KW-3/2015: Leonard Cohen und … Soundtracks für Filme – THE BIG TRIP – WILD (Neu im Kino seit 16.1.15) Cohen singt Suzanne

soundtrack-wild-300Wild“ ist der Soundtrack zum Hollywood-Film „Der große Trip – Wild“, der schon im Dezember bereits in den USA startete und seit vorgestern in deutschen Kinos zu sehen ist und zudem es seit gestern den Soundtrack gibt. Mit auf dem Soundtrack dabei Leonard Cohen`s „Suzanne“.

Der Film erzählt die wahre Geschichte der heroinabhängigen Cheryl, die nach dem Zusammenbruch ihrer Ehe und dem Tod der Mutter (Laura Dern) eine weitreichende Entscheidung trifft. Sie beschließt, den Pacific Crest Trail, einen über 1000 Kilometer langen Wanderweg, der von Mojave nach Portland führt, alleine zu meistern. Der Zuschauer erlebt hautnah, wie dicht – auf der anspruchsvollen Tour – Leid und Freude beieinander liegen. Letztlich wird Cheryl von ihrer Sucht geheilt.
Ein weiteres Album-Highlight nach Cohens „Suzanne“ ist die umwerfende Coverversion des R.E.M.-Hits „Walk Unafraid“ des schwedischen Folk-Pop-Duos First Aid Kit. Die weiteren 14 Tracks des Longplayers sind ein absolut hörenswerter Mix aus Pop-Klassikern vergangener Jahrzehnte. Der Soundtrack „Wild“ präsentiert neben dem Cohen-Siong auch Songs  von Bruce Springsteen, Simon & Garfunkel, Wings, Hollies, Portishead oder Lucinda Williams. Ausführende Produzenten waren Susan Jacobs und Jean-Marc Vallée, der Regisseur des Films.

Vallée sagt über den Soundtrack: “Ich wollte nicht, dass mein Publikum das Gefühl hat, in einem Kinosaal zu sitzen. – Filmmusik macht mir persönlich oft erst bewusst, dass ich einer Spielfilmhandlung folge, denn ich höre ja Songs, die die Protagonisten nicht hören. Diesen Eindruck versuche ich in meinen Produktionen zu vermeiden. Ich verwende die Tracks nur für Rückblenden oder in den Szenen, in denen Cheryl oder die anderen Protagonisten tatsächlich Musik hören – im Radio zum Beispiel, oder auf ihrem CD-Player.“

Der Film „Der große Trip – Wild“ versammelt ein hochklassiges Team von Hollywood-Profis, die den autobiographischen Bestseller der Autorin Cheryl Strayed zum Leben erwecken. Die Hauptrolle spielt Reese Witherspoon, die für ihre Rolle in „Walk The Line“ mit einem Oscar ® ausgezeichnet wurde. Der Oscar®-nominierte Autor Nick Hornby schrieb das Drehbuch.

TRACKLIST:

1. Simon & Garfunkel – El Condor Pasa (If I Could)
2. First Aid Kit – Walk Unafraid
3. Wings – Let ‘Em In
4. The Shangri-Las – I Can Never Go Home Anymore
5. Leonard Cohen – Suzanne
6. Billy Swan – Don’t Be Cruel
7. Free – Be My Friend (BBC Session/Take One)
8. Lucinda Williams – Something About What Happens When We Talk
9. Portishead – Glory Box
10. Bruce Springsteen – Tougher Than The Rest
11. Pat Metheny Group – Are You Going With Me?
12. The Hollies – The Air That I Breathe
13. Simon & Garfunkel – Homeward Bound
14. Ripple – Dusted and Eric D. Johnson
15. Evan O’Toole – Red River Valley

KW-2/2015: Leonard Cohen und … 80 Jahre Elvis Presley (8.Januar 2015) und 70 Jahre Rod Stewart (10. Januar 2015)

Jubiläen klingen besser….

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Was haben Leonard Cohen und Elvis Presley gemeinsam? Cohen hörte in seiner Jugend Presley. Cohen ist am 21.9.2014 80 Jahre alt geworden, Elvis Presley wäre am 8. Januar 2015 80 Jahre alt geworden. Beide Künstler stehen bei COLUMBIA / Sony unter Vertrag.

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Ein Jubiläum, das auch veröffentlichungstechnisch gefeiert wird. „ELVIS 80“ ist die Retrospektive zum 80. Geburtstag des KING. Das 3CD-Album umfasst alle Hits sowie großartige Neufassungen. Es erschien am 05. Dezember bei RCA Records/Legacy.

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„Elvis ist die größte Kraft des 20. Jahrhunderts. Überall hat er den Beat hingebracht, in die Musik, die Sprache, die Kleidung; es ist wie eine ganz neue soziale Revolution. Mit ihm sind die 60er Jahre entstanden.“
Leonard Bernstein

Am 8.Januar 2015 wäre der King 80 Jahre alt geworden. Ein denkwürdiges Datum, denn Elvis Presley ist nicht nur der erfolgreichste Künstler aller Zeiten, Elvis ist der unbestrittene Wegbereiter aller Pop- und Rock-Künstler, die nach ihm kamen. Mit seinem damals revolutionären Look, Gesang und Tanz sprengte er die Traditionen und ermöglichte so erst den Stil der 1960er Jahre.

Sony Music/RCA Records möchte mit der Veröffentlichung des 3-CD-Sets „Elvis 80“ alle Medienpartner einladen, diesen Geburtstag gemeinsam zu feiern und einen großen Künstler zu würdigen. Sei es mit Dokus im TV, mit Titel-Stories in Print-Magazinen und natürlich mit seinen Songs im Radio und Online.

Das Album „Elvis 80“ erscheint am 05.12.2014 und würdigt den King mit seinen größten Hits, seinen stärksten Balladen sowie einer Bonus-CD voller Duette, „rare tracks“ und aktueller Songs des King – neugefasst von DJs, die Elvis damit auch im 21. Jahrhundert ihre Ehre erweisen.

„Es hat Anwärter auf den Thron gegeben, es hat Herausforderer gegeben, aber es gibt nur einen König. Alles beginnt und endet mit ihm.“
Bruce Springsteen

Als Elvis Presley am 19. Juli 1954 vor genau 60 Jahren seine erste Single „That’s All Right“ veröffentlichte, wusste er sicher selbst noch nicht, was er damit auslösen würde. Die Single markiert nichts weniger als die Geburtsstunde des Rock ’n´ Roll. Und sie wurde ein gigantischer Erfolg: Nur drei Jahre später hatte Elvis bereits zehn Nummer 1-Hits, spielte in vier Kinofilmen und besaß vier Cadillacs, ein Anwesen namens „Graceland“ sowie die ehemalige Präsidentenyacht „Potomac“.

