 Jahre after – Leonard Cohen und die DDR (2) – Keine Konzerte in OST-Berlin –

Erst nahm er Manhattan, dann nahm er Berlin

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Leonard Cohens Auftritte in Berlin (West) (1972 – 2013)

berlin1985

Ob als kanadischer Romancier oder globaler Singer/ Songwriter, die Bedeutung Berlins für Leonard Cohen ist groß. Auch wenn seine allererste Europatournee im Jahre 1970 nicht nach Berlin führte, besuchte er die damals noch hinter einer Mauer lebende Stadt regelmäßig auf seinen darauffolgenden Konzertreisen. 1972, 1974, 1976, 1979, 1980, 1985, 1988, 1993., 2008, 2009, 2010, 2012 und 2013. Kurzum, bis auf seine Debuttournee, stand Berlin stets auf jedem Tourplan von Leonard Cohen. Im Rahmen einer umfangreichen Promotion-Tournee für sein damaliges ,,Ten New Songs“-Album im Jahre 2001 besuchte er ebenfalls Berlin.

1972

Erstaunt darüber, wie gut das Publikum seine Songs kannte, stellte Cohen fest, daß sie vor allem für seine Band zu einer Art von Meditation geworden waren. Die Überraschung war jedoch, daß er eine Version des Frank-Sinatra-Standards „As Time Goes By“ zum besten gab und sie ebenso im Stil eines Entertainers vortrug, wie er seine eigenen, eher stillen Songs mit Andacht interpretierte.

Aber all das „trug wenig dazu bei, Leonard Cohen zu entmystifizieren“, notierte die Berliner Morgenpost damals über das vierte Konzert von Cohens Deutschlandtournee, das am 8. April im Berliner Sportpalast stattfand, und fuhr fort: „Da steht er, fast unbeweglich auf einem Fleck, mit seiner Gitarre auf der Bühne, erst ziemlich unbeholfen, später freier in den Bewegungen, singt viel und spricht wenig.“ (Ein Eindruck, den der spätere Tournee-Film bestätigen sollte.)

Im Hinblick auf Cohens Musik waren die Kritiker nicht zufrieden. „Bleiben also die Cohenschen Texte“, resümierte die Berliner Zeitung. „Schöne, poetische, deftige, skeptische, aber auch skurrile und nicht immer verständliche Wortgebilde“, wobei mangelnde Detailkenntnis der englischen Sprache vielleicht auch eine Rolle spielt. Provozieren konnte er damit nicht. Auch nicht mit seinem einzigen Satz in Deutsch, dem fatalen Goebbels-Ausspruch: >Wollt ihr den totalen Krieg?<, vor drei Jahrzehnten an gleicher Stelle gefallen. Er ging unter in der allgemeinen Co-hen-Begeisterung.“ Ich war ärgerlich. Das Publikum brauchte einen Führer, es war undiszipliniert. Da dachte ich an Goebbels Rede in diesem Haus anno 1943, bemerkte Cohen dazu in einem Interview des Magazins POP (1972). Der Berliner Morgenpost hingegen erschien Cohens umstrittener Ausspruch weniger wichtig. Ihr Reporter versuchte die Konzertatmosphäre einzufangen: „Auf Einwürfe aus dem Publikum hat er eigentlich immer eine Entgegnung parat. Selbst wenn es ein Hund ist, der während eines leisen Liedes bellt. Leonard Cohen kann dies nicht aus seiner Ruhe (seiner Geborgenheit in seinen Songs, möchte man meinen) bringen.

1974

War Cohens Auftritt am 24.9. in der Berliner Philharmonie eher unspektakülär. Fast schon traditionell eröffnete er den 27 Songs enthaltenen Konzertabend mit ,,Bird On a Wire“ und ließ ein rundum gelungenes Konzert mit ,,The Butcher“ enden.

1976

Nicht zuletzt um die immer wiederkehrende Frage nach seinem Verbleib zu beantworten, begab sich Leonard Cohen im Frühjahr 1976 auf seine mit 56 Konzerten bis dahin längste Tournee, die „Tour Of Europe“. Nach ihrem Start am 22. und 23. April in der Berliner Philharmonie führte sie ihn durch elf europäische Länder. Die Berliner Zeitung berichtete von einem „20minütigen Donner-Applaus“, nach dem Cohen noch einige Zugaben gab, und der Kritiker der Berliner Morgenpost sprach von „schärferen, härteren, auch melodischeren Songs“. „Der ruppig-eintönige, wenn auch immer stimmige Singsang der frühen Jahre löst sich auf in befreiende, mitunter auch fetzende Musikalität. [. . .] Und plötzlich, ohne Vorwarnung, singt er deutsch: >Die Gedanken sind frei<, von Cohen empfunden, auf der Gitarre begleitet. Damit überraschte Cohen erneut mit einer bis dato noch nie gehörten Coverversion.

