KW-21-2026: “As far as I know, no one else comes close to this in modern music. His gift or genius is in his connection to the music of the spheres.” ~ Bob Dylan on Leonard Cohen
more about Dylan & Cohen in the book:
Vol. 12 – Bob Dylan – On The Road – Never Ending Tour 1988 – 2021
KW-21-2026: Once Upon a time … Bob Dylan live in Bangor/ Maine 09/05/25 – Happy 85th birthday on 05/24/2026
photo: Christof Graf
Once Upon a time … Bob Dylan live in Bangor/ Maine
09/05/25 – Bangor, Maine – Maine Savings Amphitheater
Es war einmal in Bangor/ Maine. Bob Dylan war beim dritten Leg von Willie Nelsons „10th Anniversary Outlaw-Festival“ dabei. Die Stadt ist u.a. bekannt dafür, dass man dort Stephen Kings House besichtigen kann, wenn auch nur von außen. Der 5. September 2025 war ein kühler, windiger und teils verregneter Freitag.
Bevor Willie Nelson den Abend als musikalisches Highlight beendete, spielte Dylan ein Set von ca. 75 Minuten und 17 Songs. Das Publikum im fast ausverkauften „Maine Savings Amphitheater“ war von Dylans Auftritt etwas enttäuscht. Warum? Dylan versteckte sich quasi hinter seinem Piano, trug eine Regenjacke, Schal und einen Hoodie. Er stand kaum auf und man hatte kaum eine Chance ihn zu sehen. Hin und wieder erhob er die Hand und winkte kurz ins Publikum. Das Konzert war trotz herbstlicher Temperaturen. Der Opener „Masters Of War“ lies jedoch schnell erkennen: Bob Dylan war musikalisch in guter Stimmung und der Gig wurde zu einem seiner besten auf der 2025er Outlaw – Festival-Tour. Nur zu sehen bekam man ihn so gut wie nicht. Die kleinen leuchtenden Tannenbäumchen auf dem Piano erschwerten zu dem die Sicht auf eine Legende, die sich sichtlich und zunehmend ihrer optischen Wahrnehmung entzieht.
Once upon a time in Bangor, Maine. Bob Dylan was present at the third leg of Willie Nelson’s „10th Anniversary Outlaw Festival“. The city is known for the fact that you can visit Stephen King’s House there, even if only from the outside. September 5, 2025 was a cool, windy and partly rainy Friday.
Before Willie Nelson ended the evening as a musical highlight, Dylan played a set of about 75 minutes and 17 songs. The audience in the almost sold-out „Maine Savings Amphitheater“ was a bit disappointed by Dylan’s performance. Why? Dylan hid behind his piano, wearing a rain jacket, scarf and hoodie. He hardly got up and you hardly had a chance to see him. Every now and then he raised his hand and waved briefly to the audience. The concert was despite autumnal temperatures. However, the opener „Masters Of War“ quickly made it clear: Bob Dylan was musically in a good mood and the gig became one of his best on the 2025 Outlaw festival tour. But you hardly got to see him. The small glowing fir trees on the piano also made it difficult to see a legend that visibly and increasingly eludes its visual perception.
Setlist:
| 1. | Masters Of War (Bob on piano) |
| 2. | I Can Tell (song by Samuel Smith) (Bob on piano) |
| 3. | Forgetful Heart (Bob on piano) |
| 4. | Axe and the Wind (song by George „Wild Child“ Butler) (Bob on piano) |
| 5. | To Ramona (Bob on piano) |
| 6. | Gotta Serve Somebody (Bob on piano) |
| 7. | Under The Red Sky (Bob on piano) |
| 8. | I’ll Make It All Up To You (song by Charlie Rich) (Bob on piano) |
| 9. | All Along The Watchtower (Bob on piano) |
| 10. | ‚Til I Fell In Love With You (Bob on piano) |
| 11. | Desolation Row (Bob on piano) |
| 12. | Love Sick (Bob on piano) |
| 13. | Share Your Love With Me (song by Alfred Braggs and Deadric Malone) (Bob on piano) |
| 14. | Blind Willie McTell (Bob on piano) |
| 15. | Soon After Midnight (Bob on piano) |
| 16. | Highway 61 Revisited (Bob on piano) |
| 17. | Don’t Think Twice, It’s All Right (Bob on piano) |
Band:
Bob Dylan – piano, harp
Tony Garnier – electric and standup bass
Anton Fig – drums
Bob Britt – acoustic guitar, electric guitar
Doug Lancio – acoustic guitar, electric guitar
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Deutschland-Tourstart 2026 im Ehrenhof des Residenzschlosses/ Rastatt
Photos: Prof. Dr. Christof Graf
Nach über 10 Jahren kommen MARILLION im Sommer 2026 erstmals auf große Sommertour nach Deutschland. Das Urgestein und Flagschiff der Prog Szene wird das Beste aus 47 Jahren und 20 Studio-Alben präsentieren. Am Samstag, 4. Juli 2026, wird die Band um 20.30 Uhr auch in Rastatt im Ehrenhof des Residenzschlosses die Fans begeistern.