Doch auch über den einzigartigen, kommerziellen Erfolg hinaus hinterließ Elvis Spuren: Nicht nur, dass Künstler wie Mick Jagger, Keith Richards, John Lennon, Paul McCartney und fast alle Pop- und Rock-Künstler seinen Status als King auch heute noch untermauern – Elvis‘ Look, sein Gesang und sein Tanz waren so revolutionär, dass zahlreiche Auftritte ungewollt im Eklat endeten.

„Als ich Elvis das erste Mal hörte, da wusste ich dass ich für niemanden arbeiten werde, und dass keiner mein Boss wird ….Ihn das erste Mal zu hören, war wie aus einem Gefängnis auszubrechen.“
Bob Dylan

Einen Vergleich für seine Rolle in der Jetztzeit zu finden ist quasi unmöglich. Elvis löste Tumulte aus, bekam Auftrittsverbote, wurde wieder und wieder aus dem TV verbannt – doch trotzdem folgte ihm eine ganze Generation und imitierte seine Art zu tanzen, zu singen oder sich zu kleiden. Elvis wurde so Wegbereiter der Nachkriegszeit und revolutionierte nicht nur die Musik, sondern nahezu alle Bereiche der Gesellschaft

„Bevor irgendjemand irgendetwas machte, hat Elvis alles gemacht.“
Mick Jagger

Mit dem 3CD-Album „Elvis 80“ soll Elvis‘ musikalisches Schaffen zu seinem Geburtstag gewürdigt werden. Natürlich beginnt das „Best Of“-Album mit Rock ’n´ Roll. Hits wir „Jailhouse Rock“, „Hound Dog“, „Return To Sender“ oder „Blue Suede Shoes“ haben auch heute noch die elektrisierende Wirkung, die damals den Beginn des Rock ’n´ Roll markierte.

CD2 beschäftigt sich dagegen mit den Balladen des King. Songs wie „Love Me Tender, „In The Ghetto“, „Always On My Mind“ oder „Suspicious Minds“ sind Meilensteine ihrer Zeit. Sie vergrößerten Elvis‘ Ruhm und berühren die Menschen nach wie vor.

„Wann immer es mir schlecht ging, legte ich eine Elvis-Platte auf, und dann fühlte ich mich großartig.“Paul McCartney

Auf CD3 geht es schließlich um den King von heute. Die CD enthält großartige Neufassungen und „rare tracks“ von Elvis‘ Songs. Sei es die neue Single „Shake That Tambourine“ im Remix von Alle Farben, sei es der Welthit „A Little Less Conversation“ von JXL, sei es der coole Clubmix „Rubberneckin’“ von Paul Oakenfold oder „Burning Love“, bei dem man ermessen kann, dass Elvis auch für U2 ein guter Frontmann geworden wäre. Hinzu kommen großartige Duette des King mit Nancy Sinatra, Ann Margret oder die Neuadaption von „Love Me Tender“ zusammen mit Dani Klein, der Sängerin von Vaya Con Dios sowie als „special bonus“ Elvis‘ berühmte Lach-Version von „Are You Lonesome Tonight“ – genau wie die verschollen geglaubte lange Version von „Wooden heart“, die erstmals seit den 80er Jahren wieder auf CD erscheint.

„Ich danke Gott für Elvis Presley. Ich danke dem Herrn, dass er Elvis geschickt hat, die Tore aufzustoßen, damit ich diese Strasse gehen konnte.“
Little Richard

CD1
The King of ROCK’N ROLL
Jailhouse Rock
Blue Suede Shoes
Hound Dog
Return To Sender
All Shook Up
Don’t Be Cruel
Tutti Frutti
Hard Headed Woman
Stuck On You
(let Me Be Your) Teddy Bear
That’s All Right
King Creole
Lawdy Miss Clawdy
My Baby Left Me
Too Much
I Got A Woman
Shake, Rattle and Roll
Let’s Have A Party
Trouble
Burning Love

CD2
The King of LOVE
Suspicious Minds
In The Ghetto
Can’t Help Falling In Love
Love Me Tender
Always On My Mind
It’s Now Or Never
Heart Break Hotel
Fever
(You’reThe) Devil In Disguise
Marie’s The Name) His Latest Flame
Are You Lonesome Tonight
Love Letters
Good Luck Charm
Kiss Me Quick
The Girl Of My Best Friend
One Night
The Wonder Of You
A Fool Such As I
Don’t
Blue Moon

CD3
The King of TODAY (Remixes)
Shake That Tambourine (by: alle farben)
Bossa Nova Baby (by: Viva Elvis)
A little less conversation (by: JXL)
Blue Suede Shoes (by: Viva Elvis)
Rubber Neckin‘ (by: Paul Oakenfold)
Burning Love (Viva Elvis)
Suspicious Minds (by: Viva Elvis)

King of DUETS
Love Me Tender (feat. Dani Klein)
The Lady Loves Me (feat. Ann Margret)
You’re The Boss (feat. Ann Margret)
Today, Tomorrow And Forever (A. Margret)
There Ain’t Nothing Like A Song (N. Sinatra)

The King of SPECIAL VERSIONS
Are You Lonesome Tonight (Laug- Version)
Wooden Heart (Muss i denn) (03:20 Version)

 

Auswahl weiterer offizieller Veröffentlichungen zum  Thema ELVIS PRESLEY im Jahre 2014:

2 CDs oder 8 CDs + 2 DVDs | Vö. 01.08.2014 | Columbia/Legacy/Sony Music

Im Jahr 1970 durften sich die Elvis Presley-Fans über zwei Großereignisse freuen: Mit „That’s The Way It Is“ wurde ein neues Album ihres Idols veröffentlicht, und im Kino war der King in einer gleichnamigen Konzert-Dokumentation in Spielfilmlänge zu bewundern. Am 1. August erscheint bei Columbia/Legacy Recordings, der Katalogabteilung von Sony Music Entertainment, „That’s The Way It Is“ neu als 2 CD-Version und als hochwertiges 8CD + 2DVD Deluxe Box Set.

Die Original LP-Version von „That’s The Way It Is“ wurde im November 1970 veröffentlicht. Das Album enthielt acht in Nashville produzierte Songs sowie vier Livemitschnitte, die 1970 während Elvis’ “Summer Festival”-Engagement in Las Vegas entstanden. Darunter auch interessante Coverversionen von Dusty Springfields “You Don’t Have To Say You Love Me”, “You’ve Lost That Lovin’ Feelin’” (Righteous Brothers) und eine atemberaubende Interpretation von Simon & Garfunkels “Bridge Over Troubled Water”.

Der All Music Guide nannte die „Summer Festival“-Showreihe „… eine der besten, die Elvis je auf die Bühne brachte …” und lobte, dass “diese Aufnahmen für jeden Elvis-Fan ein absolutes Muss darstellen.” CD2 der neuen Legacy Edition bietet die komplette „Dinner Show“ vom 12. August 1970 mit vielen unveröffentlichten Titeln.

