KW-14-2019: Medizinischer Eingriff nach US-Tourabsage von Mick Jagger gut verlaufen. US Tournee der #ROLLING_STONES zwar abgesagt, aber #Mick_Jagger wohlauf.

Der letzte ROLLING STONES-Auftritt in Deutschland bis datO. Stuttgart 30. Juni 2018 (Foto: Christof Graf)

Mick Jagger hatte einen erfolgreichen medizinischen Eingriff und konnte eine Herz-Operation vermeiden, Heißt es in Quellen wie BILLBOASRD.  diese Woche und vermied anscheinend eine Herz-Operation. Es heißt: Ärzte konnten über einen Katheter auf die Herzklappe von Jagger durch seine Oberschenkelarterie zugreifen“.

Das Verfahren in einem unbekannten New Yorker Krankenhaus war weit weniger invasiv als eine Operation, obwohl Jagger engmaschig auf Komplikationen überwacht wird.

Die Nachrichten kommen Tage nach dem Bericht vom 1. April über die US-amerikanische Website Drudge Report, die am 1. April die Geschichte über die Herzklappenproblematik von Jagger brach. Diese Ankündigung folgte den Nachrichten der Rolling Stones vom 30. März, dass sie ihre bevorstehende Tour verschoben hätten . Drudges Geschichte hatte – richtig – behauptet, dass Jagger diese Woche ein New Yorker Krankenhaus betreten würde, um sich dem Verfahren zu unterziehen.

Die Operation weist normalerweise eine Erfolgsquote von 95 Prozent auf, und der 75-jährige Jagger, der sich in ausgezeichnetem Gesundheitszustand befindet, wird sich voraussichtlich vollständig erholen.

Die Stones sollen die US-Termine im Juli angeblich nachholen, um ihre 2019-No-Noise-Tour durch Nordamerika neu zu planen. [Am 4. April wurde bekannt, dass Fleetwood Mac die Stones als Headliner am 2. Mai beim Jazz Fest in New Orleans ersetzen wird.]

Die Rolling Stones hatten ihre „No Filter“ -Tour 2019 durch die USA und Kanada aufgrund einer unbekannten medizinischen Erkrankung von Mick Jagger verschoben. Die Gruppe gab die Ankündigung am Samstag, dem 30. März, um 9 Uhr morgens über ihre Social-Media-Plattformen bekannt.

Die 17-tägige Tour sollte am 20. April in Miami beginnen.

Die Absage klang wie folgt:

Leider mussten die Rolling Stones heute die Verschiebung ihrer bevorstehenden US / Canada-Tourdaten bekanntgeben. Wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten, die dazu führen, dass diejenigen, die Tickets für Shows haben, die Fans jedoch die bestehenden Tickets behalten möchten, da sie gültig sind für die neu geplanten Termine, die in Kürze bekannt gegeben werden.

Mick wurde von Ärzten darauf hingewiesen, dass er derzeit nicht auf Tour gehen kann, da er medizinisch behandelt werden muss. Die Ärzte haben Mick geraten, dass er sich vollständig erholen wird, damit er so schnell wie möglich wieder auf die Bühne kommen kann.

„Es tut mir allen unseren Fans in Amerika und Kanada mit Tickets so leid, ich hasse es wirklich, dich so im Stich gelassen zu haben. Ich bin am Boden zerstört, weil ich die Tour verschieben musste, aber ich werde sehr hart arbeiten, um so schnell wie möglich wieder unterwegs zu sein. Nochmals große Entschuldigung an alle. “- postete Mick Jagger

The complete statement:

Unfortunately today the Rolling Stones have had to announce the postponement of their upcoming US / Canada tour dates – we apologise for any inconvenience this causes those who have tickets to shows but wish to reassure fans to hold onto these existing tickets, as they will be valid for the rescheduled dates, which will be announced shortly.

Mick has been advised by doctors that he cannot go on tour at this time, as he needs medical treatment. The doctors have advised Mick that he is expected to make a complete recovery so that he can get back on stage as soon as possible.