MARILLION sind ein Kunstwerk, eines der Wenigen, die ein Feuerwerk aus Sound & Licht abbrennen, während andere Bands vergleichbarer Größe nur eine Standard-Rockshow zeigen. Jede Show ist voller Emotionen und etwas Besonderes. Es gibt nur wenige Bands die ein so großes Live Repertoire spontan abrufen und die Setlisten jeden Abend ändern können.
MARILLION haben sich nach dem Abgang von Fish neu erfunden und ihren neuen Weg mit Steve Hogarth konsequent bis heute fortgesetzt. Die Band, 1979 als „Silmarillion“ (nach dem Buch von Tolkien) gegründet, konnte sich mit Frontmann Fish als eine der einflussreichsten Bands des Neo-Prog etablieren, einer in den 1980er Jahren aufblühenden Form des Progressive Rock. In dieser bis 1988 anhaltenden Formation erschienen vier Alben, darunter „Misplaced Childhood“ mit den beiden größten Single-Erfolgen der Band, „Kayleigh“ und „Lavender“.
Nach der Trennung von Fish entschlossen sich die vier Kernmitglieder, die seit 1984 zusammengespielt hatten, mit Steve Hogarth als Sänger weiterzumachen. Mit Steve Hogarth schlug MARILLION eine deutlich andere Richtung ein. Nach der Trennung von ihrer bisherigen Plattenfirma führte die Band ein völlig innovatives Geschäftsmodell ein: Um die Alben eigenständig produzieren zu können, ohne dass eine Plattenfirma involviert sein musste, ließ man sie sich von den Fans etliche Monate im Voraus vorfinanzieren. Damit erfand die Band effektiv das Crowdfunding. Als Belohnung bekamen die Vorbesteller zusätzliches Material
Steve Hogarth, seit 1989 Frontman der Band, ist ein Bühnen-Monster, der mit seinem einzigartigen Gesang, seiner Energie und Power jedes Publikum in seinen Bann zieht und mitreißt. Die Band feierte 2023 in dieser Besetzung ihr 35-jähriges Jubiläum und zeigt, dass man abseits der Mainstream-Pfade Jahrzehnte bestehen kann. Wer hätte das nach dem Abgang von Fish 1987 gedacht.
MARILLION haben in jeder Dekade ein herausragendes Album veröffentlicht. In den 80ern war das „Misplaced Childhood“ in den 90ern „Brave“. 2004 folgte „Marbles“, gefolgt von „F.E.A.R.“ im Jahr 2016. Im März 2023 erschien ihr 20stes Studioalbum mit dem sehr zeitgemäßen Titel: „An Hour Before It´s Dark“, das von den Kritikern zurecht abgefeiert wird.
MARILLION scheinen sich an ihrem kreativen Höhepunkt zu befinden und sind noch hungrig ihre bis zu 17 Minuten langen Songs dem Publikum in einer unglaublichen Perfektion zu präsentieren.
Allgemeiner Vorverkaufsstart ist am 28. September um 10 Uhr. Karten gibt es bei den Geschäftsstellen der Tageszeitungen, online auf www.provinztour.de und bei allen weiteren bekannten Vorverkaufsstellen.