Die 8 CD+2DVD Deluxe-Box „That’s The Way It Is“ bietet zum ersten Mal überhaupt das Original-Album und den 1970er MGM-Dokumentarfilm in einem Set. Der Film liegt dem Boxset in zwei Versionen bei, in der Original-Kinofassung sowie der geschnittenen DVD-Version aus dem Jahr 2000. In der Box sind auch die sechs Elvis-Shows in voller Länge zu hören, die für den Dokumentarfilm von MGM mitgeschnitten und teilweise gefilmt wurden. Weiterhin enthält die Deluxe Edition ein 80-seitiges Booklet mit seltenen Fotos, Memorabilia und Infos zu den Aufnahmen.

 

ELVIS sings…

CD | Vö. 13.06.2014 | Columbia/Legacy/Sony Music

Elvis Presley gelang es immer wieder, populäre Songs anderer Interpreten in seiner unnachahmlichen Art zu interpretieren und so eigenständige Versionen umzusetzen. Die neue CD „Elvis Sings…“ dokumentiert insgesamt 23 Titel. Die Song-Auswahl reicht dabei von Blues über Folk und Country bis hin zu Rock ’n‘ Roll und Soul.

Nachfolgend dazu die Übersetzung der Liner Notes desamerikanischen Journalisten Ken Sharp:

„Wenn man einen Song für Elvis schrieb, wusste man genau: Der King wird die Erwartungen übertreffen …“ , erinnert sich Songwriter-Legende Doc Pomus über seine Zusammenarbeit mit Elvis Presley, „ …denn er war einer der wenigen, die deinen Kompositionen eine besondere Note verleihen konnten.“

Wenn Elvis einen Song für sich entdeckte, dann musste der Titel authentisch klingen, gefühlvoll und leidenschaftlich. Der King war ein Meister, wenn es darum ging, einen Song neu zu interpretieren. Dabei kam ihm zugute, dass er in nahezu allen Genres zuhause war – egal ob es um Pop, R&B, Gospel, Country & Western, Rock ’n‘ Roll, Folk, Jazz oder die große Balladen ging. Dementsprechend groß war auch sein Oeuvre, das im Laufe seiner Karriere auf über 800 Songs angewachsen war. Elvis konnte eine tolle Version von Ray Charles‘ “I Got a Woman“ – ein Lieblingstitel in seinem persönlichen Songbook – ebenso glaubwürdig präsentieren wie Neil Diamonds Evergreen “Sweet Caroline“ oder Gordon Lightfoots “Early Morning Rain“.

Schon bei seinen legendären Sessions bei Sun Records demonstrierte er die verblüffende Fähigkeit, die Quintessenz eines Songs zu extrahieren und daraus einen echten Elvis-Titel zu machen. Diese Gabe hat der King nie eingebüßt. Auf unzähligen LPs konnte er Titeln wie Muddy Waters‘ archaischem Blues “Got My Mojo Workin‘“, Hank Williams sehnsuchtsvollem “I’m So Lonesome I Could Cry“ oder getragenen Songs wie “Bridge Over Troubled Water“ und „My Way“ seinen eigenen Stempel aufdrücken.

Elvis Presley war ein einmaliges Naturtalent, doch bei seinem Aufstieg zum Rock-Olymp halfen ihm natürlich auch großartige Songwriter, die ihre Fähigkeiten ganz in die Dienste des King stellten. Auf dieser Compilation sind 23 Songs zu hören, die beispielhaft demonstrieren, wie diese begabten Komponisten mithalfen, Elvis Ausnahmestellung in der Welt der populären Musik zu festigen.

Titelliste:
Promised Land (CHUCK BERRY), What’d I Say (RAY CHARLES), Early Mornin‘ Rain (GORDON LIGHTFOOT), You’ve Lost That Loving Feeling (THE RIGHTEOUS BROTHERS), My Babe (LITTLE WALTER), Don’t Think Twice, It’s Alright (BOB DYLAN), Got My Mojo Working (MUDDY WATERS), Bridge Over Troubled Water (SIMON & GARFUNKEL), Help Me Make It Through The Night (KRIS KRISTOFFERSON), Gentle On My Mind (GLEN CAMPBELL), Funny How Time Slips Away (WILLIE NELSON), Sweet Caroline (NEIL DIAMOND), You Don’t Have To Say You Love Me (DUSTY SPRINGFIELD), Proud Mary (CREDENCE CLEARWATER REVIVAL), I Got A Woman (RAY CHARLES), Words (BEE GEES), Something (THE BEATLES), You Don’t Know Me (RAY CHARLES), I’m So Lonesome I Could Cry (HANK WILLIAMS), Danny Boy (TRADITIONAL), My Way (FRANK SINATRA), Tomorrow Is A Long Time (BOB DYLAN), Only The Strong Survive (JERRY BUTLER).

1. Promised Land (CHUCK BERRY)
In seiner Karriere nahm Elvis vier Chuck Berry-Songs auf: “Memphis, Tennessee”, “Too Much Monkey Business”, “Johnny B. Goode” und “Promised Land”. Letzterer Titel wurde im Dezember 1971 eingespielt und im Folgejahr veröffentlicht – und erreichte Platz 9 der UK-Charts. Im Unterschied zum Original sind hier Clavinet und Bläsersätze zu hören. James Burton streut seine typischen Fills mit der E-Gitarre ein und so entsteht ein geradlinigerer Sound als in Chuck Berrys Version. Elvis‘ spielerische Vokalinterpretation beweist seine große Wertschätzung für den Rock’n’Roll-Kollegen und dessen Kompositionen.

2. What’d I Say (RAY CHARLES)
1964 wurde diese Gospel-inspirierte Version des Ray-Charles-Songs als Single veröffentlicht. Der King ist hier ganz in seinem Element und verleiht “What’d I Say“ mit seiner unvergleichlichen Dynamik den ganz besonderen Groove.

3. Early Mornin‘ Rain (GORDON LIGHTFOOT)
Gordon Lightfoot über seine Komposition: „Es gab eine Zeit, da konntest du am Flughafen von L.A. an der Landebahn stehen und zusehen, wie die Flugzeuge starteten und landeten. Der Anblick inspirierte mich zu diesem Song, den ich 1966 für mein erstes Album aufnahm. Ich war völlig überrascht, als Elvis “Early Morning Rain“ coverte. Er hatte die Version von Ian & Sylvia gehört und orientiert sich auch an dieser Interpretation. Dabei gelang dem King ein großartiger Job.“

4. You’ve Lost That Loving Feeling (THE RIGHTEOUS BROTHERS)
Phil Spector: „Als Elvis in Vegas `You’ve Lost That Lovin’ Feelin´ zum ersten Mal live aufführte, erzählte er mir, das sei sein Lieblingssong. Ich fand seine Bühnenperformance, die er mit Karate-Kicks garnierte, sensationell.“ “You’ve Lost That Lovin’ Feelin’” zählt zu den meistgespielten Titeln in der Geschichte von Radio und TV und übertrifft mit 10 Millionen Plays sogar den Beatles-Klassiker “Yesterday“.