1979/ 1980

Gleich zweimal hintereinander besuchte Cohen Berlin: Am 5.11. 1979 (ICC) und am 20.11.1980.

Ganz so gute Kritiken wie im übrigen Europa bekam Cohen mit seinen Auftritten in Deutschland jedoch nicht. Wieder machte eine Äußerung in bezug auf das Nazi-Deutschland die Medien etwas unsicher. „Verärgert über das ICC – da schlug der stille Leonard laute Töne an“, monierte die Bild-Zeitung. Und die Berliner Zeitung titelte: „Pop-Star fiel aus der Rolle“. Grund füir die Mißtöne war, daß der Sängerpoet sein Publikum aufgefordert hatte, „dieses Kongreßzentrum auseinanderzunehmen“ und sich „gegen die totalitäre Architektur hier aufzulehnen“. Es Hegt nur an diesem Raum. Wenn man diese schreckliche Plastik da vorne sieht, ist man im dunklen Bereich seines Lebens. Am besten, jeder nimm} seinen Stuhl mit nach Hause“, kommentierte Cohen.

Ohne auf den Zwischenfall in Berlin oder seinen politischen Hintergrund einzugehen, resümierte ein Kritiker der Morgenpost, was mit ähnlichen Worten auch die meisten seiner europäischen Kollegen nach Cohens Konzerten von 1980 feststellten: „Seine Beständigkeit ist ein weiteres Gütezeichen seines anhaltenden Erfolges. [. . .] Cohens Lieder bewegen und halten sich ja alle auf der gleichen Klangmeile, die Monotonie seiner Stimme ist sein Markenzeichen. So wie er sich äußerlich kaum zu verändern scheint, so wenig verändern sich die Themen seiner Botschaften.

1985

Gegenüber seinen Konzerten von 1980 hatte sich einiges geändert – nicht mehr nur sein Oberkörper wurde von einem Scheinwerfer angestrahlt, sondern die gesamte Bühne war in rotes Licht getaucht, was zusammen mit den Country-Arrangements des ,,Various Positions“-Albums für einen Anflug von Lagerfeuer-Romantik sorgte -, aber die Show-Elemente hielten sich weiterhin in Grenzen. „Ausgelassenheit“ deutete Cohen allenfalls mit einem etwas schnelleren Fußwippen an – eine Bewegung immerhin, die 1980 kaum zu beobachten war. Dennoch kam, wenn auch meist erst gegen Ende eines Konzerts und vor allem dann, wenn Cohen ältere Songs vortrug, Stimmung auf. Das Publikum reckte zwar nicht mehr seine Fäuste gen Himmel, reagierte aber mit anhaltendem frenetischem Applaus.

Nach seinem Auftritt am 3. Februar 1985 folgten erstmals Konzerte hinter dem damaligen ,Eisernen Vorhang“. Vom 19. bis 22. März 1985 trat Leonard Cohen in Polen auf, in Poznan (Posen), in Wrozlaw (Breslau), in Kattowitz und Warschau.

1988

,,First We Take Manhattan“, than we take Berlin…der Song aus dem ,,I`m Your Man“-Album, der Cohen zurück in die Charts brachte und am 9. April auch wieder ins Berliner ICC. Cohen war wieder ganz oben, war wieder da, obwohl er nie weggewesen war. 1988 war das Erfolgsjahr vor Leonard Cohen und der Berliner Auftritt sein bis dato bester.

1993

Obwohl Leonard Cohen seine alten Songs nicht mehr sang, wußte das Publikum die neuen Lieder der ,,I`m Your Man“- und ,,The Future“-Alben, die er anscheinend für seine „neue“ Stimmlage verfaßt hatte, zu schätzen; es lauschte gespannt, hielt sich in den , Armen, und gelegentlich tanzte es sogar. Leonard Cohen, der sich wohl eher auf frontale Ablehnung eingestellt hatte, bedankte sich mehrmals auf . für ihn untypische Weise mit Worten in deutscher Sprache und einer im . Vergleich zur vorausgegangenen „I’m Your Man“-Tour wesentlich „heissereren“ Interpretation von „Suzanne“. Am Ende des insgesamt 21 Songs umfassenden, rund 120minütigen Auftritts stand eine Version von „Wither Thou Goust“.

