KW-20-2026: Eric Clapton pflegt den eigenen Mythos – Live in Mannheim 2026 – by Christof Graf

Photos: Christof Graf

Der ehemalige Mitmusiker Claptons, Andy Fairweather-Low agiert mit seiner Band „The Low Riders“ als Vorgruppe bei Eric Claptons anschließendem und nach einer kurzen Umbaupause beginnenden ca. 90 minütigen Auftritts in der Mannheimer SAP-Arena. Mit  seiner 7-köpfigen Band startet er gleich mit dem Cream-Klassiker „Badge“. Das kurze „Good Evening“ sollte die einzige Publikumsansprache an diesem Abend bleiben. „Slowhand“ Clapton ist kein lauter Rockstar, sondern ein in sich ruhender nur mit Blues-Rock seine eigene musikalische Vita erzählender Künstler. Show-Elemente und das große Rockspektakel gibt es nicht, dafür viel Mythos und eine Reise durch die Rock- und Bluesgeschichte des 20. Jahrhunderts.

Der Abend besteht aus drei Akten: Ein erster elektrischer Akt mit dem Charles Segar Cover „Key to the Highway“ gleich nach dem Opener. Dann das Willie Dixon Cover „I’m Your Hoochie Coochie Man“ und schließlich „I Shot the Sheriff”, einst von Bob Marley & The Wailers im Original publiziert.

Reduziert und präzise agiert Clapton und Band. Keine die Arrangements überladenen Effekte, keine technischen Ballaststoffe. Die Töne, die der mittlerweile 81 jährige „Gitarren-Gott“ seinem Instrument entlockt sind unverwechselbar und einzigartig. Claptons Spielweise wirkt. Fast ausdruckstärker und entspannter, als er seine Songs 2019 zum letzten Mal in Mannheim an gleichem Ort gespielt hat.

Die Erwartungshaltung des vorwiegend aus „Members Of The Boomer-Generation“ bestehenden Publikums in der mit etwa 6500 Zuschauer nicht ausverkauften Arena ist bis dahin erstmal erfüllt.

Dann folgt der akustische Teil des Abends und Die Arena erfährt Clubatmosphäre. Clapton im schwarzen Anzug, weißen Hemd und braunen Freizeitschuhen nimmt auf dem bereitstehenden Stuhl Platz, greift zur akustischen Gitarre und intoniert sitzend zunächst Kindhearted Woman, Nobody Knows You, Golden Ring, Layla und schließlich Tears in Heaven. Spätestens bei „Layla“ hatte Clapton ohne und ganz im dylan-a-liken Kommunikationsstil das Publikum auf seiner Seite, ohne auch nur ein Wort an es gerichtet zu haben. Kein anderes Song als „Tears In heaven“ erzählt Claptons persönliche Geschichte so sehr wie dieser, was man beim Vortrag spürbar fühlt. Der Song der den Unfalltod seines vierjährigen Sohnes Conor, der 1991 aus dem 53. Stock eines New Yorker Hochhauses fiel, berührt. Clapton kommuniziert mit seinem Gitarrenspiel, seinem leisen eindringlichen Gesang und entsprechend respektvoll reagiert das Publikum. Der Moment hat etwas Zerbrechliches, beinahe Intimes – ungewöhnlich für eine Halle dieser Größe.

Im dritten Akt wird es wieder lauter, schneller, bunter. Die Bühne, mit einigen Video-Screens der live mitgefilmten Musiker im Bühnenhintergrund lassen plötzlich wieder Rockkonzert-Atmosphäre aufkommen.

Das Publikum ist nun nicht mehr nur aufmerksam, beeindruckt und respektvoll, sondern ruft gemeinsam mit Clapton alte Lieder aus dem kollektiven Gedächtnis ab. Alles Lieder, die von seinem Leben, seinen Dramen und seinen Süchten erzählen. Kaum eine Katastrophe in seinem Leben hat er nicht zur einer Hymne werden lassen.  Nein, Partylaune kommt nicht auf, aber nach der Entschleunigung der fast andächtig wahrgenommenen akustischen Songs ist wieder Beschleunigung angesagt. Leises Mitsummen weicht lautem rhythmischen Klatschen auf den bis zum vorletzten Song konsequent sitzenbleibenden Boomern. Gelegentliche Fluchtversuche nach vorne wurden von Ordnern sofort zu Nichte gemacht.