5. My Babe (LITTLE WALTER)
Als Elvis im August 1969 nach acht Jahren Bühnenabstinenz wieder live zu hören war, gehörte “My Babe“, eine Komposition von Willie Dixon, zum festen Repertoire und war einer der Highlights der Shows, die auf dem Album „Elvis In Person At The International Hotel“ verewigt ist.

6. Don’t Think Twice, It’s Alright (BOB DYLAN)
Als großer Fan des 1965er Albums „Odetta Sings Dylan“, nimmt sich auch Elvis eines Dylan Songs an. Dem Gitarren-Picking des Originals setzt er den Groove einer rollenden Dampflok entgegen und verleiht dem Track einen dezenten Country-Touch.

7. Got My Mojo Working (MUDDY WATERS)
Das Cover des Muddy Waters-Klassikers aus dem Album „Love Letters From Elvis“ (1971) zeigt, wie tief der King im Blues verwurzelt ist.

8. Bridge Over Troubled Water (SIMON & GARFUNKEL)
Paul Simon: „Ich glaube, Elvis hat meinen Song wegen seiner starken Affinität zum Gospel gecovert. Ich sah eines seiner Konzerte im Madison Square Garden, wo er auch `Bridge Over Troubled Water´ sang und es war ein Genuss, seine Version live zu hören. Dann sah ich den Film `That’s The Way It Is´ und der widmet den Proben zu meiner Komposition eine komplette Sequenz, was mich unglaublich fasziniert hat.“

9. Help Me Make It Through The Night (KRIS KRISTOFFERSON)
Kris Kristofferson: „Ich schrieb den Song, als ich noch am Golf von Mexiko als Hubschrauberpilot für eine Ölfirma arbeitete. Es war ein guter Zeitvertreib, denn wir saßen oft eine Woche lang auf einer Bohrinsel fest und beim Komponieren mit der Gitarre vergaß man die Einsamkeit. Als ich Elvis‘ Version zum ersten Mal hörte, was es ein fast wie ein Kirchgang. Ich empfand es als große Ehre, dass der King einen meiner Songs coverte.“

10. Gentle On My Mind (GLEN CAMPBELL)
Im Januar 1969 nahm Elvis in den American Sound Studios mit dem Produzenten Chips Moman mehrere Coverversionen populärer Songs auf. Ein Jahr zuvor hatte Dean Martin mit seiner Big-Band-Version von “Gentle On My Mind“ einen Nummer-2-Hit in Großbritannien gelandet. Elvis‘ Interpretation wiederum nähert sich der hypnotischen Wirkung von Glen Campbells Original an.

11. Funny How Time Slips Away (WILLIE NELSON)
In den 1970ern verließ Elvis die ausgetretenen Rock’n‘Roll-Pfade. Der Sound, der bislang sein Markenzeichen gewesen war, wurde mehr und mehr durch ruhigere Songs ersetzt. Einer davon ist diese Version von Willie Nelsons “Funny How Time Slips Away“ – besinnlich und unter die Haut gehend.

12. Sweet Caroline (NEIL DIAMOND)
Zu Beginn der 70er Jahre nahm Elvis viele Coverversionen seiner Lieblingssongs in sein Live-Programm auf. Seine energiegeladene Interpretation von Neil Diamonds “Sweet Caroline” ist ein leidenschaftlicher Tribut an das Original und erschien auf den 1970 veröffentlichten Alben „On Stage“ und „That’s The Way It Is“.

13. You Don’t Have To Say You Love Me (DUSTY SPRINGFIELD)
Vicki Wickham: „Als ich die Lyrics zu `You Don’t Have To Say You Love Me´ schrieb, war das meine Hommage an die Liebe. Elvis‘ und Dustys Stimme könnten unterschiedlicher nicht sein – genau das macht seine Version so besonders. Er kopiert nicht einfach, er präsentiert eine neue Original-Version. Simon Napier-Ball: Elvis‘ Gesang berührt den Hörer mehr, er lässt ihn die Botschaft des Textes spüren, während Dusty sich ganz auf ihre Technik und Musikalität verlässt.“

14. Proud Mary (CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL)
John Fogerty: „Als ich den Song schrieb, leistete ich gerade meinen Wehrdienst ab und gehörte noch zur Reserve der US-Army. Mein größter Wunsch war, endlich aus dem Dienst entlassen zu werden. Eines Tages lag dieser kleine Umschlag auf den Stufen zu meinem Apartment. Als ich ihn öffnete, hielt ich meine ehrenhafte Entlassung aus der Armee der Vereinigten Staaten in den Händen und war der glücklichste Typ der Welt. Ich schlug in meinem kleinen Vorgarten vor Freude ein Rad nach dem anderen, ging zurück ins Haus und da fiel mir auch schon die erste Zeile ein: `Left a good job in the city´. Kurz darauf war der Song fertig, inspiriert von dem atemberaubenden Gefühl von Glück und Freiheit.”

15. I Got A Woman (RAY CHARLES)
Wie sehr der King diese Ray-Charles-Komposition schätzte, beweist die Tatsache, dass “I Got A Woman” bis zu Elvis‘ Lebensende einen festen Platz auf der Playliste seiner Konzerte hatte.

16. Words (BEE GEES)
Robin Gibb: „“Words” entstand nach einer Auseinandersetzung und handelt davon, wie glücklich dich Worte machen aber auch verletzen können.“
Barry Gibb: „Von Elvis‘ Covers mag ich dieses besonders gerne. Mir gefällt, dass es `Words´ als Live-Version auf seine LP geschafft hat. Dazu eine nette Anekdote: Wir wussten gar nicht, dass Elvis unseren Song aufgenommen hatte und fanden das erst heraus, als wir uns `That’s The Way It Is´ ansahen.“
Maurice Gibb: „Als 18- oder 19-Jähriger ist es natürlich phantastisch, wenn du erfährst, dass Elvis Presley einen deiner Songs singt.“

17. Something (THE BEATLES)
George Harrison: „Als ich den Song schrieb, stellte ich mir vor, jemand wie Ray Charles würde ihn singen. Ich glaube, dass der Erfolg eines Titels nicht von den verkauften Einheiten abhängt, sondern davon, wie oft er gecovert wird. In dieser Hinsicht ist `Something´ definitiv einer meiner erfolgreichsten Songs.”