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2001

Am 5. Juli 2001 residierte Leonard Cohen im Hotel ,,Four Seasons“, um sein ,,Ten New Songs“-Album zu promoten. Was Cohen tatsächlich mit der Textzeile „First we take Manhattan, then we take Berlin“^ meint, weiß wohl nur er selbst. Dennoch bietet er eine Intepretation an:: „First We Take Manhattan“ handelt vom Extremismus im Denken der Menschen. Ich meine damit nicht die Politik oder die Gesellschaft, sondern den Extremismus im Geist des Individuums. Ich denke, daß heutzutage jeder ein Extremist und diese Position auch zu verteidigen bereit ist.

2008/ 2009

Vielleichtwar er nach seinem Auftritt am 6. Oktober 2008 und am 2. Juli 2009 zum letzten Mal in Berlin. Seine im Frühjahr 2008 gestartete Welttour führte Leonard Cohen am erstren Donnerstagabend im Juli 2009 zum zweiten Mal in die Berliner Anschutz-Arena (02-Arena)am Ostbahnhof. Am Ende der Tournee wird er am 21. September 2009 in Barcelona seinen 75. Geburtstag mit einem Konzert gefeiert haben und im November 2009 die 2009er Tournee zu Ende gebracht haben.

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,Er widmet sich der Aufgabe mit tiefer Ernsthaftigkeit. Zwar klingt seine dunkle Stimme, mit der er immer schon eher erzählt als gesungen hat, noch ein paar Reibeisen-Grade tiefer, zwar wirkt er sehr schmal und zerbrechlich in seinem eleganten Anzug, doch wenn Cohen anfängt zu singen mit seinem sonoren Bassbariton, dass er tanzen will bis zum Ende der Liebe, dann weht jeder Abschiedsgedanke davon“, beschrieb die MÄRKISCHE ALLGEMEINE den Auftritt und fügt hinzuz: ,,Seine Musiker sind schlicht und einfach als genial zu loben. Verstehen sie es doch, die Songs mit kleinen instrumentalen Glanzlichtern von spanischer Gitarre, Saxophon, Hammondorgel oder auch Harfe behutsam zu illuminieren und trotzdem den Sänger souverän über seine Schöpfungen aus gut vier Jahrzehnten herrschen zu lassen. … ,,Nach drei Stunden, die eher einer andächtigen Einkehr gleichen als einem Konzert, bedankt sich der Grandseigneur des Anti-Pop mit einer so innigen Dankesrede, dass sich die Ahnung festigt: Wir haben ihn wohl zum letzten Mal so gesehen, mutmasst Gerd Dehnel in seiner Konzerterinnerung. Andere Medien sprechen von ,,Euphorie und Wehmut“, wenn sie über Leonard Cohen in Berlin berichteten: ,,Vielen der rund 15 000 Leonard-Cohen-Fans in der Arena am Ostbahnhof dämmerte am Donnerstag, dass der eindrucksvolle Berliner Auftritt des kanadischen Pop-Veteranen womöglich sein letztes Deutschland-Konzert war“, schrieb die MUSIK NEWS …

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… ,,mit einem zerknittertem Hut vor der Brust und Tränen in den Augen dankte Leonard Cohen schließlich seiner großartigen Band und den Berliner Fans – unter ihnen auch Außenminister und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD). Danach verließ der alte Herr zum letzten Mal hüpfend die Hauptstadt-Bühne – Abtritt einer lebenden Pop-Legende“, wusste auch die DPA von diesem letzten Auftritt Cohens in ,,Old Berlin“ zu berichten.

2010

„Wunderkerzen und Jubel für Leonard Cohen“ titelt die SÜDDEUTSCHE die Konzertkritik zu Leonard Cohens Berlin Auftritt am 18. August 2010 in der Berliner Waldbühne.

DER TAGESPIEGEL schreibt: „Leonard Cohen verströmt bittersüße Melancholie, singt die Welt düster und macht vielleicht gerade dadurch Mut und Hoffnung. Mit fast 76 Jahren rührt und verzaubert er weiter seine Zuhörer.“

„Es ist das dritte Berlin-Gastspiel, das Cohen und seine exzellente Band nun im Rahmen dieser Tournee geben“, stellt DIE WELT fest und resümiert: „Und doch hat auch dieser Abend in der Waldbühne etwas Einzigartiges, ja Ergreifendes. Hier geht es immer um das letzte Mal, um Abschied, um Verzicht, um den Zwist mit dem Dasein und den Kampf gegen die Resignation – aber auch um Hoffnung. „Meine Freunde“ nennt er sein Publikum immer wieder.