Ticket-Hotline: 01806/570070 (0,20 €/Anruf inkl. MwSt aus den Festnetzen, max. 0,60 €/Anruf inkl. MwSt aus den Mobilfunknetzen)
Rollstuhlfahrerplätze und Eintrittskarten für Menschen mit 100% Schwerbehinderung und der gleichzeitigen Notwendigkeit einer Begleitperson sind ausschließlich beim Veranstalter Provinztour unter Tel. 07139/547 oder ticket@provinztour.de erhältlich.
KW-21-2026: U1 & U4 = Umschlagseiten vom Buch „OPEN AIR – 40 jahre Rock am Ring-Geschichte(n) (1985-2025)
KW-21-2026: Rock am Ring 2026 naht…. und Bush treten zum dritten Mal bei „Rock am Ring“ auf. Zuvor gibt es mit dem neuen Album „I beat loneliness“ etwas auf die Ohren – Christof Graf`s Interview mit Gavin Rossdale via ZOOM.
KW-21-2026: Gavin Rossdale von #Bush über #LeonardCohen : im Interview mit Christof Graf, in : HÖRERLEBNIS-Magazin No. 135/ 2026, S. 116
KW-20-2026: 17. Mai 2026 – Udo Lindenberg wird 80 Jahre – Happy Birthday !
…. er feiert nicht nur Geburtstag, er ist auch mit 1 von knapp 1000 Fotos in meinem zweiten Rock am Ring-Buch* enthalten: Gehab Dich wohl, Udo* …
* taken from the book
KW-20-2026: Über die Pflege der Legende von David Bowie und seiner Liebe zu Literatur – „Heroes“ – Alexander Scheer singt Bowie in der Alten Oper Frankfurt
Zwischen Literatur, Lichtgestalten und Lebenshunger: Alexander Scheer singt Bowie in der Alten Oper Frankfurt
14. Mai 2016. Alte Oper Frankfurt a.M. Es gibt Tribute-Abende, die funktionieren wie gut geölte Nostalgie-Maschinen. Man hört die großen Hits, sieht ein paar projizierte Fotos, klatscht bei den bekannten Refrains und geht mit dem beruhigenden Gefühl nach Hause, dass die Vergangenheit wenigstens musikalisch noch existiert. Und es gibt Abende wie „HEROES – Alexander Scheer singt David Bowie“ in der Alte Oper Frankfurt, die genau das verweigern. Kein Karaoke der Erinnerung, kein Bowie-Museum, sondern ein zweistündiger Versuch, die innere Temperatur eines Künstlers wiederzufinden, dessen Werk bis heute zwischen Glamour, Abgrund und radikaler Selbstverwandlung oszilliert.
Schon beim Betreten des Großen Saals lag eine eigentümliche Spannung in der Luft. Das Publikum war so heterogen wie Bowies Werk selbst: ältere Fans, die seine Berliner Jahre noch bewusst erlebt haben dürften, Theaterpublikum, Indie-Hörer, neugierige Literaturmenschen. Die Alte Oper erwies sich dabei als idealer Ort für diesen Abend. Anders als die großen Mehrzweckhallen, deren Akustik in Frankfurt oft kritisiert wird, besitzt der Saal jene kontrollierte Wärme, die Musik atmen lässt. Gerade in den leisen Momenten wurde deutlich, wie sehr dieser Raum auf Nuancen reagiert.
Alexander Scheer betrat die Bühne nicht wie ein Rockstar. Eher wie ein Schauspieler, der eine Figur beschwört, ohne sie imitieren zu wollen. Und genau darin lag die größte Stärke des Abends. Scheer versucht zu keinem Zeitpunkt, David Bowie zu kopieren. Er übernimmt weder Gestik noch Stimme, weder die berühmte Distanz noch das kalkulierte Außerirdische. Stattdessen nähert er sich Bowie von innen. Seine Interpretation basiert auf Textverständnis, auf Haltung, auf emotionaler Wucht.