Clapton beirrt das nicht. Er ist in seinem Element, konzentriert sich auf sein Gitarrenspiel, geht nur ans Mikrofon, um seine Texte prononciert ins Publikum zu tragen. Gibt es gerade einmal nichts zu singen, zieht er sich in die Reihe seiner fabelhaften und präzis spielenden Band zurück, um auch ihr Raum für Soli einzuräumen.

Sie spielt auf höchstem Niveau, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Fein abgestimmte Keyboard- und Orgelparts vom langjährigen Joe Cocker-Weggefährten Christ Stainton, verleihen quasi allen Songs eine warme, fast intime Atmosphäre. Die Rhythmussektion mit Nathan East am Bass und Sonny Emory am Schlagzeug bleibt stets zurückhaltend, sorgt aber gleichzeitig für Groove und Stabilität, was Claptons „Slowhand“ wiederum Freiheit in der Entfaltung seiner insgesamt vierzehn Lieder an diesem Abend gibt. Substanz steht im Vordergrund, nicht die Inszenierung desjenigen, der für genau diese sorgt. Nicht an die Energie aus vergangenen Jahrzehnten wird erinnert, sondern der Status Quo eines im London der 1960er Jahre und danach weltweit verbreiteten Graffitis mit dem Inhalt „Clapton is God“ Hauptprotagonisten der Rockgeschichte steht im Mittelpunkt eines kurzweiligen knapp 100 Minütigem Konzertabends.

Ob Clapton Gott ist? Darum geht es nicht!. Clapton ist aber eine Legende, der man an diesem Abend bei deren Selbstinszenierung ohne Pomp beiwohnen darf. Letztendlich weiß nur er, wer oder was er ist und was er als solcher zu sagen hat, der weiß, wer er ist und was er außer Gitarre zu spielen und seine Songtexte vortragen noch sagen möchte. Nach dem J.J. Cale Cover „Cocaine” geht er ohne was zu sagen mit seiner Band so stiull von der Bühne, wie er sie knapp 90 Minuten zuvor betreten hat. Eine Zugabe gibt er: Before You Accuse Me, ein Bo Diddley cover. Danach verbeugt er sich mit seinen Musikern vor seinem Publikum , sagt wieder kein Wort und verlässt die Bühne wieder wortlos, so still, wie er sie knapp 100 Minuten zuvor betreten hat. Ein Moment von Ehrfurcht und Dankbarkeit, auf jeden Fall ein Moment voller Würde, ein knapp 100 minütiger Moment voller Würde.

SETLIST:

Elektrisch (Start):

Badge

Key to the Highway (Charles Segar cover)

I’m Your Hoochie Coochie Man (Willie Dixon cover)

I Shot the Sheriff (Bob Marley & The Wailers cover)

Akustisch:

Nobody Knows You When You’re Down and Out (Jimmy Cox cover)

Golden Ring

Layla

Tears in Heaven

Elektrisch (zweiter Teil):

Tearing Us Apart

Old Love

Cross Road Blues (Robert Johnson cover)

Little Queen of Spades (Robert Johnson cover)

Cocaine (J.J. Cale cover)

Zugabe:

Before You Accuse Me (Bo Diddley cover)

 

BAND: 

Nathan East – bass, vocals

Doyle Bramhall II – guitar, vocals

Chris Stainton – keyboards

Tim Carmon – Hammond organ, keyboards

Sonny Emory – drums

Sharon White – backing vocals

Katie Kissoon – backing vocals

KW-20-2026: Is Bob Dylan (really) God ? – Impressionen von Christof Graf bei der gestrigen Vernissage : BOB DYLAN – DRAWN BLANK SERIES – Gallery-EXHIBITION 2026 in der Galerie Schwan – (German introductory lecture at the exhibition opening by Dylan-Experte Thomas Stock)

exhibition photos: Christof Graf

BOB DYLAN – DRAWN BLANK SERIES – Gallery-EXHIBITION 2026 lecture – Is Bob Dylan (really) God ?

Ist Bob Dylan (wirklich) Gott ? – The Drawn Blank Series of Bob Dylan – Galerie-Ausstellung 2026 in Püttlingen/ Saarland/ Germany (German introductory lecture at the exhibition opening) Bob-Dylan-Experte Thomas Stock* über die Bilder und Malkunst von Bob Dylan bei der Vernissage und Ausstellungseröffnung am 9. Mai 2026 in der Galerie Schwan in Püttlingen/ Germany.**

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Bilder von Bob Dylan der sogenannten „The Drawn Blank Series“.- „Aus zunächst spontanen Zeichnungen entstehen in der späteren Ausarbeitung farbintensive, vielschichtige Kompositionen. Zu sehen sind Motive wie Straßen, Bahngleise, Interieurs, Figuren, Bars und urbane Szenerien – Szenen, die vertraut wirken und dennoch eine eigene Spannung bekommen“, so die Galeristen.

