KW-09-2026: Interview mit THE BLACK CROWS – Gitarrist Rich Robinson via ZOOM: „Cohen ist brillant, aber er erreichte mich nie so wie Dylan.“

Hat Leonard Cohen eine ähnliche  Relevanz wie Bob dylan für dich?

Rich: Nein, Bob Dylan war genug für mich. Ja, Cohen ist brillant, aber er erreichte mich nie so wie Dylan. Mit Bruce Springsteen geht es mir übrigens ähnlich, er ist ebenso brillant, hat mich aber nie erreicht oder mich durchdrungen, so wie es Bob Dylan getan hat.

KW-08-2026: DANCE ME – The Montreal Jazz Ballet – Live in Germany 2026 – DANCE ME: Die Musik von Leonard Cohen beim 37. Kölner Sommerfestival 2026 – Vom 4.-9. August 2026 in der Kölner Philharmonie

Ballets Jazz Montreal

DANCE ME ist eine moderne, mitreißende Tanzproduktion, inspiriert von der Musik und den Texten des kanadischen Sängers, Songwriters und Dichters Leonard Cohen. Seine Lieder handeln von Liebe, Sehnsucht, Hoffnung, Zweifel und dem Leben selbst und genau diese Themen stehen im Mittelpunkt dieser besonderen Show.

Auf der Bühne werden Cohens bekannteste Songs in ausdrucksstarken Tanz übersetzt. Die Inszenierung ist in fünf »Jahreszeiten« gegliedert, die verschiedene Phasen des Lebens widerspiegeln. Mal kraftvoll und dynamisch, mal ruhig und berührend erzählt DANCE ME Geschichten, die jede:r nachempfinden kann. In DANCE ME verschmilzen Musik, Bewegung, Licht und Video zu einem intensiven Gesamterlebnis. Der 2016 verstorbene Leonard Cohen hat DANCE ME noch zu Lebzeiten persönlich genehmigt.

Quelle & Infos: https://www.koelner-philharmonie.de/de/konzerte/dance-me-die-musik-von-leonard-cohen/9492

KW-07-2026: FIELD COMMANDER C – Live in Kaiserslautern – Konzertreview by Christof Graf

 

Leonard Cohen-Tribute-Projekte gibt es einige. Das von Rolf Ableiter und seinem „Field Commander C.“ – Ensemble ist ein besonderes. Das Konzert von Field Commander C. am 8. Februar 2026 in der Christuskirche Kaiserslautern war ein atmosphärischer Höhepunkt der aktuellen Tournee „The Songs of Leonard Cohen“.

Leonard Cohens Live Auftritte gegen Ende der 70er Jahre sind legendär und gelten für viele Cohen Fans als die besten in seiner langen, musikalischen Laufbahn. Die gefeierten Konzerte mit großer Besetzung wurden im erst 2001 erschienenen Album „Field Commander Cohen“ eindrucksvoll dokumentiert, welches dem Leonard Cohen-Tribute-Projekt „Field Commander C.“ von Rolf Ableiter den Namen gab.

Der Sound orientiert sich ganz am Klang dieser legendären Shows und so offerierte „Field Commander c“ eine einzigartige Zeitreise zurück zu Leonard Cohens Live-Performances der damaligen Tournee 1979/ 1980, die Cohenb einst auch nach Deutschland führte.

Unter dem Motto „Early Works – The Roots Of Hallelujah“ verwandelte  Frontmann Rolf Ableiter und sein Ensemble das Kaiserslauterer Gotteshaus in einen Ort melancholischer Poesie und klanglicher Präzision.
Die Akustik der Christuskirche bot den idealen Rahmen für das Programm „Early Works – The Roots of Hallelujah“. In einer intimeren Besetzung mit
Rolf Ableiter – Gesang, Gitarre
Ira Diehr – Gesang
Anne de Wolff – Gesang, Cello
Klaus Marquardt – Geige
und Klaus Eichberger – Akkordeon 
– als bei der großen 10-köpfigen Show konzentrierte sich der Abend auf die frühen Meisterwerke Cohens.
Rolf Ableiters Stimme bestach durch seine Cohen-ähnliche, sonore Baritonstimme, die besonders bei Klassikern wie „Suzanne“ und „Famous Blue Raincoat“ ihre volle Wirkung entfaltete.
Die Begleitung durch Cello, Violine und Orgel schuf eine sakrale, fast schon andächtige Stimmung, die das Publikum sichtlich berührte.
Die Highlights des Abends konzentrierten sich auf den Fokus der Lieder, die die Entstehungsgeschichte von Leonard Cohens Welthits darstellten:
Das Ensemble arbeitete insbesondere bei Liedern wie „Hallelujah“ und „Dance Me To The End Of Love“ die spirituellen Wurzeln des Songs heraus und sorgte für den emotionalen Gänsehautmoment des Abends.
Zwischen den Liedern lockerte Ableiter die schwermütige Stimmung mit persönlichen Anekdoten und Hintergrundwissen über Cohens Leben auf. Das Konzert endete, wie für die Band üblich, mit lang anhaltenden Standing Ovations in der voll besetzten Kirche.
Ein kurzweiliger Abend, mit einer kleinen 15 minütigen Pause nach knapp einer Stunde und einem zweiten Teil von gleicher Spiellänge, der nicht nur eine Kopie des Originals war, sondern eine ehrliche und virtuose Verbeugung vor dem großen Poeten.
Photos: Christof Graf

Weitere Tournee-Daten 2026/ 2017 : 

KW-06-2026: coming soon …. a new book : Hallelujah & Schalom: Eine Verneigung vor Leonard Cohen

Hallelujah & Schalom: Eine Verneigung vor Leonard Cohen Taschenbuch – 26. Januar 2026

 


QUELLE/ PRODUKTINFORMATION: „Keep my music alive”, sagte Leonard Cohen einst auf einem seiner letzten Deutschlandkonzerte. Der Autor Holger Jenrich und der Musiker Lutz Debus leisten diesem Aufruf Folge. Die Cohen-Liebhaber entwickel­ten 2023 das ursprünglich nur zum einmaligen Auftritt geplante, abendfüllende Programm „Hallelujah & Schalom“. Die Resonanz war so überwältigend groß, dass sie mit diesem Programm nun seit Jahren durch Deutschland touren und Abend für Abend Kirchen, Synagogen, Buchhandlungen, Museen und Kulturzentren füllen. Die Musiker schaffen mit dem Publikum eine Verbundenheit, ein hoffnunggebendes Gemeinschaftsgefühl, das ganz in Cohens Sinne wäre. Jenrich und Debus interpretieren seine Klassiker auf ihre eigene Art. Die 13 Songs in dem Programm „Hallelujah & Schalom“ begleiten das Duo schon sehr lange, und so erfährt das Publikum auch viel Persönliches und Geschichten der Musiker um die legendären Songs. In diesem Band lassen sich diese Anekdoten, Erfahrungen und Gedanken nachlesen – und mit großer Sicherheit auch nachfühlen.

KW-05-2026: Happy 75th Birthday Phil Collins (30.1.2026) – Das Angebot einen Cover-Song für Leonard Cohen aufzunehmen, lehnte er vor 31 Jahren, 1995 ab.

photo: christof graf

Phil Collins, Genesis-Sänger und Solist lehnte es ab, auf dem 1995 erschienenen Leonard Cohen Tribute-Album Tower of Song: The Songs of Leonard Cohen mitzuwirken. Ja, Peter Gabriel und so viele andere waren mit dabei: Don Henley von den Eagles, Martin Gore (Depeche Mode), Sting, Bono (U2), Tori Amos, Elton John, Billy Joel und einige andere steuerten jeweils eine Coverversion ihres Lieblingsliedes bei. Nur eben Phil Collins nicht, obwohl er angefragt war.

Da er ein Fan des Schlagzeugers sei, erklärte Cohen die Ablehnung einmal in einem Gespräch beim US-Musik-TV-Sender MTV: „Ich habe ihn gefragt, und er hat abgelehnt“. Doch Cohen blieb hartnäckig und setzte nach Collins‘ Ablehnung nach, um ihn zu überzeugen. Wie von Cohen zu erwarten, war sein Flehen angemessen poetisch und verglich das Paar mit zwei klassischen Größen.

„Und ich schrieb ihm mit den Worten: ‚Würde Beethoven Mozarts Einladung ablehnen?'“ erinnerte sich Cohen. Collins gab ihm eine Antwort und setzte sogar Cohens Metapher fort, aber er war immer noch nicht überzeugt, an dem Projekt teilzunehmen. „Er schrieb ein schönes Fax zurück und schrieb: ‚Beethoven muss ablehnen, weil Beethoven mit so-und-so auf Tour geht…'“ erklärte Cohen.

Trotz der Enttäuschung über Collins‘ Ablehnung behauptete Cohen, es sei ein „sehr charmantes Fax“ und „vollkommen legitim“. Es erscheint schockierend, dass Collins nicht in der Gesellschaft derjenigen sein möchte, die zum Album beigetragen haben.

KW-05-2026: Field Commander C. »Leonard Cohen’s Early Works – the Roots of Hallelujah« – Live in Hamburg – Ein Gastbeitrag von Michael Brenner

archiv-foto: christof graf/ Laeiszhalle; früher: Musikhalle, Hamburg

Gedanken zum Leonard Cohen Tribute-Konzert an einem historischen Ort

von MIchael Brenner

1970 spielte Leonard Cohen zum ersten Mal in Deutschland und in Europa. Der Ort: die historische Musikhalle in Hamburg, ein neobarockes Konzerthaus. Ich war damals ich ein 18-jähriger Junge auf dem Weg zum Abitur.

Im Rückblick aus dem Jahr 2026 beschreibt Künstliche Intelligenz das Jahr 1970 mit folgenden Sätzen: Das Jahr 1970 markierte den Beginn eines turbulenten Jahrzehnts, geprägt von Ost-West-Annäherung durch Willy Brandts Politik, dem Höhepunkt des Vietnamkriegs, der Apollo-13-Mission und dem Zerfall der Beatles. Kulturell dominierten Schlaghosen, Plateauschuhe und der aufkommende Umweltschutz. Es war ein Wendepunkt für massive soziale Umbrüche und den Generationenwechsel.

Wir schreiben das Jahr 2026. Die Welt ist eine andere geworden. Dass sie besser und schöner geworden ist, wie Viele meiner Generation 1970 erhofften, kann ich nicht sagen. Vor fast zehn Jahren ist Leonard Cohen im November 2016 verstorben. In der Gegenwart bin ein alter Mann von 74 Jahren.

Der 23. Januar 2026 ist ein eiskalter Winterabend und ich besuche mit einem Freund das Leonard Cohen Tribute-Konzert der Gruppe Field Commander C. in der Laeiszhalle.  Es ist die frühere Musikhalle am Johannes-Brahms-Platz (früher: Karl-Muck-Platz) unter neuem Namen und gehört heute zur Elbphilharmonie. Im Jahr 1968 fand in der Musikhalle die feierliche Veranstaltung zu meiner Jugendweihe statt, die ich schon lange vergessen hatte. In dem alten Verwaltungsgebäude gegenüber erlebte ich Ende 1970 meine Verhandlung als Kriegsdienstverweigerer.

Das Leonard Cohen Tribute Konzert war vom Veranstalter angekündigt als „eine Hommage an den großen, kanadischen Singer-Songwriter Leonard Cohen und eine der eindrucksvollsten Cohen-Live-Shows, die Deutschland zu bieten hat. Neben der großen Formation, die sich ausgiebig der legendären Tour von 1979 widmet und bundesweit in den renommierten Konzerthäusern für Gänsehaut und minutenlange Standing Ovations sorgt, geht Rolf Ableiters Field Commander C. nun mit intimerer Besetzung auf Spurensuche. »Leonard Cohen’s Early Works – the Roots of Hallelujah« ist der Titel des neuen Programms.

Wer sich mit Leonard Cohen beschäftigt, kommt um den Song »Hallelujah« nicht herum. Wenn man aber verstehen möchte, wie dieser unglaubliche Song entstehen konnte, muss man sich mit dem Frühwerk Cohens auseinandersetzen. Songs wie »Suzanne«, »Bird on the Wire«, »So Long Marianne«, »Famous Blue Raincoat«. sind neben »Hallelujah« mit die berühmtesten Werke Cohens und entstanden alle in der Schaffenszeit der ersten vier Alben.  Die Gäste erwartet ein Abend voller Melancholie, Poesie, virtuoser Spielfreude und Geschichten rund um sein grandioses Frühwerk – gefühlvoll interpretiert mit Gitarre, Violine, Cello, Orgel und Akkordeon.“

Für mich und für Leonard Cohen-Fans ist der Veranstaltungsort Musikhalle ein historischer Ort. Hier hat Leonard am Anfang seiner Karriere am 4. Mai 1970 sein erstes Konzert in Deutschland und in Europa gegeben. Fast genau 55 Jahre später treten Rolf Ableiter und Field Commander C. mit ihrem Tribute-Konzert am selben Ort auf.

1970 traten wenige Wochen vor Leonard Cohen gemeinsam Judy Collins und Tom Paxton am selben Ort auf. Judy Collins, zur Erinnerung, war diejenige Folksängerin, die ganz wesentlich zum Start von Leonard Cohen Cohens Karriere beigetragen hat. Das Konzert von Judy Collins und Paxton habe ich damals besucht, zu Leonard bin ich leider nicht gegangen. Bis heute bedauere ich es sehr.

Das Leonard Cohen-Konzert von Mai 1970 wurde von dem legendären Fotografen Günter Zint mit zahlreichen Fotos dokumentiert. Diese wurden vor einigen Jahren mit Zints Zustimmung in dem Buch »Blicke auf Leonard Cohen« von Christof Graf und Michael Brenner veröffentlicht.

Drei Monate später, im August 1970, ist Leonard Cohen dann beim Open Air Festival auf der Isle of Wight aufgetreten. Statt der erwarteten 30.000 oder 40.000 Zuschauer kamen nach Schätzungen mehr als eine halbe Million Menschen. Die Organisation war dem nicht gewachsen und die Stimmung wurde aggressiv, auch gegen die Künstler. Doch Leonard Cohen gelang es mit seinem legendären nächtlichen Auftritt, die wütenden Festival Teilnehmer zu beruhigen und friedlich zu stimmen.

Das Tribute Konzert 2026 von Rolf Ableitner und Field Commander C. brachte den Besuchern einen schönen Abend. Die Veranstaltung war bis auf wenige Restplätze ausverkauft. Mir hat es sehr gefallen und dem Rest Zuschauer ganz offensichtlich auch. Sie waren begeistert. Zwischen den einzelnen Songs gab Rolf Ableiter jeweils Erläuterungen zu Leonard Cohen und dem nachfolgenden Song. In Hamburg erwähnte er auch Judy Collins und erzählte die Vorkommnisse von der Isle of Wight.

Zwei Songs ragten an diesem Abend für mich heraus, Sisters of Mercy und Hey, That’s No Way to  Say Goodbye, ohnehin zwei meiner Lieblingssongs.
Bei YouTube sind viele Konzert-Ausschnitte der Gruppe Field Commander C. zu finden. Es lohnt sich, sie sich anzusehen.