“I’m so sorry to all our fans in America & Canada with tickets, I really hate letting you down like this. I’m devastated for having to postpone the tour but I will be working very hard to be back on the road as soon as I can. Once again, huge apologies to everyone.” – Mick Jagger

 

 

Die alten US/ KANADA-Tournee:

 

Apr 20 – Miami, FL – Hard Rock Stadium

Apr 24 – Jacksonville, FL – TIAA Bank Field

Apr 28 – Houston, TX – NRG Stadium

May 02 – New Orleans, LA – Jazz Fest

May 07 – Glendale, AZ – State Farm Stadium

May 11 – Pasadena, CA – Rose Bowl

May 18 – Santa Clara, CA – Levi’s Stadium

May 22 – Seattle, WA – CenturyLink Field

May 26 – Denver, CO – Mile High Stadium

May 31 – Landover, MD – FedEx Field

Jun 04 – Philadelphia, PA – Lincoln Financial Field

Jun 08 – Foxboro, MA – Gillette Stadium

Jun 13 – East Rutherford, NJ – Metlife Stadium

Jun 17 – East Rutherford, NJ – Metlife Stadium

Jun 21 – Chicago, IL – Soldier Field

Jun 25 – Chicago, IL – Soldier Field

Jun 29 – Oro-Medonte, ONT, Canada – Burl’s Creek Event Grounds

KW-14-2019: Heute, 5.4.2019 spielte Bob Dylan in Magdeburg – Von Berlin nach Magdeburg – Die hohe Kunst der Routine, ohne sich nur zu wiederholen

 

 

Magdeburg, Germany
GETEC Arena
April 5, 2019

 

1. Things Have Changed (Bob on piano)
2. It Ain’t Me, Babe (Bob on piano)
3. Highway 61 Revisited (Bob on piano)
4. Simple Twist Of Fate (Bob on piano and harp)
5. Cry A While (Bob on piano)
6. When I Paint My Masterpiece (Bob on piano and harp)
7. Honest With Me (Bob on piano)
8. Tryin‘ To Get To Heaven (Bob on piano)
9. Scarlet Town (Bob center stage)
10. Make You Feel My Love (Bob on piano and harp)
11. Pay In Blood (Bob on piano)
12. Like A Rolling Stone (Bob on piano)
13. Early Roman Kings (Bob on piano)
14. Don’t Think Twice, It’s All Right (Bob on piano and harp)
15. Love Sick (Bob on piano)
16. Thunder On The Mountain (Bob on piano)
17. Soon After Midnight (Bob on piano)
18. Gotta Serve Somebody (Bob on piano)
   
  (encore)
19. Blowin‘ In The Wind (Bob on piano)
20. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry
(Bob on piano)

 

KW-14-2019: Heute, 5.4.2019 vor 25 Jahren hat sich #KURT_COBAIN erschossen.„I’m sorry I couldn’t have spoken to the young man. I see a lot of people at the Zen Centre, who have gone through drugs and found a way out that is not just Sunday school. There are always alternatives, and I might have been able to lay something on him.“ #LEONARD_COHEN talks about #Kurt_Cobain – Infos about the song: #PennyRoyalTea

Baby, I`ve seen the future, it is murder“ (LEONARD COHEN)  & some „Pennyroyal Tea“ (NIRVANA) – LEONARD COHEN talks about #Kurt-Cobain – Infos about the song Nirvana war eine US-amerikanische Grunge-Band aus Aberdeen im Bundesstaat Washington. Nachdem die Band im Jahr 1987 gegründet wurde, erreichte sie Ende 1991 mit dem Song Smells Like Teen Spirit und dem Album Nevermind große Popularität. Sieben Jahre nach der Gründung löste sich die Band im Frühjahr 1994 im Zusammenhang mit dem Tod des Sängers und Songschreibers Kurt Cobain auf. Die Band verkaufte ca. 75 Millionen Tonträger.[1]

FRONTMANN Kurt Cobain

Kurt Donald Cobain (* 20. Februar 1967 in Aberdeen, Washington; † 5. April 1994 in Seattle, Washington) war ein US-amerikanischer Grungemusiker. Er wurde als Sänger und Gitarrist der Band Nirvana berühmt, für die er fast alle Lieder schrieb.