18. You Don’t Know Me (RAY CHARLES)
Anders als das Original verzichtet Elvis‘ Version von “You Don’t Know Me” auf reiche Orchestrierung, bei der der King eine elegante und zurückhaltende Interpretation abliefert.

19. I’m So Lonesome I Could Cry (HANK WILLIAMS)
Hank Williams “I’m So Lonesome I Could Cry” aus dem Jahr 1949 zählt zu den größten Countrysongs aller Zeiten. Elvis kündigt den Titel auf “Aloha from Hawaii” (1973) mit den Worten „I’d Iike to sing a song that’s probably the saddest song I’ve ever heard” an. Seine Version zeugt von großem Respekt für das Original und vermittelt eindrücklich die schmerzvolle Botschaft des Textes.

20. Danny Boy (TRADITIONAL)
Elvis Vater Vernon war wie sein Sohn ein großer Fan dieses Evergreens. Der King nahm den Titel für „From Elvis Presley Boulevard, Memphis Tennessee“ auf. Er wird dabei nur von Piano und Chor begleitet und macht die sentimentale Geschichte von Abschied und Wiedersehen für den Hörer erlebbar.

21. My Way (FRANK SINATRA)
Paul Anka: „Ich traf Elvis einmal in Nevada. Er erzählte mir, warum ihm `My Way´ so viel bedeutete und ließ dabei sein Leben Revue passieren. Einen Song wie diesen hatte Elvis nie im Repertoire gehabt, und seine Interpretation kommt der von Sinatra recht nahe. Elvis packt aber viel Gefühl und Soul hinein – so wird sein `My Way´ zu einem sehr emotionalen Bekenntnis.”

22. Tomorrow Is A Long Time (BOB DYLAN)
Auch bei diesem Cover diente das Album „Odetta Sings Dylan“ als Vorbild. Bob Dylan selbst adelte Elvis‘ Version von “Tomorrow Is A Long Time” mit den Worten „Das ist die Aufnahme, die mir am meisten bedeutet.”

23. Only The Strong Survive (JERRY BUTLER)
Kenny Gamble: „Wir wollten Songs mit Botschaften schreiben, die den Leuten ein gutes Gefühl gaben. Als wir herausfanden, dass Elvis `Only The Strong Survive´, einen unserer Songs, sang, war das, als würde uns Frank Sinatra covern! Elvis arrangierte den Song wie wir, er orientierte sich auch an Jerrys Gesang, aber er gab ihm seinen ganz persönlichen Touch.“
Jerry Butler: „Bei diesem Song geht es darum, eine Geschichte zu erzählen und auch in dieser Hinsicht war Elvis einfach großartig.“

 

KW-2/2015: Leonard Cohen und … Joe Cocker – Ein Nachklang. Heute, 5.1.2015 auf SR1 – 20.00 – 21.00

Schnittpunkte zwischen diesen beiden Künstlerleben gab es einige. Die wichtigste: Der am 22.12.2014 im Alter von 70 Jahren verstorbene Joe Cocker interpretierte und performte Songs von Leonard Cohen: Like A Bird On A Wire (1969 und 1970), I `m Your Man (1989) und First We Take Manhattan (1998).

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Beide Künstler experimentierten in den 70ern mit Drogen. Cocker ein wenig mehr. Beide rauchten Kette und beide gaben sie das Rauchen um die Jahrtausendwende auf. Und beide machten die Erfahrung von ihren Managern ausgenommen zu werden. Joe Cocker seit seiner „Mad Dogs & Englishman“-Tournee 1970 bis Anfang der 80er, Leonard Cohen in den 2000ern, als er nach jahrelangen zen-Studien aus dem Kloster zurückkehrte.

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In meinem Buch „Joe Cocker – Mit Gänsehaut durch die Jahrzehnte“ gehe ich u.a. auch auf diese Schnittpunkte ein. Vor allem aber auch auf die Magie der Stimme …

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Mehr dazu auch im podcast vom 22.12.2014 live in Abebdrot um ca. 20.45, etwa 30 Minuten nach der ARD-Tagesschaumeldung, dass Joe Cocker gestorben sei.

Noch mehr dazu: Heute Abend 🙂

 

Mit freundlicher Genehmigung von Roland Helm/ SAARLÄNDISCHER RUNDFUNK

 

Joe Cocker ist tot – Leonard Cohen und … Joe Cocker. Vor etwa zwei Stunden ging die Meldung über Joe Cockers Tod durch die sozialen Medien und Nachrichtensendungen dieser Welt. Was die beiden verbindet, sind noch immer, das was beider Leben ausmacht: Ihre Lieder. Nichts anderes schrieb ich in meiner Biografie über Joe Cocker „Mit Gänsehaut durch die Jahrzehnte“.

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Gerade überarbeitete ich meinen gestrigen Blog-Eintrag in Sachen Udo Jürgens und Leonard Cohen, suchte in meinem Archiv zu Berührungspunkten zwischen dem Verstorbenen und Leonard Cohen, da überrascht mich die Tagessschaumeldung vom Tod Joe Cockers. Joe Cocker ist tot. Den Kampf gegen die Dämonen von Drogen hat er gewonnen, den Kampf gegen den Krebs hat er verloren. Joe Cocker ist heute am 22. Dezember 2014 verstorben. Die berühmteste Reibeisenstimme der Welt ist verstummt.

Bezugspunkte zwischen Cohen und Cocker gibt es einige. Der wichtigste war die Musik.

„…Seit Anbeginn seiner Karriere hat Joe Cocker vordergründig Songs anderer Künstler interpretiert. Musikwissenschaftlich spricht man dabei von einer „Coverversion“ oder kurz „Cover“ und damit von einer zeitlich dem Original nachfolgende Neufassung eines Musikstücks durch einen anderen Interpreten. Dieser andere Interpret hieß Joe Cocker bei Songs wie z.B. „Like A Bird On A Wire“, das im Original vom kanadischen Rockpeten Leonard Cohen und bei „I Shall Be Released“ von der amerikanischen Songwriterlegende Bob Dylan stammt. Das wohl berühmteste Cover Joe Cockers ist „With A Little Help From My Friends“ von den Beatles, das Cocker mehr zu seiner eigenen Hymne machte, als zu dem, was es ist, nämlich ein Beatles-Song. Wie Cocker zum Interpret anderer Künstler geworden ist?