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Dennoch war es der Tourauftakt zur 2010er und damit im dritten Jahr seiner konzertalen Weltreise stattfindenden Tournee. „In Berlin beweist er, dass ein Sänger auch mit 75 Jahren in Würde auf einer großen Bühne stehen kann und will. «I did not come to you to Berlin to fool you», wird er später versichern, in verschmitzter Abwandlung seines großen Erfolgs «Halleluja». Was die SÜDDEUTSCHE auch fesstellt ist: „… wer ihn 2008 und 2009 auf deutschen Bühnen erlebte, sieht auch: Leonard Cohen ist älter geworden. Seine Bewegungen wirken langsamer, die Zwiesprache mit dem Publikum scheint weniger spontan. Zeilen wie «I don’t know when I’ll be back» aus dem ironischen «Tower of Song» bekommen eine neue Bedeutung. Noch eine Tournee wird es vielleicht nicht geben“. …

 2012

 Doch, wird es…nämlich am 5. September 2012 und zwar erneut in der Berliner Waldbühne. Die Welttournee, die ein Jahr aufgrund der Studio-Aufnahmen zum „Old Ideas“-Album pausierte, ging 2012/ 2013 weiter. Und ein Jahr danach kam er sogar noch einmal…

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2013

Am 17. Juli in die Berliner O2 Arena

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Der Text enthält Bestandteile aus Christof Grafs Büchern wie z.B.:

So Long Leonard, 1990

Partisan der Liebe, 1996

Leonard Cohen – Un hommage, 1997

Songs Of A Life, 2002

Titan der Worte, 2010

Zen & Poesie, 2015

 

9. November 2014 – 25 Jahre after – Leonard Cohen und die DDR (1)

Leonard Cohen und die DDR? Nein, in der DDR ist er nie aufgetreten. Seit seinem ersten Liveauftritt 1967 und seiner ersten Deutschlandtournee 1972 absolvierte Cohen knapp 1000 Konzerte weltweit.

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Ein-Reise-Stempel in die DDR 1981

Keines davon fand jemals in der (ehemaligen) DDR statt.

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Foto/ The Berlin Wall 1981: Christof Graf

Die DDR war tourneetechnisch für westliche Künstler bis Mitte/ Ende der 80er Jahre tabu. Erste erwähnenswerte Konzerte hinterm eisernen Vorhang fanden  – (von ein paar früheren Ausnahmen abgesehen) – so die Formulierung von Christoph Dieckmann in seinem Buch „My Generation“,  erst 1987 statt. Im April 1987 kamen John Mayall und Carlos Santana in die DDR. Der „Rocksommer der FDJ“ luf im gleichen Jahr die britische Prog-Rock-Band Barcley James Harvest ein.

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Foto/ The Berlin Wall 1981: Christof Graf

Am 17. September schafften es Bob Dylan, Tom Petty & The Heartbreakers und Roger McGuinn   in den Treptower Park nach Ostberlin zu einem Open Air-Konzert hinter den Eisernen Vorhang.

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Foto/ The Berlin Wall 1981: Christof Graf

1988 gaben Depeche Mode ihr bisher einziges Konzert in Ost-Berlin zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Reupublik. Joe Cocker trat im selben jahr in Ost-Berlin (1. Juni Berlin-Weißensee) und Dresden (2. juni „Cockerwiese“) auf.

Am 19. Juli 1988 spielte Bruce Springsteen in Berlin-Weißensee und damit sein erstes Konzert im Ostblock.

Michelle Shocked, Canned Heat und Herman van Veen leiteten die Öffnung gen Westen 1989 musikalisch mit konzerten in Ost-Berlin ein. Udo Lindenberg, der schon lange vor dem 9. November 1989 einen Sonderzug nach Pankow buchte, kam erst 1990 im Osten an.

Für Leonard Cohen war die DDR nie ein Tournee-Thema. The Berlin Wall hinderte ihn daran, die DDR zu DDR-Zeiten zu bereisen. Und selbst in die daraus entstanden „Neuen Bundesländer“ reiste er konzertal weder bei seiner 1993er, noch bei seiner Welttourneen 2008-2010 und 2012/ 2013.

