KW-12-2016: Hallelujah, kein Scherz, heute habe ich zum ersten Mal im Leben ein Tageszeitungsabonnement gekündigt. Ich liebe Tageszeitungen, aber der PFÄLZISCHER MERKUR wurde unerträglich. Das Fass zum Überlaufen brachte …
ein Artikel über den Tod von Lemmy Kilmister. Etwas schlechter Recherchiertes hatte ich bis dato nicht gelesen. Das war im Dezember 2015. Davor und danach wurde es nicht besser. Ich kündigte mein seit Jahrzehnte bestehendes Abo. Die Reaktion seitens der Tageszeitung war, die von mir gewünschte Bestätigung meines Kündigungsschreibens. Das für diese Fälle vorgedruckte Bestätigungsschreiben kam ca. 14 Tage später, mit der vorwurfsvollen Frage, ob ich es mir nicht nicht nochmal anders überlegen wollte (Wortlaut). CUSTOMER RELATIONSHIP MANAGEMENT sieht anders aus *schmunzel*. Hallelujah!
KW-12-2016: Wolfgang Niedecken hat heute Geburtstag und wird 65. Bei seinem neuen Album „Die beliebtesten Lieder 1976- 2016“, das am 6. Mai erscheint, ist auch ein Song von Leonard Cohen dabei.
Herzlichen Glückwunsch, Wolfgang. Heute wird Wolfgang Niedecken 65 Jahre alt. Der Kölner Musiker, Autor und bildender Künstler zeigt sich in diesem Jahr von seiner aktivsten Seite. Bereits Anfang des Jahres veröffentlichte er mit Niedeckens BAP, wie die Band seit 2014 wieder heißt, das 18. Studioalbum der Band: ein gelungener Auftakt zum 40. Jubiläumsjahr der 1976 gegründeten Band. Das Bandjubiläum ist ein willkommener Anlass, um mit einem Album der beliebtesten Lieder Rückschau zu halten und diese auf einer großen Jubiläumstournee den Fans einmal mehr live darzubieten (über 39 Termine bis Ende November). Wie gut die Songs von Wolfgang Niedecken sind, davon kann man sich auch ab dem 12. April in der preisgekrönten TV-Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ überzeugen, bei der Wolfgang Niedecken mit von der Partie ist.
Zum 40-jährigen Bandjubiläum von BAP erscheint am 6. Mai 2016 die Karriere-Retrospektive „Die beliebtesten Lieder 1976- 2016“. Die Standardausgabe besteht aus einer Doppel-CD (respektive zwei Doppel-Vinylausgaben) mit insgesamt 30 Songs von „Wahnsinn“ (1976) bis „Alles relativ“ (2016). Wolfgang Niedecken: „Die Auswahl der „Beliebtesten Lieder“ war ein Luxusproblem, denn längst nicht alle haben auf die beiden Tonträger gepasst. Ich habe mich bemüht objektiv zu sein, um einen Querschnitt zusammenstellen, der auch Leuten, die uns gegebenenfalls nach den 80ern aus den Augen verloren haben, den Wiedereinstieg erleichtert.“
Die drei CDs umfassende Deluxe-Version enthält auf der dritten CD etliche Coverversionen, die Wolfgang Niedecken und BAP im Laufe der Zeit aufgenommen haben, darunter Songs seiner Vorbilder Bob Dylan, Leonard Cohen und Bruce Springsteen sowie Duett-Versionen mit unter anderem Gentleman, Nina Hagen und Ray Davies von den Kinks. Eine auf 3000 Exemplare limitierte Fan Box enthält neben den drei CDs eine 7inch-Vinylsingle, die Replica der ersten BAP-Single „Chauvi Rock/Wahnsinn“, zwei BAP-Schnapsgläser, eine BAP Köln-Fahne, BAP-Aufnäher (angelehnt am CD-Artwork), eine Postkarte, die das Plakat der Plattenpremiere des ersten BAP-Albums im Kölner Stollwerck zeigt.
KW-12-2106: Leonard Cohen und … Wolf Wondratschek (Part II). „Mein Publikum ist mir nicht gefolgt“ von Christof Graf im ROLLING STONE Nr. 10/ 1999
Da ist es nun, das Interview, das ich 1999 mit Wolf Wondratschek führte. Zuvor gab es in DIE RHEINPFALZ einen Vorbericht, und nach der Lesung am Abend, nach dem nachmittäglichen Interview einen Nachbericht in der SAARBRÜCKER ZEITUNG.