„Früher, in den 60er wäre ich wirklich lieber ein einfaches Bandmitglied gewesen. Aber in Sheffield gab es nicht viele Sänger, nur massenweise Gitarristen. Es war ganz anders als in Liverpool, die mehr eine Blues-Stadt war. Wir haben Coverversionen gespielt, und ich habe dem Schreiben nie die nötige Aufmerksamkeit gewidmet. Also bin ich Sänger geblieben…“

aus: JOE COCKER – Die Biografie – Mit Gänsehaut durch die Jahrzehnte – HANNIBAL Verlag, von Christof Graf

„…Ich wünsche mir oft, die Leute könnten den ganzen Entstehungsprozess meiner Songs nachvollziehen: Das heißt, sie würden entweder die Originale kennen oder die ersten Demos hören können. Dann würden sie sehen, wie weit meine letzte Version davon entfernt ist. Am Schluss ist es ein völlig anderes Ergebnis. Auf Leonasrd Cohen stand ich schon immer. Irgendwo habe ich sogar noch eine neue Nummer von ihm, die ich vielleicht irgendwann noch einmal aufnehme. Leonard singt in einer so ungewöhnlichen Tonart, daß man kaum sagen kann, ob ein Song eine Melodie hat oder nicht, aber sie sind alle ganz gut geworden.“

Manche Coverversionen unterscheiden sich im Arrangement und Sound, manche halten sich streng an das Original. Bei den drei Cohen-Songs ist „Like A Bird On a Wire“ eher einer, der sich vom Original unterscheidet und die beiden anderen halten sich eher an die Originalvorlage. „Ich bin kein Songwriter. Ich fühle dabei, wie ein Zuhörer. Ich lasse mich von der Mystik eines Songs einfangen und möchte ihm meinen eigenen Ausdruck verleihen. Es ist, als würdest du jemand anderem ein Buch vorlesen, das du selbst zwar nicht geschrieben hast, es aber total gut findest. Für den Zuhörer ist es, als würdest du ihm seine eigene Geschichte erzählen. Manchmal ist die Geschichte eine glaubwürdige, manchmal nicht. Aber die richtige Songauswahl ist immer wie eine Schlacht. Leonards Song „First We Take Manhattan“ z.B. kannt ich zunächst nur in der Version von Jeniffer Warnes, also auch nur als ein Cover vom Original. Aber es hat mir auf Anhieb gut gefallen, weil es ein wirklich guter Song ist. Und je öfters ich mir dann das Original anhörte, umso mehr wurde mir die Tiefe des Textes bewusst. Ein Grund also mehr, diesen grossartigen Song von Leonard aufzunehmen…“

aus: JOE COCKER – Die Biografie – Mit Gänsehaut durch die Jahrzehnte – HANNIBAL Verlag, von Christof Graf

„Mein Leben bestand nicht immer aus Glück und Erfolg“

hiess eine meiner Überschriften in dem HIFI-MAGAZIN HÖRERLEBNIS, als ich 2010 über seine HARD KNOCKS-Tournee schrieb, welche auch in meiner 2014er Biografie „Mit Gänsehaut durch die Jahrzehnte“ dokumentiert ist. Vier Jahre später hat sie noch immer Bedeutung…

Woodstocklegende Joe Cocker mit HARD KNOCKS auf Tournee

Joe Cocker ist ein Großmeister von Balladen, die im weiten Feld des Rhythm & Blues angesiedelt sind. Egal, ob die Songs speziell für sein eigenes Timbre geschrieben wurden, oder ob er sich an Klassikern der Rockgeschichte heranwagt, es ist einfach genial, wie er selbst aus einem eher geradlinig strukturierten Popsong das beste herausholt. Beispiele hierfür finden sich genug. Doch es waren nicht immer nur Glück und Erfolg, die Joe Cocker auf seinem bisherigen Lebensweg begleiteten. Seine Geschichte ist letztendlich auch Abbild vom Hoch und Tief des Rock`n`Roll. Cockers Stimme klingt immer noch wie zu Beginn seiner Karriere: Urgewaltig und mitreißend. Seine für ihn typische Gestik, nämlich mit Händen und Armen zu kommunizieren, macht ihn unverkennbar.

Joe Cocker ist ein moderner Klassiker. Mit den zahlreichen Gold- und Platinauszeichnungen zählt der mittlerweile 66-jährige Cocker zu den wenigen absoluten und unbestrittenen Superstars in Europa, die mit jeder Veröffentlichung ihr Publikum aufs Neue begeistern. In Saarbrücken begann er am 23. Oktober 2010 seine Tournee, die ihn seitdem erneut um die Welt reisen lässt.

Kerngesund und auf der Höhe seines Schaffens genießt der am 20. Mai 1944 als John Robert Cocker in Sheffield (England) geborene Künstler seinen seit 20 Jahren anhaltenden Erfolg. „Viele Leute fragen mich nach Woodstock, was es für mich bedeutet“, meint Joe Cocker und erinnert sich nur noch an die infernalische Interpretation der US-Hymne, die damals Jimi Hendrix als apokalyptischer Vorreiter vom Niedergang eines Lebensgefühles gen Himmel schickte. Der ‚Star Bangled Banner‘ war wie ein Abschiedssignal – werft eure Blumen weg, es ist vorbei“, interpretiert Cocker Hendrix. „Die Leute haben eingesehen, dass sie das System nicht von außen bekämpfen können, dass man Teil des Systems werden muss, um es von innen heraus zu verändern. Ich nehme an, dass die Leute genau das in den letzten 30 Jahren getan haben. Ich treffe dauernd Leute, die in Woodstock waren. Die Typen haben kaum noch Haare, tragen Anzüge und arbeiten als Ärzte und Anwälte, ich dagegen habe immer nur Musik gemacht.“

Joe Cocker lächelt, wenn er hinzufügt: „Und zwar für alle diejenigen, für die Popmusik ein Ventil für das gesellschaftliche Ungleichgewicht war.“

Wenn sich heute Joe Cockers Stimme dem expressiven Zenit eines Songs nähert, sich sein Rückgrat weit zurückbeugt, er seine Arme rudern lässt, so als würde er Halt vor irgendetwas suchen, ist das keine theatralische Geste, sondern Ausdruck eines Stücks seiner persönlichen Rockgeschichte.

Getreu dem Motto „It`s the singer, not the song“ erlebt Joe Cocker 1982 den Beginn seines Comebacks. Zusammen mit Jennifer Warnes macht er den Song „Up Where We Belong“ zum Superhit und veröffentlicht das Album „Sheffiel Steel“. Was folgt, ist eine nunmehr 40jährige zweite Erfolgsstory im Leben des Künstlers, die durch Hits wie „You Can Leave Your Hat On“ (1986), „Unchain My Heart (1987) und „When the Night Comes“ (1989) untermauert wird.

Und auch in den 90-er Jahren ist der „Stehaufmann des Rock“ lebendiger und authentischer denn je. Als „die berühmteste weiße Blues-Stimme“ zollen ihm sämtliche Größen der Szene Respekt. Künstler wie Ray Charles, Elton John oder Prince liefern ihm Songmaterial, das er zu Goldenen Schallplatten macht.