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Foto/ The Berlin Wall 1981: Christof Graf

 

Buchmesse `14 : Bücherflut zu Leonard Cohens 80. Geburtstag blieb aus – Kaum deutsche Titel – Noch weniger gutes – Von etwa 8 internationalen Veröffentlichungen ist nur 1 richtig gut

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Die UK-Version

Etwa 8 Buchtitel zum Thema Leonard Cohen – anlässlich dessen 80. Geburtstag – vereichnete die Frankfurter Buchmesse 2014. Kaum deutschsprachiges war darunter. Einige wenige gute erschienen in englischer und französischer Sprache. Die Übersetzung von Harvey Kubnik`s biografischer Bild-Text-Band namens „Everybody Knows“ gehört zu den besseren, wenn nicht Besten Publikationen anlässlich Cohens 80. Geburtstag. Und was macht ihn so gut…

… es beginnt mit der Kompetenz Kubriks die wesentlichen Informationen textlich komprimiert und leserfreundlich zu präsentieren. Dazu liefert das Buch Fotos, die endlich einmal nicht die üblichen präsentieren…

Schade nur, daß die deutsche Übersetzung eine weniger spektakuläre Titelfoto-Gestaltung offeriert und sich in dunklem Schwarz präsentiert.

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Die dt. Ausgabe

 Aber auch der amerikanische Titel ist nicht so gelungen, wie die folgende Abbildung zeigt.

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Die US-Version

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

 

Tribute To Leonard Cohen: Auch Helene Fischer covert(e) Leonard Cohen – Mehr als nur Schlager – 2014 & 2015 auf Tournee

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Foto: Christof Graf

„Atemlos durch die Nacht“ – das war der „Schlager-Schlüssel“ zur Masse, den alle mitsingen könnten, verstanden und einfach nur schön fanden; damit baute sie sich ihre Marketing-Plattform, von der aus sie alles machen konnte.

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Foto: Christof Graf

Aber zu Helene Fischers Live-Repertoire gehören auch Songs internationaler Singer/ Songwriter wie z.B. Leonard Cohen. Bei Ihrer 2012er Tournee performte Sie Cohens „Hallelujah“ in einer „atemberaubenden“ Version. 2014/ 2015 ist sie wieder auf Tournee. Helene Fischer ist mehr als nur Schlager…

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Foto: Christof Graf

Machen wir es kurz: Eine eindeutige Defintion dessen, was „Schlagermusik“ ist, gibt es nicht. Begriffsexplikationen darüber, was Populäre Musik ist, dagegen schon. Und diese Definition ist weitaus einfacher, als man denkt: Auf den gemeinsamsten Nenner gebracht, ist Pop Musik bzw. Populäre Musik eben „zeitgenössische Musik“. Damit wäre der Schlager eine Ausprägung davon. Helene Fischer, Schlager- und Popstar zugleich, weiß spätestens mit ihrem „Farbenspiel“ die Begriffe Schlager und Pop zu ihrem ganz eigenen Erfolgsprodukt zu kombinieren. Waren es anfangs die kleinen Hallen, dann die großen Theater, sind es nun 2014/ 2015 die Arenen und die Stadien, die sie durch gekonnte Inszenierung ihres Ichs und allem, was ihr künstlerisches Werk ausmacht, zu füllen weiß.

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Foto: Christof Graf

Laut Musikwissenschaftler Prof. Peter Wicke ist Pop-Musik eine „technisch rekontextualisierte Musik und somit prinzipiell jede Musikform … , … die einen ökonomisch rentablen Verbreitungsgrad erreichen kann“. Laut der österreichischen „Akademie der Wissenschaften“ ist „Popmusik“ lediglich „eine Sammelbezeichnung für die ursprünglich aus dem Amerikanischen stammenden populären Musikformen des 20. Jahrhunderts“. Populäre Musik (auch Populärmusik) bezeichnet dagegen „Unterhaltungsmusik, die seit dem Mittelalter einen integrierenden Bestandteil der europäisch-abendländischen Musikentwicklung darstellt“ und „mit der Aufklärung des ausgehenden 18. und mit der Ausprägung des bürgerlichen Konzertlebens im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ein Eigenleben zu führen beginnt“. Schlager sind dabei eher „leicht eingängige instrumentalbegleitete Gesangsstücke der Popmusik mit oft deutschsprachigen, weniger anspruchsvollen, oftmals auch sentimentalen Texten“.

Über Derartiges macht sich die derzeit und vielleicht sogar insgesamt erfolgreichste „Schlagersängerin“ Deutschlands überhaupt (über fünf Millionen verkaufte Tonträger), Helene Fischer, wohl eher keine Gedanken. Solche Gedanken machen sich eher ihre PR-Experten und Marketing-Agenten, wenn diese, ähnlich wie die „Microsoft Encarta“, Schlager sowohl als „einerseits kommerziell erfolgreiches Musikstück“ wie auch „andererseits als eine Gattung der Unterhaltungsmusik“ definieren. Deren Aufgabe ist es „einfachste musikalische Strukturen und triviale Texte, die an das Harmonie- und Glücksverlangen des Zuhörers appellieren“ für ihre Künstlerin zu schreiben. Denn selbst schreiben tut Frau Fischer eher nicht. Sie ist nicht Singer/ Songwriterin, eher Interpretin und Performerin.

