photos: Christof Graf
STEVE HACKETT – KLANGERLEBNIS EINER LEGENDE, Alte Oper, Frankfurt a.M.
Das gestrige Konzert in der Frankfurter Alten Oper begann um 20:00 Uhr im Großen Saal. Unter dem Titel „Best of Genesis & Solo Gems 2026 Tour“ bestand das ca. zweieinhalbstündige Konzert mit einer 20 minütigen Pause aus drei Akten. Akt 1 war Steve Hackett`s Solo-Set. Er präsentierte sieben Songs aus seiner Solo-Karriere nach seiner Zeit als Gitarrist bei Genesis. Nach der Pause folgte Akt II mit „The Best Of Genesis“ zu Zeiten, als Steve Hackett noch an den Saiten der Rocklegende hing (1971-1977). Nach „Supper’s Ready“ folgte mit „Dance on a Volcano“, ebenfalls ein Genesis-Song die erste Zugabe und damit Akt III, gefolgt von einem Schlagzeug-Solo und dem finalen Genesis-Song „Los Endos / Slogans / Los Endos“.
Die Alte Oper wurde zum Schauplatz musikalischer Erinnerung, technischer Brillanz und erstaunlicher Vitalität. Steve Hacketts kunstvoll ausbalancierter Progressive Rock, der zwischen feinsinniger Klangmalerei und eruptiver Wucht eskalierte, faszinierte das – erwartungsgemäß vorwiegend aus Boomern bestehende Publikum. Er präsentierte Solostücke aus verschiedenen Phasen seiner Karriere. Schon der erste Teil mit „The Devil’s Cathedral“, „Every Day“, „The Sea Inside“, „Ace of Wands“, „The Steppes“, „Camino Royale“ und „Shadow of the Hierophant“ machte deutlich, dass seine Solowerke nicht bloß Vorspann zum erwartbaren Nostalgieteil waren, sondern eigenständige, atmosphärisch dichte Kompositionen von beeindruckender Spannweite. Vor allem „Ace of Wands“ und „Every Day“ wirkten wie pointierte Erinnerungen daran, wie melodisch, scharf konturiert und zugleich erzählerisch Hacketts Gitarrensprache bis heute geblieben ist. Großen Szenenapplaus erfuhren immer wieder die einzelnen Mitglieder der harmonisch zusammenwirkenden Band mit Lalle Larsson an den Keyboards und Felix Lehrmann am Schlagzeug sowie Jonas Reingold, Rob Townsend und der oft eindringlichen Engelsgesang zelebrierenden Nad Sylvan.
Rhythmische Präzision, orchestrale Dichte und stilistische Beweglichkeit machen die Band um den 76 jährigen britischen Musiker und Komponisten zu einem Klangerlebnis der besonderen geradezu entfesselnden Art.

Nach der Pause verschob sich der Schwerpunkt auf das Genesis-Material, womit sich Hackett zum authentisch anmutenden Bewahrer dieser „alten“ Genesis-Ära macht. Mit „Dancing With the Moonlit Knight“, „The Cinema Show“ und „Aisle of Plenty“ baute das Konzert eine Brücke in die frühe 1970er-Jahre-Phase von Genesis, und gab danach mit „Firth of Fifth“ und „Supper’s Ready“ dem Abend eine geradezu symphonische Architektur. Schnell wurde deutlich, daß Steve Hackett ein Künstler ist, der sein Erbe nicht einfach nur verwaltet oder sentimental reproduziert, sondern ihm Leben einhaucht und es damit unvergessen macht.
Die Setlist:
Set 1: Solo Gems
The Devil’s Cathedral
Every Day
The Sea Inside
Ace of Wands
The Steppes
Camino Royale
Shadow of the Hierophant(Instrumental Section)
Set 2: Best of Genesis
Dancing With the Moonlit Knight(Genesis song)
The Cinema Show(Genesis song)
Aisle of Plenty(Genesis song)
Lalle’s Keyboard Solo
Firth of Fifth(Genesis song)
Supper’s Ready(Genesis song)
Encore:
Dance on a Volcano(Genesis song)
Felix’s Drum Solo
Los Endos / Slogans / Los Endos(Genesis song)