Für seine Verdienste um die Musik verlieh ihm die Universität seiner Heimatstadt Sheffield sogar die Ehrendoktorwürde. Keine Frage, Joe Cocker ist im Kampf des Lebens als ein Sieger hervorgegangen. Und vielleicht ist es genau das, was man aus jeder seiner Interpretationen heraushört. Für sein Publikum ist und bleibt er der ehrlichste und direkteste Sänger ohne Verschleißcharakter. Kaum ein anderer Künstler weiß Ahnung und Vermutung emotionaler Exzesse besser zu vermitteln und dabei auch noch generationsübergreifend zu überzeugen. Cocker scheint das zu sein, was die Magie der Rockmusik ausmacht. Auf dem aktuellen Album „Hard Knocks“ legt er davon erneut Zeugnis ab.

Er hat 21 Studio- und 4 Live-Alben veröffentlicht. Aber „Hard Knocks ist wesentlich poppiger als die Veröffentlichungen der vergangenen Jahre“, erzählt er. „Die Aufnahnen der zehn neuen Stücke entstanden in Los Angeles unter der Regie von Matt Serletic, der auch schon Carlos Santana produzierte. Ich sagte ihm, dass ich eine moderne Platte machen wollte, allerdings nicht zu modern.“ Bei einem Song arbeitete Joe Cocker mit Nashville-Legende Tony Brown, der u.a. Pianist für Elvis Presley gewesen war. „Ich wurde für meine Coverversionen oft kritisiert“, erinnert er sich. „Mitten in der Produktion meinte einer: ,Okay, Joe, ich denke, die Leute erwarten wohl ein paar Coverversionen von dir‘ – und es gab auch Diskussionen über ein Duett mit Joss Stone. Als ich dem Label allerdings die Stücke ablieferte, waren die Leute dort komplett happy damit, und ich dachte mir: ,Na, das ist doch mal eine Abwechslung.‘ Wir haben nicht allzu viele sanfte Balladen auf dem Album. Matt hatte mich gebeten in einer bestimmten Tonart zu singen, und da waren einige Noten dabei, die etwas zu hoch für mich sind. Ich drucke mir die Texte immer aus, aber als ich auf das Blatt hinüber sah, konnte ich nichts erkennen. Ich hatte ziemlich große Angst und musste zum Arzt gehen. Sie sagten, ich hätte einen ,Schlag‘ im Auge – das ist allerdings nicht zu vergleichen mit einem ,Hirnschlag‘, aber es ist nie wieder ganz geheilt. Die Ärzte meinten, es sei wohl ein Stück Plaque (eine Wandanlagerung an der Innenschicht arterieller Blutgefäße) abgebrochen und oben in einem Blutgefäß hängen geblieben. Dadurch entstand eine Art Wolke in meinem Auge, und das Blut kommt nicht zur Netzhaut durch. Das ist natürlich nur eine kleine Nebengeschichte, aber jedes Mal, wenn der Song erwähnt wird, denke ich: ,Oh ja, DER.'“.

Anders als viele Musiker, die jede neue Veröffentlichung als ihre bislang beste preisen, macht sich Joe Cocker nicht viel aus dem üblichen „Next Level Shit“-Hype. Viel lieber lässt er den Hörer urteilen.

Dennoch seien einige Frage erlaubt:

„Ein Jahr ohne Joe Cocker ist kaum mehr denkbar. Fühlen Sie keine Verschleißerscheinungen?“

Joe Cocker: Nicht, wenn das „Unternehmen“ Rock-Business heißt. Nein, aber ernsthaft, jedes Album, jede Tournee ist immer wieder ein neues Abenteuer mit seinen eigenen Reizen, denen du dich nicht entziehen kannst. Das ist der Grund, warum du diesem „Unternehmen“ so lange treu bleibst. Letztendlich ist Musik mein Leben, die Definition meines Daseins, das verschleißt sich so schnell nicht.

Und Welche Erinnerungen haben Sie an Woodstock 1969?

Joe Cocker: Es war wie auf Droge gewesen zu sein, ohne Drogen genommen zu haben. Es war alles so friedlich, fantastisch und magisch. Überall gute Laune und ich war überhaupt nicht nervös.

Sind Sie heutzutage nervös?

Joe Cocker: Nicht mehr, wenn mich der Conferencier angekündigt hat.

Mittlerweile ist Ihr Publikum generationsübergreifend. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen im immer kurzlebigeren Musikmarkt?

Joe Cocker: Das hat einen einfachen Grund: Die Kids hören die Musik im Haus oder Auto ihrer Eltern. Einige der Songs dringen in ihr Ohr und bleiben darin. Das ist die Philosophie eines jeden guten Rock-Songs.

Was erzählen Sie ungern?

Joe Cocker: Manchmal komme ich mir wie eine Journalistentrophäe vor. Jeder will mich mal nach meinen Alkohol- und Drogenexzessen gefragt haben. Man muss nicht wirklich unglücklich sein, um den Blues singen zu können. Man muss nur mit dem Leben klarkommen können. Ich habe mehr als 30 Welttourneen rund um den Globus absolviert, und ich bin glücklich darüber, dass es immer noch ein Publikum gibt, das mich hören möchte.

Sie machten bereits drei Songs von Leonard Cohen zu Hits: „Bird On a Wire“ (1972), „I`m Your Man“ (1989) und „First We Take Manhattan“ (1999) – warum gerade drei Songs von Leonard Cohen?

Joe Cocker: Bevor ich mich dazu entschließe, eine Coverversion aufzunehmen, muss ich überzeugt sein, dass ich dem Song etwas hinzufügen kann, das konnte ich bei Leonard Cohen tun.

Was macht für Sie die Magie eines guten Rocksongs wie z.B. „With A Little Help From My Friends“ aus?

Joe Cocker: Neben der Melodie, die nicht nur ins Ohr, sondern auch durch den ganzen Körper zu gehen hat, ist es die Geschichte, die du erzählst. Sie muss zu dir passen und man muss sie dir abnehmen.

In dem Song „Sail Away“, der jahrelang für die „Beck`s Bier“ – Werbung verwendet wurde, singen Sie „Sail away and dream your dream.“ Wohin würden Sie gerne segeln und welchen Traum träumen Sie?

Joe Cocker: Am liebsten „segele“ ich nach Hause. Ein Zuhause zuhaben ist für mich der wertvollste Traum, den man haben kann. Ansonsten lebe ich immer nur für den Moment.