SONG

Pennyroyal Tea ist ein Lied der US-amerikanischen Grunge-Band Nirvana. Es ist das neunte Stück des dritten und letzten Studioalbums In Utero, das 1993 von Geffen-Records-Sublabel DGC veröffentlicht wurde. Das Lied sollte als dritte Singleauskopplung am 8. April 1994 veröffentlicht werden, doch nach dem unerwarteten Suizid des Frontsängers Kurt Cobain am 5. April 1994 wurde dieses Vorhaben verworfen.

Das im Englischen auch als „pennyroyal“ bezeichnete Küchenkraut Polei-Minze wird gelegentlich als Abortivum genutzt. In Cobains Journals, welche posthum im Jahr 2002 veröffentlicht wurden, gibt es einen Eintrag, welcher die Lieder des Albums erläutert. Die Erklärung für Pennyroyal Tea lautet schlicht: “herbal abortive… it doesn’t work, you hippie.

In einem Interview vom Oktober 1993 gibt Cobain einen umfassenderen Einblick in das Lied, das von einer Person handelt, die unter schwerer Depression leidet:

     “When I ask Cobain if ‘Penny Royal Tea’ is about indigestion, he half-laughs. ‘Penny royal tea is a herbal abortive,’ he says. ‘I threw that in because I have so many friends who have tried to use that, and it never worked. The song is about a person who’s beyond depressed; they’re in their death bed, pretty much.’ Cobain’s own bout with serious stomach pain was well documented last year. ‘Yeah, it did rub off on the song,’ he admits. And I couldn’t help noticing the ‘Canadian’ reference to a Leonard Cohen afterworld. ‘That was my therapy, when I was depressed and sick. I’d read things like Malloy Dies [sic] by Beckett, or listen to Leonard Cohen, which would actually make it worse,’ he laughs.”

 

„Als ich Cobain fragte, ob Pennyroyal Tea von Verdauungsstörung handelt, lachte er. „Pennyroyal Tea ist ein pflanzliches Mittel zum Schwangerschaftsabbruch“, sagte er. „Ich warf es ein, weil ich so viele Freunde habe, welche es ausprobiert haben, und es hat nie funktioniert. Das Lied handelt von einer Person, welche äußerst depressiv ist; sie sind in ihrem Totenbett, so ziemlich.“ Cobains eigene Anfälle von schweren Magenschmerzen wurden letztes Jahr gut dokumentiert. „Yeah, es hat auf das Lied abgefärbt.“ gab er zu. Und ich kam nicht umhin, den ‚kanadischen‘ Verweis auf Leonard Cohens Jenseits zu erwähnen. „Das war meine Therapie, wenn ich depressiv und krank war. Ich las Sachen wie Malone stirbt von Beckett oder hörte Leonard Cohen, was es eigentlich nur noch schlimmer machte.“ lachte er.“

 

LEONARD COHEN

, der in dem Lied namentlich erwähnt wird, äußerte sich im September 1994 gegenüber der englischen Tageszeitung The Guardian wie folgt:

    „I’m sorry I couldn’t have spoken to the young man. I see a lot of people at the Zen Centre, who have gone through drugs and found a way out that is not just Sunday school. There are always alternatives, and I might have been able to lay something on him.“

     „Ich bedauere, dass ich nicht zu diesem jungen Mann sprechen konnte. Ich sehe eine Menge junger Leute im Zen-Center, die Drogen genommen und einen Weg heraus gefunden haben, der nicht nur Kindergottesdienst ist. Es gibt immer Alternativen, und ich hätte ihm möglicherweise helfen können.“

KW-14-2019: Kein Babylon in Berlin – Bob Dylan in der Hauptstadt – Von Würzburg nach Berlin – Heute, 4.4.19 – Die hohe Kunst der Wiederholung, ohne nur routiniert zu wirken

 

Berlin, Germany
Mercedes-Benz Arena
April 4, 2019

 