Die Ausstellung mit über 40 Bildern Bob Dylans findet vom 09.05.2026-20.06.2026 in den Räumlichkeiten der Galerie Schwan statt. Weitere Infos und mehr über Bob Daylan: www.cohenpedia.de

https://cohenpedia.de/bob-dylan-files…

&

https://www.galerie-schwan.de

*Mit freundlicher Genehmigung von Thomas Stock und der Galerie Schwan.
** Herausgeschnitten (aus urheberrechtlichen Gründen) sind die zwei Kurz-Videos der Halcyion-Galerie über Bob Dylans Ausstellung „Retrospectrum“ v(om 28. September 2019 bis zum 5. Januar 2020 im Modern Art Museum (MAM) in Shanghai) und „Drawn Blank in Provence“ (2022 im Chateau La Coste/ France).

(Engl.version): Is Bob Dylan (Really) God? – The Drawn Blank Series by Bob Dylan – Gallery Exhibition 2026 in Püttlingen/Saarland/Germany (German introductory lecture at the exhibition opening) Bob Dylan expert Thomas Stock* discusses Bob Dylan’s images and artistry during the vernissage and exhibition opening on May 9, 2026, at Galerie Schwan in Püttlingen, Germany.**

The exhibition centers on images by Bob Dylan from the so-called „The Drawn Blank Series.“ „From initially spontaneous sketches, the subsequent elaboration results in color-intensive, multi-layered compositions. On display are motifs such as streets, railway tracks, interiors, figures, bars, and urban scenes—scenes that feel familiar yet acquire a distinct tension of their own,“ state the gallery owners. The exhibition, featuring over 40 images by Bob Dylan, will take place from May 9, 2026, to June 20, 2026, at the premises of Galerie Schwan.

For further information and more about Bob Dylan: www.cohenpedia.de

or: https://cohenpedia.de/bob-dylan-files

&

https://www.galerie-schwan.de

*Courtesy of Thomas Stock and Galerie Schwan.
** Cutted (for copyright reasons) are two short videos from the Halcyon Gallery regarding Bob Dylan’s exhibitions „Retrospectrum“ (held from September 28, 2019, to January 5, 2020, at the Modern Art Museum [MAM] in Shanghai) and „Drawn Blank in Provence“ (2022 at Château La Coste, France).

KW-19-2026: BOB DYLAN – Ausstellung im Saarland . Vernissage in der Galerie Schwan in Püttlingen am 9.5.2026

BOB DYLAN 09.05.2026 – 20.06.2026 – Die Galerie Schwan präsentiert: Ausstellung:

09.05.26 bis 20.06.26

Vernissage:

09.05.26 | 16:00 – 18:00 Uhr

Einführung: 16:15 Uhr

Die Galerie Schwan lädt herzlich zu einer besonderen Ausstellung ein, die Bob Dylan von einer weniger bekannten, aber umso überzeugenderen Seite zeigt. Als Musiker, Songwriter und Nobelpreisträger hat Dylan die Kulturgeschichte geprägt – doch sein Blick auf die Welt endet nicht bei Text und Musik. Seit Jahrzehnten arbeitet er auch als bildender Künstler: zeichnend, beobachtend, erzählend.mIm Mittelpunkt der Ausstellung steht die Drawn Blank Series. Aus zunächst spontanen Zeichnungen entstehen in der späteren Ausarbeitung farbintensive, vielschichtige Kompositionen. Zu sehen sind Motive wie Straßen, Bahngleise, Interieurs, Figuren, Bars und urbane Szenerien – Szenen, die vertraut wirken und dennoch eine eigene Spannung bekommen.

KW-19-2026: „Christof Graf ist Rock am Ring-Zeitzeuge und einziger BWL-Professor in Deutschland, der das Rock am Ring-Festival seit 1985 vierzig Jahre besuchte und nun sein zweites Buch über das dienstälteste Rock-Festival Deutschlands geschrieben hat“. (in: BREAK OUT Magazin)

Veröffentlichungstermin ist nun nach einer Schiebung des Veröffentlichungsdatum definitiv am 15. Mai 2026

INFOS & BESTELLMÖGLICHKEIT via AMAZON oder direkt beim Verlag:

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ROCK AM RING – Files – Das_Buch_40_Jahre_Rock_am_Ring_von_ChristofGraf