KW-41-2026: FIELD COMMANDER COHEN – Live in Colmar – 8.10.26
KW-41-2026: An Academic Experience in Ghent/ Belgium – Part 6 – The Exhibition a) – LEONARDCOHEN2026 – Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema LEONARD COHEN an der University of Ghent /Belgium.
KW-41-2026: An Academic Experience in Ghent/ Belgium – Part 6 – The Exhibition b) – LEONARDCOHEN2026 – Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema LEONARD COHEN an der University of Ghent /Belgium.
KW-41-2026: An Academic Experience in Ghent/ Belgium – Part 5 – The Concert „Re:Context! on Leonard Cohen“ – LEONARDCOHEN2026 – Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema LEONARD COHEN an der University of Ghent /Belgium.
KW-41-2026: An Academic Experience in Ghent/ Belgium – Part 4 – After my My Paper – After my My Presentation – The COHEN DINER – LEONARDCOHEN2026 – Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema LEONARD COHEN an der University of Ghent /Belgium.
KW-41-2026: An Academic Experience in Ghent/ Belgium – Part 3 – My Paper – My Presentation „AVALANCHE – Nick CAVE & Leonard COHEN“ – LEONARDCOHEN2026 – Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema LEONARD COHEN an der University of Ghent /Belgium.
KW-41-2026: An Academic Experience in Ghent/ Belgium – Part 2 – The Opening – LEONARDCOHEN2026 – Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema LEONARD COHEN an der University of Ghent /Belgium.
KW-41-2026: LEONARDCOHEN2026 – Internationale wissenschaftliche Konferenz zum Thema LEONARD COHEN an der University of Ghent /Belgium. Mein Vortrag findet am Mittwoch, 7.10.2026 statt.
Proficiat aan Francis Mus en aan medeorganisatoren Kait Pinder en Joel Deshaye, beiden alumni van McGill University in Montréal, met dit bijzondere initiatief!
Würdigung von Leonard Cohen, zehn Jahre nach seinem Tod: Diesen Herbst steht der Künstler aus Montreal an der Universität Gent im Mittelpunkt.
Konferenz: Vom 6. bis 8. Oktober bringt eine internationale wissenschaftliche Konferenz rund fünfzig Fachleute zusammen, um einen neuen Blick auf das Werk und das Vermächtnis von Leonard Cohen zu werfen. Zu den Hauptrednern gehören Robert Lecker (McGill University) und Sherry Simon (Concordia University).
Ausstellung: Parallel dazu widmet ihm der „Boekentoren“ eine außergewöhnliche Ausstellung, die Manuskripte, Korrespondenz, Skizzen und weitere, selten öffentlich gezeigte Dokumente vereint.
Konzert: Am 7. Oktober rundet ein Tribut-Abend in der „Handelsbeurs“ das Programm mit Musik, persönlichen Berichten und Filmvorführungen ab.
Herzlichen Glückwunsch an Francis Mus sowie die Mitorganisatoren Kait Pinder und Joel Deshaye – beide Alumni der McGill University in Montreal – zu dieser besonderen Initiative!
KW-41-2026: Sisters Of Mercy – Die Goth-Rock-Band, die sich einst nach einem Lied von Leonard Cohen nannte – Tourauftakt in Deutschland gestern in Frankfurt a.M. – Eine „kleine Schwester“ (Andrew Eldritch) im ständigen Nebel der Orientierunsglosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber dem Publikum.
photos: Christof Graf
Eine „kleine Schwester“ (Andrew Eldritch) im ständigen Nebel der Orientierunsglosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber dem Publikum. 60 Minuten „Umbaupause“ bzw. „Zwangswarten“ auf 75 Minuten Konzert schlechtester musikalischer Darbietung.
Misslungenschaft in einer Nebelwand
The Sisters of Mercy in Frankfurt a.M. 2026
Am 4. Oktober 2026 gastierten The Sisters of Mercy in der ausverkauften Batschkapp in Frankfurt a.M.. Die britische Band um Sänger Andrew Eldritch gehört seit mehr als vier Jahrzehnten zu den prägendsten Namen des Post-Punk und Gothic Rock. Und die Band benannte sich nach Leonard Cohens Lied: „The Sisters Of Mercy“. Der Name The Sisters of Mercy hat laut Frontman Andrew Eldritch zufolge aber durchaus mehrere Ursprünge. Im Englischen steht er sowohl für Ordensschwestern (Barmherzige Schwestern) als auch (umgangssprachlich) für Prostituierte. Letzteres sieht Eldritch auch im Zusammenhang mit dem Rock-’n’-Roll-Business. Vor allem jedoch handelt es sich auch um eine Reverenz an Leonard Cohens gleichnamigen Song. Der Titel des Albums „Some Girls Wander by Mistake“ ist zudem auch ein Zitat aus Cohens Lied „Teachers“.