1. Things Have Changed (Bob on piano)
2. It Ain’t Me, Babe (Bob on piano)
3. Highway 61 Revisited (Bob on piano)
4. Simple Twist Of Fate (Bob on piano and harp)
5. Cry A While (Bob on piano)
6. When I Paint My Masterpiece (Bob on piano and harp)
7. Honest With Me (Bob on piano)
8. Tryin‘ To Get To Heaven (Bob on piano)
9. Scarlet Town (Bob center stage)
10. Make You Feel My Love (Bob on piano and harp)
11. Pay In Blood (Bob on piano)
12. Like A Rolling Stone (Bob on piano)
13. Early Roman Kings (Bob on piano)
14. Don’t Think Twice, It’s All Right (Bob on piano and harp)
15. Love Sick (Bob on piano)
16. Thunder On The Mountain (Bob on piano)
17. Soon After Midnight (Bob on piano)
18. Gotta Serve Somebody (Bob on piano)
   
  (encore)
19. Blowin‘ In The Wind (Bob on piano)
20. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry
(Bob on piano)

 

KW-14-2019: Bob Dylan`s Deutschlandtournee 2019: Von Düsseldorf nach Würzburg – Ohne Veränderung in der Setlist – Wie Veränderung anders und Wiederholung neu klingen können

 

 

Wurzburg, Germany
s.Oliver Arena
April 2, 2019

 

1. Things Have Changed (Bob on piano)
2. It Ain’t Me, Babe (Bob on piano)
3. Highway 61 Revisited (Bob on piano)
4. Simple Twist Of Fate (Bob on piano and harp)
5. Cry A While (Bob on piano)
6. When I Paint My Masterpiece (Bob on piano and harp)
7. Honest With Me (Bob on piano)
8. Tryin‘ To Get To Heaven (Bob on piano)
9. Scarlet Town (Bob center stage)
10. Make You Feel My Love (Bob on piano and harp)
11. Pay In Blood (Bob on piano)
12. Like A Rolling Stone (Bob on piano)
13. Early Roman Kings (Bob on piano)
14. Don’t Think Twice, It’s All Right (Bob on piano and harp)
15. Love Sick (Bob on piano)
16. Thunder On The Mountain (Bob on piano)
17. Soon After Midnight (Bob on piano)
18. Gotta Serve Somebody (Bob on piano)
   
  (encore)
19. Blowin‘ In The Wind (Bob on piano)
20. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry
(Bob on piano)
Quelle: http://www.boblinks.com/040219s.html

 

KW-14-2019: A bow to the audience – Bob Dylan`s 2019 Europe-Tour-start in Düsseldorf/ Germany – Eine Verbeugung vor dem Publikum – Im Glanz der Dunkelheit

Foto: Christof Graf

  1. Setlist
  2. Concertreview
  3. Bandmembers
  4. Concertposter

 

March 31, 2019

 

1. Things Have Changed (Bob on piano)
2. It Ain’t Me, Babe (Bob on piano)
3. Highway 61 Revisited (Bob on piano)
4. Simple Twist Of Fate (Bob on piano and harp)
5. Cry A While (Bob on piano)
6. When I Paint My Masterpiece (Bob on piano and harp)
7. Honest With Me (Bob on piano)
8. Tryin‘ To Get To Heaven (Bob on piano)
9. Scarlet Town (Bob center stage)
10. Make You Feel My Love (Bob on piano and harp)
11. Pay In Blood (Bob on piano)
12. Like A Rolling Stone (Bob on piano)
13. Early Roman Kings (Bob on piano)
14. Don’t Think Twice, It’s All Right (Bob on piano and harp)
15. Love Sick (Bob on piano)
16. Thunder On The Mountain (Bob on piano)
17. Soon After Midnight (Bob on piano)
18. Gotta Serve Somebody (Bob on piano)
   
  (encore)
19. Blowin‘ In The Wind (Bob on piano)
20. It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry
(Bob on piano)
   

Quelle:

http://www.boblinks.com/033119s.html

 