Und das auf Platte, live, in den Medien und in der Öffentlichkeit. Helene Fischer ist seit 2013 omnipräsent. Seit der ZDF-Aufzeichnung der „Farbenspiel“-Premiere im Münchener Deutschen Theater im Herbst 2013 gab es unzählige TV-und Gala-Auftritte, eine ausverkaufte Hallen-Tournee 2014 und die bereits angekündigten Open Air-Stadien-Tournee-Daten für 2015.

2015 wird die dann 30jährige Fischer das Berliner Olympiastadion wahrscheinlich zweimal ausverkauft haben – und sie wird damit in einer Riege mit Tina Turner, Madonna und Pink stehen. Seit ihrer Fernsehpremiere 2005 wird die am 5. August 1984 als Jelena Petrowna Fischer in Krasnojarsk/ Sibirien, Sowjetunion, geborene Künstlerin genreübergreifend zum postmodernen Unterhaltungsprodukt fernab der Kategorien Schlager oder Pop produziert.

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Foto: Christof Graf

Die Künstlerin, die ihre Bühnenreifeprüfung als staatlich anerkannte Musicaldarstellerin beendete, sowie ihr Management machen jedoch nicht den Fehler, den fast alle „Stars & Sternchen“ im Schlager und Pop einmal erlebten, nämlich sich zu verbrennen! Woran? An allem! Am Erfolg, am Geld, an der Aufmerksamkeit, an der Gier, am Vergessenwerden, am Wiederaufstehen müssen! Diese Fehler werden – Gott sei Dank – nicht gemacht. Natürlich reißen und zerren alle an der publikumsnahen Künstlerin, zu der auch eine genrepassende Liason mit Schlagersänger Florian Silbereisen (seit 2008) gehört, und die immer wieder eine verkaufsträchtige Geschichte wert ist. Nein, solche Fehler werden vermieden. Hier passiert stattdessen etwas, was für Generationen von deutschen Schlagersängern tabu, verpönt oder einfach nur lächerlich war, nämlich Englisch zu singen. Noch dazu sang sie nicht nur, sie tanzte, performte, setzte Songs in Szene wie „Let Me Entertain You“ von Robbie Williams oder auch „Hallelujah“ von Leonard Cohen. „Atemlos durch die Nacht“ – das war der „Schlager-Schlüssel“ zur Masse, den alle mitsingen könnten, verstanden und einfach nur schön fanden; damit baute sie sich ihre Marketing-Plattform, von der aus sie alles machen konnte

http://www.youtube.com/watch?v=lnCKeMe7Izw

Seit dem 1. August 2014 profiliert sich Helene Fischer auch in anderen strategischen Geschäftsfeldern und launcht ihren ersten „Duft für Damen“. In der Münchner Event Location „Skylounge“ gab es die Duftpremiere des neuen Eau de Parfum THAT’S ME!. Mit dem Duft erfüllt sich Helene Fischer einen lange gehegten Traum und entführt ihre Fans in ihre ganz persönliche Duftwelt. Über ein Jahr dauerte die Entwicklung des THAT’S ME! Duftes, bei dem Helene Fischer nicht nur bei der Essenz des Duftes von Anfang an dabei gewesen ist, sondern auch den Flakon mitentwickelt hat. Sogar der Schriftzug auf dem Flakon zeigt Helenes Handschrift. Das Eau de Parfum THAT’S ME! wird in den Douglas Parfümerien und auf www.douglas.de erhältlich sein.

Sie hat also Vieles richtig gemacht auf ihrem Weg, die Grenzen zwischen Schlager- und Popmusik einzureißen – und vor allem ist sie Schritt für Schritt vorgegangen, hat alles generalstabsmäßig konzeptioniert, ist kaum von ihrem Plan abgewichen. Sie wiederholt sich nicht, verleugnet ihre Basis nicht, und sie weiß sich in allen Lagen in Szene zu setzen und im Markt als „Künstlerin der Vielseitigkeit“ zu positionieren. Hier werden wir alle Zeuge, wie sich eine deutschsprachige Künstlerin internationaler Konkurrenz stellt, dabei gewinnt und noch dazu ihre eigens gebaute Bühne mit eigenem Publikum und eigenen Produkten (und hoffentlich irgendwann auch eigenen Liedern) zunutze macht, um sich gegenüber anderen zu profilieren. Da Capo!