Diese Momente sind nacherlebbar, wenn Joe Cocker auf der Bühne steht. Dann, wenn das Saallicht erlischt und Joe Cocker von seiner derzeit sechsköpfigen Begleitband mit zwei sexy Sängerinnen mit „Get On“, einem der zehn neuen Songs vom neuen Album „Hard Knocks“, angekündigt wird. Dann, wenn der 66jährige bei „Feelin‘ Alright“ sein Jacket auszieht und die Hemdsärmel hochkrempelt und das macht, womit er neben seiner unverkennbaren Stimme weltberühmt wurde: Er fuchtelt mit seinen Händen und Armen fast tranceartig herum, um sich scheinbar in die Tiefe seiner Songs hineinzutransportieren. Das Publikum zolltr ihm mit tosendem Applaus Respekt. Doch das war nicht immer so.

Seit Ende der 60er gilt Joe Cocker zwar als unkaputtbare Woodstocklegende. In den 70ern allerdings gab er sich ausschweifend Alkohol und Drogen hin und soff sich fast sein Hirn weg.

Zu Beginn der 80er schaffte er es, dem Teufel gerade noch mal von der Schippe zu springen und legte ein beeindruckendes Comeback mit dem Jennifer Warnes-Duett „Up Where We Belong“ hin. Seitdem schaffte es Joe Cocker mit jedem seiner bisher 22 Alben jeweils mindestens einen Topten- oder gar Nr.1-Hit mit Gänsehautcharakter abzuliefern. Und genau diese Gänsehaut weiß Cocker auch 2010 bei seinen aktuellen Konzerten noch immer zu fabrizieren. Egal, ob bei den Evergreens „Summer In The City“ und „You Are So Beautiful“ oder bei den All-Time-Klassikern „Leave Your Hat On“, „Unchain My Heart“ oder seinem auch 41 Jahre nach Woodstock noch immer funktionierenden „Urschrei“ bei „With A Little Help From My Friends“: Cocker weiß, warum die Fans zu ihm kommen und gibt ihnen, was sie brauchen – seine alle menschlichen Gefühlswelten ansprechende Stimme bei soul- und bluesdurchdrängten Rocksongs mit Ausnahmecharakter.

Nach etwa 100 Minuten ist die Reise durch die Jahrzehnte, vollgepackt mit unvergesslichen Hits, vorbei und Joe Cocker hat sich und seinen ebenso durch die Jahrzehnte gereisten Fans wieder einmal auf elegante Weise bewiesen, wie zeitlos Vergänglichkeit sein kann.

Weitere Artikel dieser Art erschienen u.a. auch in DIE RHEINPFALZ

Leonard Cohen und … Udo Jürgens : Udo Jürgens ist tot – Über 1000 Lieder, über 100 Millionen verkaufter Alben und in Leonard Cohens 1972er Tour-Doku „Bird On a Wire“ mit dabei. Udo Jürgens ist heute gestorben.

Die Nachricht überraschte. Udo Jürgens ist tot. Wäre er Engländer oder Amerikaner, er wäre einer der großen Singer/ Songwriter der Populären Musik, die in einem Atemzug mit Dylan, Young oder Cohen genannt würde. Er ist/ war aber Österreicher, deutschsprachiger Sänger und ist dennoch zu den großen Singer/ Songwriterns unserer Zeit zu zählen. Er schrieb über 1000 Lieder, Bob Dylan über 500, Leon Cohen über 150. Er verkaufte über 100 Millionen Alben, Dylan mehr, Cohen weniger. Udo Jürgens verstarb am 21. Dezember an den Folgen eines Herzinfarktes.

Es gab aus meiner sicht zwei Berührungspunkte zu Leonard Cohen. Zum einen ist er in der 1972er Film-Dokumentation „Bird On a Wire“ zusammen mit Cohen im Smalltalk zu sehen, als dieser von Jürgens nach einem Konzert backstage besucht wurde. Zum anderen unterhielt ich mich 1994 mit Udo Jürgens u.a. darüber in einem Mainzer Hotel für die SAARBRÜCKERZEITUNG im Vorfeld seiner Tournee, die Jürgens auch nach Saarbrücken führte.

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COVER-Versionen : Hallelujah von Katherine Jenkins – die Zweite

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Mit ihrer Stimme verbindet sie musikalische Genres. Die britische Mezzosporanistin feiert zehnäjriges Jubiläum. vor zehn Jahren veröffentlichte die Jenkins Premiere – es sollte eines der schnellst verkaufenden Klassikalben aller Zeiten werden. Dies war der Beginn der internationalen Erfolgsgeschichte von Katherine Jenkins.

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Foto: Christof Graf

Auf ihrem neuen Album Katherine Jenkins – produziert von Patrick Hamilton und aufgenommen in den legendären Abbey Road Studios – wendet sich Katherine Jenkins wieder verstärkt der Klassik zu und interpretiert beliebte Werke von Komponisten wie Bach, Beethoven, Holst und Elgar. Zudem hat sie Welthits der Popmusik wie „We Are The Champions“ von Queen, „Barcelona“ von Freddie Mercury und Montserrat Caballé sowie eine eigens für ihr Album kreierte Textfassung von Ludovico Einaudis „Il Giorni“ eingesungen. Das Album spiegelt die Entwicklung der Studentin Katherine Jenkins, ausgebildet an der „Royal Academy of Music“ in London, zu einer der erfolgreichsten Sopranistinnen der Welt wider.

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Auf der Bonus-CD ist Cohen`s Hellelujah

Die erfolgreichste Klassikkünstlerin Großbritanniens nutzt ihr neues Album auch für eine leidenschaftliche Liebeserklärung an ihre Heimat. Der Titel „Land Of My Fathers“ ist die walisische Nationalhymne. Prominente Unterstützung für das Album kommt von Stargeiger David Garrett, der an der Seite von Katherine Jenkins in der „Ode an die Freude“ aus Beethovens 9. Symphonie zu hören ist und dem Tenor Alfie Boe als Duettpartner in „Barcelona“. Das Album enthält eine Best-Of-Bonus-CD, auf der sie auch Leonard Cohen`s Hellulujah covert. Auf der Ultimate-Collection-CD war Q“Hallelujah“ auch schon einmal enthalten.

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Neues Buch: Sharon Robinson`s On Tour With LC.

Out now.

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Sharon Robinson has been associated with Leonard Cohen since touring with him as a singer in 1979-80. She co-wrote and produced Cohen’s 2001 album, Ten New Songs, (one of Rolling Stone’s „Top 100 Albums of the Decade“), and co-authored the Cohen classics, „Everybody Knows“ and „Waiting for the Miracle.“ A Grammy winning songwriter, Robinson’s work has been covered by artists as diverse as Patti LaBelle, Don Henley, Aaron Neville, and Roberta Flack to name a few. Robinson’s solo album, Everybody Knows (2008), garnered wide critical acclaim, as have her recent performances on the Cohen World Tour. Sharon once worked as the staff photographer at the world-famous Coconut Grove nightclub in Los Angeles. Sharon is currently working on a new album that will be released in early 2015.