Eine Verbeugung vor dem Publikum – Im Glanz der Dunkelheit

Gut wie lange nicht mehr – Bob Dylans Europatourstart 2019 in Düsseldorf

– Eine Verbeugung vor dem Publikum –

Gestern startete Bob Dylan mit seinem ersten Konzert im Jahre 2019 seine Europatournee in Düsseldorf. Die Erwartungshaltungen des mittlerweile Generationen übergreifenden Publikums sind bei dem im Mai 2019 78 Jahre alt werdenden Dylan immer groß. In Düsseldorf wurden sie erfüllt. Seine Stimme war ungewohnt glasklar, seine Band – von fünf auf vier Begleitmusiker dezimiert- , wie seit Jahren in bester Spiellaune und das Konzert mit 20 Songs dauerte sogar knapp zwei Stunden. Soviel zum Fazit vorab.

Vorab aber waren in der ehemaligen Düsseldorfer Philipshalle zunächst einmal Stravinsky und warnende Worte aus den Lautsprechern zu hören. Man solle auf gar keinen Fall Film- oder Tonaufnahmen jeglicher Art von dem Konzert oder dem Künstler machen. Die Ordner, eigentlich mehr „Wachleute“ benahmen sich dann auch mehr wie Aufseher, denn Security. Das Publikum, das sie bewachten und sofort mit grellen roten Scheinwerfern blendeten , sobald es jemand wagte auch nur ein Smartphone in die Hand zu nehmen, nahm es genervt hin. Die Tatsache, daß jene, die überwacht werden mit ihren teuren Eintrittsgeldern auch den Arbeitsplatz des unfreundlichen Aufsichtspersonals mitfinanzieren, bekommt der Bewacher in seinem sechswöchigen „Security-Lehrgang“ nicht vermittelt. – Die Kenntnisse darüber, was man „social skills“ und Umgangsformen nennt, wird übrigens auch nicht vermittelt. Doch zurück zum angenehmen Teil des Abends.

 

Der begann pünktlich um 20.00 Uhr. Das Saallicht ist aus. Stravinskys Musik läuft noch einen Moment, bevor die Bühne von sechs vom Bühnenhimmel herabhängenden Hollywood-Scheinwerfern in ein ganz zartes Dunkelgelb gefärbt wird. Stuart Kimball ist nicht mit dabei. Sein Akustik-Intro zum seit Jahren avancierten Dylan-Opener „Things Have Changed“ weicht einem zum Licht passenden ebenso zarten Pianospiel von Bob Dylan, bevor er die erste Songzeile „A worried man with a worried mind/ No one in front of me and nothing behind“ singt und alle erkennen dürfen, daß es auch wirklich „Things Have Changed“ ist.

Dylan, endlich mal nicht im Fantasy-Look eines Mississippi-Dampfer-Kapitäns, in schwarzer Lederhose, schwarzem Hemd, weißem Gürtel und heller Jacke im 80er-Schnitt setzt sich zunächst einmal für drei Songs ans Grand Piano und verharrt im Glanz der Dunkelheit.

Nach den Songs („It Ain`t Me, Baby“, „Highway 61 Revisited“ und „Simple Twist Of Fate“), die er wohl gefühlt ein paar Tausend Mal in seinem Leben gesungen hat, weicht dem Gelb ein dunkles Rot und Dylan übt sich im Sprechgesang. „With a neon burnin‘ bright/ He felt the heat of the night/ Hit him like a freight train/ Moving with a simple twist of fate“ flüstert er ins Mikrofon und bedient sich erstmals an diesem Abend seiner Mundharmonika. Die tief eingesogene Luft und das, was Dylan daraus macht, wirken wie ein Beil, das die zwei Seiten einer Münze von Interpretationsmöglichkeiten spalten möchte.

Egal, ob die einen einem Mann, der über einen One-Night-Stand poetisch nachdenkt, zuhören oder andere die Trennung zweier Menschen beschrieben hören, es bleibt der Mann, der über den Verlust einer Frau sinniert. Dylan läßt an diesem Abend einmal mehr an der Interpretationsvielfalt seiner Songs teilhaben.