 Tourdaten 2014 & 2015:

27.09.2014 FRANKFURT, Festhalle Frankfurt,

28.09.2014 FRANKFURT, Festhalle Frankfurt,

05.11.2014 MANNHEIM, SAP Arena,

06.11.2014 MANNHEIM, SAP Arena,

02.06.2015 ROSTOCK, DKB Arena Rostock,

04.06.2015 HAMBURG, Imtech Arena,

05.06.2015 HAMBURG, Imtech Arena,

07.06.2015 HANNOVER, HDI Arena,

10.06.2015 FRANKFURT, Commerzbank-Arena,

13.06.2015 MÜNCHEN, Olympiastadion München,

15.06.2015 KÖLN, RheinEnergieSTADION,

16.06.2015 KÖLN, RheinEnergieSTADION,

18.06.2015 STUTTGART, Mercedes-Benz Arena Stuttgart,

20.06.2015 GELSENKIRCHEN, VELTINS-Arena Gelsenkirchen,

21.06.2015 GELSENKIRCHEN, VELTINS-Arena Gelsenkirchen,

23.06.2015 BASEL / SCHWEIZ, St. Jakob-Park,

25.06.2015 NÜRNBERG, Grundig Stadion,

27.06.2015 LEIPZIG, Red Bull Arena,

28.06.2015 LEIPZIG, Red Bull Arena,

02.07.2015 DRESDEN, Glücksgas Stadion Dresden,

04.07.2015 BERLIN, Olympiastadion Berlin, Konzert

Die aktuelle Setlist (gehört am 27.9.2014 in Frankfurt, Festhalle)

First part

Intro

Unser Tag

Und morgen früh küss ich Dich wach

Fehlerfrei

(Contains snippet of „Sexy … more)

Mitten im Paradies

In diesen Nächten

Wunder dich nicht

Nur wer den Wahnsinn liebt

Klassik Intermezzo

Lass jetzt los (Die Eiskönigin)

Vergeben, vergessen und wieder vertrau’n

Bring me to life

(Evanescence cover)

Feuerwerk

(With fire fountains onstage)

Second part

You’re the Voice

(John Farnham cover)

I Love Rock ’n‘ Roll

(Joan Jett and the Blackhearts cover)

Jump

(Van Halen cover)

Livin‘ on a prayer

(Bon Jovi cover)

Purple Rain

(Prince cover)

Mit keinem Andern

Klassik Intermezzo

Der Augenblick

Caruso

(Lucio Dalla cover)

Ein kleines Glück

Klassik Intermezzo

Marathon

Ich habe Fieber / Fever

(Peggy Lee cover)

Ich will immer wieder dieses Fieber spüren

Te Quiero

(Contains snippet of Snap’s „… more)

Fly

(Céline Dion cover)

My Heart Will Go On

(Céline Dion cover)

Von hier bis unendlich

Die Hölle morgen früh

(Contains snippet of „I got a … more)

Encore:

Phänomen

Atemlos durch die Nacht

2014 singt die Fischer das Leonard Cohen Cover „Hallelulujah“ also nicht, sang es aber bei ihrer 2012er Tournee u.a. am 13. und 14..11.2012 in der Hamburger O 2 – Arena:

Anbei die Setlist 2012:

1. Konzert-Teil

Allein im Licht

Mitten im Paradies

Hundert Prozent

Villa in der Schlossallee

Ich lebe jetzt

Sehnsucht

Tocka

(Sehnsucht in der russischen Version)

Für einen Tag

Disney Medley: Farbenspiel des Winds/ Die schöne und das Biest

Vergeben, vergessen und wieder vertrauen

(Im Rhythmus von Sweet dreams von Eurythmics)

Von hier bis unendlich

Grease Medley: Your’re the one that I want/ We go together/ Born to Hand Jive/ Greased Lightnin‘

2. Konzert-Teil

James Bond-Intro

Golden Eye

(Tina Turner cover)

Nur wer den Wahnsinn liebt

Nicht von dieser Welt

Das Karussell in meinem Bauch

(Instrumental)

Hallelujah

 (Leonard Cohen cover)

Du hast mein Herz berührt

Ich will spüren, dass ich lebe

Ewig ist manchmal zu lang

I Will Always Love You

(Dolly Parton cover)

Copilot

Euphoria

(Loreen cover)

Ich will immer wieder dieses Fieber spüren

Phänomen

Und morgen früh küss ich Dich wach

Encore:

Die Hölle morgen früh

Wär‘ heut‘ mein letzter Tag

Der Song ist auf dem Album „Für Einen Tag – Live 2012″ zu hören:

Audio CD (14. Dezember 2012)

Anzahl Disks/Tonträger: 2

Format: Doppel-CD

Label: EMI (Universal Music)

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Weitere Infos zur Tour unter:

Semmel Concerts Veranstaltungsservice GmbH
www.semmel.de

LIVE IN DUBLIN – … und das schrieb THE IRISH TIMES damals dazu

Keine Müdigkeit lässt Leonard Cohen erkennen, schrieb Kevin Courtney in The Irish Times am 12. September 2013. Es war der fünfte Besuch Leonard Cohens in sechs Jahren, der fünfte Besuch in Irland im Rahmen seiner Welttournee von 2008 – 2013.

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„Thank you for putting your household budget in jeopardy,“ sagte Leonard gleich nach dem ersten Song des Abends, „Dance Me to the End of Love“ zum Publikum.

Dann stellte Courtney fest: „This was the first of two nights at Dublin’s O2 – he performs again tonight – and though the docklands venue couldn’t hope to equal the atmosphere of his legendary concerts at the Royal Hospital in Kilmainham, Cohen did manage to turn the vast venue into a small, smoky jazz club for a couple of hours.

Kevin Courtney fragte in der The Irish Times: „So, what brings the crowds out year after year to see him? It’s the sheer quality, which hasn’t diminished with age?“, nicht ohne eine Antwort zu geben. – es ist seine Stimme: „His voice is pure liquid gold – with a dash of bourbon and just a dollop of guilt and self-loathing.“

„And his knees haven’t gone, either; many’s the time he gets down to beg forgiveness from someone he has wronged, or simply to genuflect at the wonder of it all.

Courtney  gefällt es, wenn Cohen die Worte ans Publikum richtet und zitiert: „I’m not quite ready to hang up my boxing gloves just yet,“ he tells the crowd. „I don’t know when we’ll meet again, but tonight we’ll give you everything we’ve got.“

And he does, delivering a lengthy set of classic songs. His trusty band were with him all the way, delivering virtuoso performances that did justice to Cohen’s magnificent back catalogue. Solos from violinist Alexandru Bublitchi, guitarist Mitch Watkins and laud player Javier Mas juxtaposed nicely with the gently undulating voices of Sharon Robinson and sisters Charley and Hattie Webb.

At the centre of it all, though, was Cohen’s seasoned voice, delving effortlessly into seldom-reached depths of the soul. And he sounds like he still means it – Bird On A Wire was sung with fresh passion and penance, while Come Healing proved that there’s redemption in this old sinner’s soul.

As long as Leonard Cohen keeps serving up his smooth nectar of timeless songwriting and skilled delivery, there’ll always be a welcome for him here.

Live in Dublin – VÖ: 28.11.2014 – Das ORIGINAL-Konzertplakat & PRESSE-Berichte zum Album-Mitschnitt

Das KONZERT-PLAKAT & PRESSE-STIMMEN zum Dubliner-Konzert vom 11./ 12. September 2013 in der Dubliner 02-Arena:

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Die beiden Dubliner Konzerte vom 11. und 12. september 2013 wurden wie auch sämtliche anderen Konzerte der welttournee frenetisch gefeiert. Anbei einige Presse-Stimmen:

„what brings the crowds out year after year to see him? It’s the sheer quality… His voice is pure liquid gold… As long as Leonard Cohen keeps serving up his smooth nectar of timeless songwriting and skilled delivery, there’ll always be a welcome for him here.“
— Kevin Courtney, The Irish Times, September 12, 2013

„What was really amazing was how he succeeded in making the giant space of the O2 into something that felt smaller- intimate even… The Webb sisters‘ version of ‚If it Be Your Will‘ was haunting as was Sharon Robinson’s ‚Alexandra Leaving‘ – these women are great singers… Once again our souls were spoiled with a Tower of Song from a giant of a man and we loved it. See you again next year hopefully!“
— Ellie Balfe, Entertainment.ie, September 12, 2013

„Sharon Robinson is as breathtaking as ever… The Webb Sisters continue to coat Cohen’s catalogue with exquisite harmonies… There are some exceptional musicians in this gang… memorable evening of elegant and peerless musicianship…“
— Chris Wasser, Herald, September 13, 2013

„Cohen…is in the form of his life… he offers reminder after reminder of his supreme talents as a songwriter. He dips into that extensive, career-spanning back catalogue and virtually every song is a success. His wonderful vocals and consummate showmanship are apparent…“
— John Meagher, Irish Independent, September 13, 2013

 

Mehr dazu auch unter Marie Mazurs Collection of Tour-Reviews:

http://www.webheights.net/speakingcohen/wt13reportindexeur.html