Die Fotos habe ich – bis auf mein selbst gemachtes – aus urheberechtlichen Gründen geweisst.
Roger Cicero ist tot. Er stirbt an einem Hirnschlag.
Roger Cicero ist tot.
Roger Cicero plötzlich und vollkommen unerwartet verstorben – Familie und Freunde unter Schock, so lautet die Into seines Management ….am Dienstag nach Ostern.
Der 45 jährige Jazz Sänger hatte in den vergangenen Wochen zahlreiche Promotion- und TV Auftritte für sein Album Cicero sings Sinatra absolviert. Einen Tag nach seinem letzten Live-Auftritt im Bayerischen Fernsehen traten plötzlich akute neurologische Symptome infolge eines Hirninfarktes auf. Im Krankenhaus verschlechterte sich sein Zustand rapide. Roger Cicero verstarb am Abend des 24. März im Kreise seiner Lieben ohne das Bewusstsein wieder erlangt zu haben.
„Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt in erster Linie seiner Familie“ teilt das Management mit.
Roger Cicero wurde erst kürzlich mit seinen aktuellen Projekten CICERO SINGS SINATRA und THE ROGER CICERO JAZZ EXPERIENCE jeweils für einen Echo 2016 nominiert. Er hatte sich unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee im April gefreut.
Auf Wunsch der Familie bitten wir von Kondolenzbriefen Abstand zu nehmen. Roger Cicero würde sich sicher über eine Spende für die Organisation SAVE THE CHILDREN freuen, die er jahrelang unterstützt hat und die ihm sehr am Herzen lag.
KW-12-2016: Leonard Cohen und … Wolf Wondratschek. Wolf wer? Wondratschek. „Gesang“ am Ostermontag. Wo? Im SPIEGEL der Literatur.
Ostermontag. Frühstückstisch. Die Familie parliert. Gegen Ende schlage ich den SPIEGEL auf, der auf dem Küchentisch liegt, blättere darin und lese das Iggy Pop-Interview. Danach blättere ich die „LITERATUR“-Beilage des SPIEGEL, Ausgabe April 2016 durch. Schon auf der Titelseite freue ich mich auf das dort angekündigte Gedicht auf Seite 23. Als „… ein neues, alterssanftes Gedicht von Wolf Wondratschek, dem Rock-Poeten“ wird es angekündigt. „Gesang“ heisst es. Und ich lese es. Mehrmals. Ich spüre seinen Zauber. Den, den er immer vermochte mit Worten zu verbreiten. Und ich erinnere mich daran, dass er mein erster literarischer Held war. Gleich nach Karl May, Uderzo & Goscinni und Hermann Hesse. Ich gehe zu meinem Bücherschrank und blättere in meinen Lieblings-Wondtrascheks „Chucks Zimmer“ und „Früher begann der Tag mit einer Schusswunde“. Ich lese einige Gedichte, einige mehrmals. „Gesang“ hat heute nichts von dem verloren, was Wondratschek früher geschrieben hat. Der einzige Unterschied ist, dass die Auflagen von Wondtratscheks Bücher runtergegangen sind. Das sagte er mir schon vor zwanzig Jahren, als ich ihn kennenlernte, ihn auf Lesungen erlebte und ihn sogar einmal für den ROLLING STONE interviewte. Das ist wahrlich lange her. Die Lesung war angenehm, erinnere ich mich, das Interview weniger. Nein, ein Rock-Poet war er nie, das waren die Bob Dylans, Leonard Cohens, Lou Reeds und David Bowies. Lou Reed und David Bowie sind tot, denke ich mir. Leonard Cohen und Bob Dylan sind noch am Leben denke ich mir. Der letzte Gedanke ist schöner, dank Wondratscheks „Gesang“, der kein wirklicher ist, denn ein Rockpoet war er nie gewesen und wird er auch mit seinem „Gesang“ nicht, dafür aber einer der wohl wichtigsten Literaten Deutschlands der Populären Kultur. Ja, das ist er. Ein Literat der deutschen populären Kultur, aber ein Rockpoet nicht. Würde er ein Instrument beherrschen, hätte er der Lou Reed der deutschen Sprache werden können. Hatte er aber nicht und wurde er nicht. Wondratscheks „Gesang“ findet stumm statt. Eine Kunst, die Lou Reed nie beherrschte. Danke, dass ich dieser Kunst heute am Ostermontag am Frühstückstisch beiwohnen durfte. Ich schaue mal, wie lange ich brauche, um mein ROLLING STONE-Interview mit Wolf Wondratschek in meinem Archiv zu finden.