Bei „Cry A While“ wirkt der Geschichtenerzähler wieder mehr wie ein Rocker. Als er begann, „When I Paint My Masterpiece“ anzustimmen schreit er wieder in seine Mundharmonika. Eigentlich will er keinen Song wie früher spielen. Nun, das wollte er und tat er noch nie. Doch bei diesem ersten 2019er Konzert als Fortsetzung der seit nunmehr über 30 Jahre währenden Neverending-Tour, ist er dabei so konsequent wie kaum zuvor.

Kein Song ähnelt wirklich seinem Original. Ok, Dylan liebt seit Jahrzehnten die Destruktion seines eigen Liedgutes und sein Publikum hat erst nach den ersten Textzeilen die Chance, das Ursprungslied als dieses zu identifizieren, aber was Dylan bei seinem Tourauftakt 2019 offeriert, ist wahrlich mehr als eine Rapture. Dylan entrückt seinen Mythos wieder einmal für die Ewigkeit, ebenso wie auch seine mittlerweile über ein halbes Jahrhundert alten Songs, scheinbar für die Ewigkeit geschrieben sind. Niemand stört das. Am wenigsten stört es ihn selbst. Dylan ist „Honest With Me“, bevor er ein Unternehmen namens „Tryin To Get To Heaven“ in Szene setzt. Alle dieser Song-Unternehmungen klingen wie Reisen: Reisen durch die Jahrzehnte, in den diese Songs schon gespielt wurden. Reisen durch Bob Dylan Innerstes und Reisen durch die Erinnerungen seiner Zuhörer, deren „Soundtrack oft the life“ diese Songs waren. Und je mehr Dylan diese Songs verändert, umso mehr verjüngt er damit seine Publikum und sich selbst. Ein wahrer kunstvoller wie messias`scher Akt.

Überhaupt wirkt das Publikum auch mehr wie eine Schar von Pilgern anstatt wie eine Rockgemeinde. Pilger, die sich angesichts ihres Hohepriesters in einem Tempel versammelten, um seinen Predigten zu ehren. Alle sitzen andächtig und lauschen den Worten des Messias, den sie schon seit Jahrzehnten verehren. Auch die Zeiten, in denen man bei den letzten beiden Zugaben aufstand, klatschte und mitschrie, scheinen vorbei. Dylans Publikum in Düsseldorf klatscht im Sitzen. Dylan hat es nicht nur geschafft seine Songs zu variieren, er modifizierte auch sein Publikum. Es ist still, hört zu, bleibt sitzen.

Auch Dylan sitzt 2019 die meiste Zeit des Konzertes. Nur wenige Songs, vor allem die etwas schnelleren, verbringt er stehend am Piano.

„Scarlet Town“ ist der einzige Song, den er wirklich stehend und nicht am Piano, dafür neben Tony Garnier stehend, sich fast am Mikrofonständer festhaltend, absolviert. Für kurze Momente, gibt er den tänzelnden Entertainer. Ja, Zeiten, in denen er wie noch 2017 einige Songs aus den „Shadows in The Night“- und „Fallen Angels“-Alben Sinatra-mäßig interpretierte, scheinen vorbei. Die „Sinatra-Phase“ ist, wie so viele andere zuvor schon, nun auch abgeschlossen. Ja, Robert Zimmermann scheint bei sich angekommen zu sein, scheint auch spätestens in der Mitte seines Konzertes bei „Make You Feel My Love“ in seiner eigenen Mitte angekommen zu sein. Die Bühne wirkt wie ein Stück „Alt-Hollywood“. Die sechs großen Scheinwerfer sind fast aus, ein paar kleine, wie Baustellenlampen wirkenden noch etwas Restlicht schenkende Quellen, verpassen der Bühne Studio-Atmosphäre. Dylan sitzt also am Klavier, klimpert vor sich hin und erzählt Geschichten von früher. Seine vier musikalischen Weggefährten legen ihm einen flauschigen unaufdringlichen Klangteppich, der nie, auch nicht bei den „lauteren“ Songs, aufdringlich, wirkt. Sie lassen dem alten Barden Spielraum. Er bestimmt Lautstärke und Tempo. Rhytmusinstrumente wie Bass und Schlagzeug passen sich seinem Sprechrhythmus an. Auf das „Groonen“ verzichtet er ganz.