Schon die ersten Songs machten klar, dass hier nicht bloß eine Setlist abgespult wird. Die Band spielte mit rauer Präzision: Fee Aviv Dubois an der Gitarre setzte schneidende, oft fast expressionistische Akzente, während Steve Patutas Keyboards immer wieder jene schimmernden Klangflächen erzeugten, die sofort an Bowies Berliner Phase erinnerten. Rhythmisch blieb alles beweglich; nie steril, nie überarrangiert. Statt bombastischer Originaltreue dominierte ein lebendiger, manchmal bewusst unperfekter Zugriff.
Besonders eindrucksvoll war die dramaturgische Idee des Abends. Grundlage des Programms ist jene legendäre Liste von hundert Büchern, die Bowie selbst einst als prägend für sein Leben bezeichnete. Zwischen den Songs tauchten Texte auf: Fragmente aus Döblin, Dante, Christa Wolf oder Homer. Das hätte leicht prätentiös wirken können. Doch Scheer gelang das Kunststück, diese literarischen Exkurse organisch mit der Musik zu verweben. Plötzlich erschienen Songs wie „Ashes to Ashes“ oder „Heroes“ nicht mehr bloß als Popklassiker, sondern als Teil eines größeren kulturellen Kosmos.
Gerade die Berliner Jahre Bowies standen im Zentrum des Abends. Frankfurt wurde für zwei Stunden zu West-Berlin 1977: eine Stadt der Nachtmenschen, Suchenden, Exzesse und künstlerischen Selbstrettung. Das Bühnenlicht arbeitete viel mit kalten Farben, langen Schatten und abrupten Wechseln zwischen Dunkelheit und gleißender Helligkeit. Manchmal wirkte die Bühne wie ein verlassener Nachtclub kurz vor Morgengrauen.
Der emotionale Höhepunkt kam erwartungsgemäß mit „Heroes“. Doch selbst hier vermied Scheer jede pathetische Überhöhung. Statt hymnischer Stadiongeste entstand etwas Fragiles, fast Zärtliches. Die berühmte Zeile vom Heldsein „für einen Tag“ klang plötzlich nicht triumphal, sondern verzweifelt hoffnungsvoll. Genau darin lag die Größe dieses Moments: Der Song wurde seiner Überverwendung entrissen und bekam seine existenzielle Dringlichkeit zurück.
Überhaupt war dieser Abend erstaunlich körperlich. Scheer sang nicht geschniegelt, sondern mit Risiko. Er presste Töne heraus, brach sie auf, ließ sie kippen. Manchmal klang er verletzlich, manchmal eruptiv aggressiv. Diese Brüchigkeit verlieh den Songs eine enorme Gegenwärtigkeit. Bowie erschien nicht als Denkmal, sondern als Suchender, Getriebener, Grenzgänger.
Beeindruckend war auch, wie souverän Scheer zwischen Konzert, Theater und Performance wechselte. In einem Moment schleuderte er dem Publikum eine Zeile entgegen wie ein Prediger am Rand des Nervenzusammenbruchs, im nächsten saß er still auf einem Hocker und las beinahe flüsternd einen Textauszug. Diese Wechsel erzeugten einen Sog, dem man sich kaum entziehen konnte.
Natürlich gab es auch kleinere Schwächen. Nicht jede literarische Passage fügte sich gleich stark in den musikalischen Fluss ein. Manche Übergänge wirkten etwas didaktisch, und gelegentlich verlor der Abend kurz seine rhythmische Spannung. Doch gerade diese Unebenheiten machten die Aufführung menschlich. Sie verhinderten jene sterile Perfektion, die vielen Tribute-Produktionen eigen ist.
Am Ende stand minutenlanger Applaus. Kein höflicher Kulturbeifall, sondern echte Begeisterung. Viele Zuschauer wirkten, als hätten sie weniger ein Konzert als eine Begegnung erlebt – mit Bowie, aber auch mit den eigenen Erinnerungen, Sehnsüchten und Brüchen.
„HEROES“ in der Alten Oper Frankfurt war deshalb weit mehr als eine Hommage. Alexander Scheer zeigte, dass David Bowie nicht deshalb unsterblich bleibt, weil seine Songs zeitlos wären. Sondern weil sie von Identität, Einsamkeit, Verwandlung und Überleben erzählen – also von all dem, was nie verschwindet. Für einen Abend wurde daraus großes Musiktheater: intensiv, klug, dunkel leuchtend.