Obwohl ihr letztes reguläres Studioalbum „Vision Thing“ bereits 1990 erschien, hat die Gruppe bis heute eine treue Fangemeinde. Entsprechend groß waren die Erwartungen an diesen Abend, die leider nicht erfüllt wurden. Stattdessen gab es eine den Begriff „Performance“ nicht verdienenden Darbietung eines gebeugt über die Bühne schlurfenden alten Mannes, der jegliches Licht zu meiden versuchte, um sich stattdessen umgeben seines Soundbreis seiner musikalischen Vergangenheit in einer Nebelwand in dunklem Blau oder dunklem Rot zu verstecken.
Das Konzert war eine Farce und eine Beleidigung an das Publikum. Ein Abend voller Distanz, schwachem Sound und einer Band, die ihrem Publikum kaum entgegenkam.
Bevor Andrew Eldritch und seine Mitmusiker überhaupt auf der Bühne erschienen, war allerdings zunächst Geduld gefragt. Die niederländische Band Real Farmer eröffnete den Abend mit einer Mischung aus Post-Punk, Garage und rauem Indie-Rock. Ihr energischer Auftritt konnte durchaus überzeugen, traf aber auf ein Publikum, das hörbar vor allem wegen der Sisters gekommen war. Nach dem Support folgte zudem eine ungewöhnlich lange Umbaupause. Fast eine Stunde verging, bevor endlich Bewegung auf die Bühne kam. Entsprechend unruhig wurde die Stimmung im Saal. Dann erschien sie : die „kleine Schwester“ (Andrew Eldritch) im ständigen Nebel der Orientierungslosigkeit und zunehmender Respektlosigkeit gegenüber dem Publikum. 60 Minuten „Umbaupause“ bzw. „Zwangswarten“ auf 75 Minuten Konzert schlechtester musikalischer Darbietung. Es verschwanden Bühne und Musiker praktisch im Nebel. Statt klassischer Ausleuchtung dominierten Gegenlicht, rote und violette Farbtöne sowie schemenhafte Silhouetten. Andrew Eldritch, Ben Christo und Kai waren oft eher zu erahnen als wirklich zu sehen. Dass sich die Band auf diese Weise beinahe vollständig der direkten Beobachtung entzieht, kann man als Teil ihrer – aber wohl eher unprofessionellen und fast schon wie in eine lächerlich tendierende Ästhetik – verstehen. Wer allerdings einen Frontmann erwartete, der sichtbar mit seinem Publikum interagiert, dürfte bereits nach wenigen Minuten enttäuscht und gar genervt gewesen sein.
Musikalisch startete der Abend mit „Ribbons“. Der Song setzte sofort den Grundton: treibend, dunkel und deutlich gitarrenlastiger, als man es von manchen früheren Sisters-Auftritten gewohnt war. Direkt danach folgte mit „Don’t Drive on Ice“ eines der neueren Stücke, die bis heute nicht auf einem regulären Studioalbum erschienen sind. Schon diese Kombination machte klar, dass die Band nicht vorhatte, einfach ein bequemes Best-of-Programm abzuspulen.
Mit „Alice“ kam anschließend einer der frühen Klassiker. Gerade hier zeigte sich, wie gut die alten Songs auch nach Jahrzehnten funktionieren. Die Gitarren klangen scharf und druckvoll, während der Drumcomputer, der immer noch auf den Namen „Doktor Avalanche“ hört, den stoischen Puls lieferte. (Auch „Dr. Avalanche“ ist eine Abspielöung auf Leonard Cohens Lied „Avalanche“ von dessen 1971er Album „Songs Of Love And Hate“)Bei „Marian“ wurde die Stimmung noch düsterer. Der Song lebt von seiner hypnotischen Wiederholung und Eldritchs tiefer Stimme – wobei genau diese Stimme an diesem Abend nicht immer so präsent war, wie man es sich gewünscht hätte. Teilweise verschwand sie hinter den Gitarren und dem insgesamt sehr dichten Klangbild.
Besonders interessant war die Positionierung der neueren Titel innerhalb der Setlist. Stücke wie „But Genevieve“, „Eyes of Caligula“, „Here“, „Quantum Baby“, „On the Beach“ und „When I’m on Fire“ standen gleichberechtigt neben bekannten Songs. Das wirkte zunächst riskant, denn viele Besucher dürften vor allem wegen der großen Klassiker gekommen sein. Doch gerade diese Mischung bewahrte das Konzert davor, zu einer reinen Nostalgieshow zu werden. Die Sisters präsentierten sich damit nicht wie eine Band, die ausschließlich vom Ruhm der Achtziger lebt, sondern wie ein Projekt, das seine eigene Gegenwart scheinbar zumindest selbst noch ein bisschen weiterhin ernst nimmt.