Der Sage nach ist „Pay In Blood“ ein religiöser Song mit Bezug zum Alten Testament. „Sooner or later you make a mistake, I’ll put you in a chain that you never will break/ Legs and arms and body and bone/ I pay in blood, but not my own“, singt Dylan darin in der zweiten Strophe. Dylan offeriert seine eigene Interpretation von „Zahn um Zahn, Auge um Auge“ und hat seinen jüdisch-christlichen Wurzeln längst abgeschworen, wenn er meint, daß der Mensch sein Schicksal selbst in der Hand hat.

Die Fragen, wie es sich nun anfühle, allein zu sein, heimatlos, unbekannt, stellt Dylan in diesem Jahr (auch) nicht als Zugabe, sondern schon im zwölften Song. Getreu dem Motto:  „A rolling stone gathers no moss” („Ein rollender Stein setzt kein Moos an“) macht er auch beim 2987ten Konzert seiner Never-Ending Tour den 1965 im Alter von 24 Jahren geschrieben Song, der als einer der einflussreichsten Rocksongs überhaupt gilt, zur ersten vorsichtigen Mitsing-Hymne. Doch auch diese Version, hat nichts mehr mit dem Original zu tun. Dylan bleibt sich nur in seiner Veränderungssuche und in seinem Variantenreichtum an Interpretationen treu. Auch bei Blues-Rock-Nummern wie „Early Roman Kings“, alten und neuen Balladen („Don`t Think Twice“ und „Love Sick“) oder beim sagenhaften „Thunder On The Mountain“, das nach dem stakkatoartigen „Love Sick“ beeindruckt, wird schnell deutlich: Egal, aus welcher Zeitepoche Dylan wirklich herausgefallen ist, egal, aus welcher Dekade er rezitiert, egal aus welcher Phase er vorträgt, Bob Dylan ist nie Performer. Er performt weder seine Songs, noch sich selbst, er hat noch nicht einmal mehr Freude daran, seinen eigenen Mythos einer nie enden wollenden Rapture zu unterwerfen. 2019, setzt sich Dylan, begleitet von vier ihn unterstützenden Musikern einfach nur ans Klavier und erzählt von Liedern, die er einst einmal ganz anders klingen ließ und schafft damit aus Altem etwas Neues. Vielleicht hat er auch für den Geist, der hinter all dem, was sein Liedgut, Wortgut und Gesamtwerk ausmacht, steht, den Nobelpreis für Literatur erhalten. Zurecht, denn in Düsseldorf 2019 zweifelte daran wohl niemand.

 

„Soon after Midnight“ und „Gotta Serve Somebod“ sind die letzten zwei Songs vor der Zugabe, die mit „Blowin In The Wind“ und „It Takes A Lot To Laugh, It Takes A Train To Cry“ gibt. Früher stellte er sich zwischen Konzertende und Zugabe mit seinen Musikern nochmal brav für den Abschlußapplaus auf, bevor er die Bühne verließ. Das tat er dann nochmal nach der absolvierten Zugabe. 2019 tat er das nur einmal, ganz kurz nach den letzten Zeilen des letzten Liedes: „Well, I want to be your lover, baby, I don’t want to be your boss/ Don’t say I never warned you when your train gets lost.“ 2019 nahm er mit seiner Band aber nicht nur den Applaus entgegen, 2019 verbeugte er sich vor seinem Publikum, – ganz kurz, aber tief und authentisch und stellte sich für einen kurzen Moment aus dem Glanz der Dunkelheit in das Licht der Bühnenscheinwerfer. Dylan war in Düsseldorf ganz nah bei sich selbst und bei seinem Publikum.

 

3. Band Members
Bob Dylan – piano
Tony Garnier – bass
George Recile – drums
Charlie Sexton on lead guitar
Donnie Herron – violin, banjo, electric mandolin, pedal steel, lap steel

 

4. Concertposter