Der Artikel über eine Lesung Wondratscheks in DIE RHEINPFALZ war schneller zu finden. Er war zusammengefaltet im Buch „Früher begann der Tag mit einer Schusswunde“.
KW-11-2016: Rock`n`Roll trotz Terror. Roger Daltrey von „The Who“ ruft auf: Wir müssen mit unserem Leben weitermachen
Roger Daltrey von ‚The Who‘ hat seine Musikerkollegen dazu aufgerufen, trotz der Terrorattacken Konzerte nicht abzusagen. „Wir müssen mit unserem Leben weitermachen. Wir können uns davon nicht aufhalten lassen, sonst haben wir verloren. Terrorismus darf nicht gewinnen und wir können das nicht verantworten. Ganz einfach. Ruhig bleiben und weitermachen. So machen das die Briten“, sagt er, nachdem er von der Brüsseler Konzert-Absage von Mariah Carrey hörte.
KW-11-2016: Leonard Cohen und … Kuba (Part IV). Die Rolling Stones traten gestern am 25.3.16 vor über 500.000 Fans bei einem Gratiskonzert erstmals in Havanna/ Kuba auf und beschlossen damit ihre 2016er Südamerika-Tournee. Und was hat Leonard Cohen mit den Stones zu tun? Beinah wäre Roscoe Beck, Cohens musikalischer Direktor ein Rolling Stone geworden.
Fotos/ Havanna: Kiara Krüger
Fotos/ Rolling Stones: Christof Graf
Setlist in Havanna vom 25.3.16:
1.Jumpin‘ Jack Flash
2.It’s Only Rock ’n‘ Roll (But I Like It)
3.Tumbling Dice
4.Out of Control
5.All Down the Line
6.Angie
- Paint It Black
8.Honky Tonk Women
9. You Got the Silver (Keith Richards on lead vocals)
10. Before They Make Me Run (Keith Richards on lead vocals)
11. Midnight Rambler
12. Miss You
13. Gimme Shelter
14. Start Me Up
15. Sympathy for the Devil
16. Brown Sugar
Encore:
17. You Can’t Always Get What You Want
18. (I Can’t Get No) Satisfaction
2013 und 2014 stand er noch mit auf Tournee, 2016 nicht: Mick Taylor
KW-11-2016: Leonard Cohen en Belique – Leonard Cohen in Belgien – Auf seiner ersten Europa-Tournee 1970 trat Cohen nicht in Belgien auf, wohl aber auf seiner zweiten, nämlich am 16. April 1972. Die letzte Welttournee startete 2012 im belgischem Gent. 20013, am 30. Juni trat er zum letzten Mal in Belgien, in Brüssel, im Foret National auf.
Leonard Cohen live am 30. Juni 2013, Brüssel/ Belgien, Forest National
Foto: Christof Graf
Im Jahr zuvor eröffnete er die Europatournee mit fünf ausverkauften Konzerten im belgischen Gent:
12. August 2012, Ghent, Belgium, Sint-Pietersplein (First Night)
14. August 2012, Ghent, Belgium, Sint-Pietersplein (Second Night)
15. August 2012, Ghent, Belgium, Sint-Pietersplein (Third Night)
17. August 2012, Ghent, Belgium, Sint-Pietersplein (Fourth Night)
18. August 2012, Ghent, Belgium, Sint-Pietersplein (Fifth Night)
KW-11-2016: Leonard Cohen und … Kuba (Part 3). Der literarische Output in Form des Gedichtes: „The Only Tourist In Havanna Turns His Thoughts Homeward“
Mit dem von einem beissenden Sarkasmus geprägten Poem –> „The Only Tourist In Havanna Turns His Thoughts Homeward“, in dem er seine kubanischen Eindrücke schilderte, machte Cohen in dem 1964 erschienenen Gedichtband –> Flowers For Hitler seinen Gefühlen Luft. Von der Faszination des Gedankens, selbst zu töten oder getötet zu werden, ist in diesem Gedicht keine Rede mehr.
Quelle: ZEN & POESIE – Das Leonard Cohen – Lexikon, Veröffentlichunf im Juni 2016






