Bei „Giving Ground“ und insbesondere „First and Last and Always“ wurde die Reaktion im Publikum deutlich stärker. Letzterer gehört zu den Songs, die den klassischen Sisters-Sound nahezu perfekt verkörpern: melancholische Melodie, marschierender Rhythmus und jene Mischung aus Kälte und Pathos, die die Band einst berühmt machte. Live wurde das Stück wesentlich rauer gespielt als auf Platte und gewann dadurch an Härte.
Ein weiterer Höhepunkt war die Verbindung aus „Doctor Jeep“ und „Detonation Boulevard“. Die beiden Stücke aus der Vision Thing-Phase unterstrichen den rockigeren Charakter des Abends besonders deutlich. Hier standen weniger Gothic-Atmosphäre und elektronische Flächen im Vordergrund als vielmehr harte Gitarren und ein beinahe klassischer Rockdruck.
Spätestens bei „More“ kam dann auch das Publikum vollständig in Bewegung. Der Song besitzt ohnehin eine enorme Live-Wirkung: sein langsamer Aufbau, der massive Refrain und das dramatische Zusammenspiel von Rhythmus und Gitarren machten ihn vielleicht zu einem der wenigen stärkeren Momente des regulären Sets. Ähnlich wirkungsvoll geriet kurz darauf „Temple of Love“. Das Stück ist längst eine der großen Hymnen der Band und wurde entsprechend begeistert aufgenommen. Gerade hier fiel auf, wie wenig Eldritch selbst tun musste, um eine Reaktion hervorzurufen – viele Zuschauer sangen ohnehin jedes Wort mit.
Nach dem regulären Set (von gerade einmal tatsächlich nur 60 Minuten) kehrte die Band noch einmal für drei Zugaben (mit einer Länge von zusammen 15 Minuten) zurück. Mit „Colours“ begann dieser letzte Abschnitt vergleichsweise zurückhaltend, bevor „Lucretia My Reflection“ die Batschkapp erneut in Bewegung setzte. Der markante Basslauf – live von den Gitarren und dem programmierten Fundament getragen – gehört zu den sofort erkennbaren Motiven des Sisters-Katalogs.
Das endgültige Finale bildete schließlich „This Corrosion“. Kaum ein anderer Song eignet sich noch immer besser als Abschluss eines Sisters-Konzerts. Der monumentale Refrain verwandelte das Publikum noch einmal in einen großen Chor und sorgte dafür, dass der Abend trotz aller vorherigen Schwächen wenigstens mit einem wirkungsvollen Höhepunkt endete. Nach insgesamt 21 Songs war Schluss.
Die musikalische Leistung der Gitarristen gehörte eindeutig zu den Stärken des Konzerts. Ben Christo und Kai gaben den Stücken eine enorme Wucht und ließen die Sisters stellenweise fast wie eine moderne Hardrockband wirken. Gleichzeitig war genau diese Lautstärke auch Teil des Problems. Eldritchs Gesang konnte sich im Mix nicht behaupten. Gerade bei Songs, deren Wirkung stark von seiner charakteristischen tiefen Stimme abhängt, fehlte dadurch permanent ein entscheidendes Element.
Hinzu kam Eldritchs konsequente Zurückhaltung. Große Ansagen, Geschichten zwischen den Songs oder eine intensive Kommunikation mit dem Publikum gab es praktisch nicht. Wer darin Arroganz oder Desinteresse erkennen wollte, bekam ausreichend Argumente geliefert. Gleichzeitig gehört diese Verweigerungshaltung seit Jahrzehnten zum Selbstverständnis der Band. Die Sisters wollen offenbar gerade keine gewöhnliche Rockshow mit Publikumsanimation, Dankesreden und kalkulierter Nähe liefern.
So blieb am Ende ein Auftritt, der gleichermaßen faszinieren und enttäuschen konnte. Die lange Wartezeit, der teilweise problematische Gesangsmix und die extreme Distanz zwischen Bühne und Publikum waren klare Schwächen. Dem gegenüber standen jedoch ein paar spannende Momente auf der Setlist, überraschend kraftvolle Gitarren und einige großartige Momente mit Songs wie „Alice“, „First and Last and Always“, „More“, „Temple of Love“, „Lucretia My Reflection“ und „This Corrosion“.
Alte Hymnen trafen auf unveröffentlichtes Material, elektronische Kälte auf rohe Gitarren und nostalgische Erwartungen auf eine Band, die sich diesen Erwartungen demonstrativ verweigerte oder eben auch Erwartungen nicht mehr zu erfüllen vermochte. Das Ergebnis war kein makelloses Konzert – aber eines, über das sich anschließend umso besser diskutieren ließ.
Mehr Infos über THE SISTERS OF MERCY und ein Interview mit Andrew Eldritch im Buch: THe Cohenpedia Series Vol. 4:
