…. er feiert nicht nur Geburtstag, er ist auch mit 1 von knapp 1000 Fotos in meinem zweiten Rock am Ring-Buch* enthalten: Gehab Dich wohl, Udo* …
* taken from the book
14. Mai 2016. Alte Oper Frankfurt a.M. Es gibt Tribute-Abende, die funktionieren wie gut geölte Nostalgie-Maschinen. Man hört die großen Hits, sieht ein paar projizierte Fotos, klatscht bei den bekannten Refrains und geht mit dem beruhigenden Gefühl nach Hause, dass die Vergangenheit wenigstens musikalisch noch existiert. Und es gibt Abende wie „HEROES – Alexander Scheer singt David Bowie“ in der Alte Oper Frankfurt, die genau das verweigern. Kein Karaoke der Erinnerung, kein Bowie-Museum, sondern ein zweistündiger Versuch, die innere Temperatur eines Künstlers wiederzufinden, dessen Werk bis heute zwischen Glamour, Abgrund und radikaler Selbstverwandlung oszilliert.
Schon beim Betreten des Großen Saals lag eine eigentümliche Spannung in der Luft. Das Publikum war so heterogen wie Bowies Werk selbst: ältere Fans, die seine Berliner Jahre noch bewusst erlebt haben dürften, Theaterpublikum, Indie-Hörer, neugierige Literaturmenschen. Die Alte Oper erwies sich dabei als idealer Ort für diesen Abend. Anders als die großen Mehrzweckhallen, deren Akustik in Frankfurt oft kritisiert wird, besitzt der Saal jene kontrollierte Wärme, die Musik atmen lässt. Gerade in den leisen Momenten wurde deutlich, wie sehr dieser Raum auf Nuancen reagiert.
Alexander Scheer betrat die Bühne nicht wie ein Rockstar. Eher wie ein Schauspieler, der eine Figur beschwört, ohne sie imitieren zu wollen. Und genau darin lag die größte Stärke des Abends. Scheer versucht zu keinem Zeitpunkt, David Bowie zu kopieren. Er übernimmt weder Gestik noch Stimme, weder die berühmte Distanz noch das kalkulierte Außerirdische. Stattdessen nähert er sich Bowie von innen. Seine Interpretation basiert auf Textverständnis, auf Haltung, auf emotionaler Wucht.
Schon die ersten Songs machten klar, dass hier nicht bloß eine Setlist abgespult wird. Die Band spielte mit rauer Präzision: Fee Aviv Dubois an der Gitarre setzte schneidende, oft fast expressionistische Akzente, während Steve Patutas Keyboards immer wieder jene schimmernden Klangflächen erzeugten, die sofort an Bowies Berliner Phase erinnerten. Rhythmisch blieb alles beweglich; nie steril, nie überarrangiert. Statt bombastischer Originaltreue dominierte ein lebendiger, manchmal bewusst unperfekter Zugriff.
Besonders eindrucksvoll war die dramaturgische Idee des Abends. Grundlage des Programms ist jene legendäre Liste von hundert Büchern, die Bowie selbst einst als prägend für sein Leben bezeichnete. Zwischen den Songs tauchten Texte auf: Fragmente aus Döblin, Dante, Christa Wolf oder Homer. Das hätte leicht prätentiös wirken können. Doch Scheer gelang das Kunststück, diese literarischen Exkurse organisch mit der Musik zu verweben. Plötzlich erschienen Songs wie „Ashes to Ashes“ oder „Heroes“ nicht mehr bloß als Popklassiker, sondern als Teil eines größeren kulturellen Kosmos.
Gerade die Berliner Jahre Bowies standen im Zentrum des Abends. Frankfurt wurde für zwei Stunden zu West-Berlin 1977: eine Stadt der Nachtmenschen, Suchenden, Exzesse und künstlerischen Selbstrettung. Das Bühnenlicht arbeitete viel mit kalten Farben, langen Schatten und abrupten Wechseln zwischen Dunkelheit und gleißender Helligkeit. Manchmal wirkte die Bühne wie ein verlassener Nachtclub kurz vor Morgengrauen.
Der emotionale Höhepunkt kam erwartungsgemäß mit „Heroes“. Doch selbst hier vermied Scheer jede pathetische Überhöhung. Statt hymnischer Stadiongeste entstand etwas Fragiles, fast Zärtliches. Die berühmte Zeile vom Heldsein „für einen Tag“ klang plötzlich nicht triumphal, sondern verzweifelt hoffnungsvoll. Genau darin lag die Größe dieses Moments: Der Song wurde seiner Überverwendung entrissen und bekam seine existenzielle Dringlichkeit zurück.
Überhaupt war dieser Abend erstaunlich körperlich. Scheer sang nicht geschniegelt, sondern mit Risiko. Er presste Töne heraus, brach sie auf, ließ sie kippen. Manchmal klang er verletzlich, manchmal eruptiv aggressiv. Diese Brüchigkeit verlieh den Songs eine enorme Gegenwärtigkeit. Bowie erschien nicht als Denkmal, sondern als Suchender, Getriebener, Grenzgänger.
Beeindruckend war auch, wie souverän Scheer zwischen Konzert, Theater und Performance wechselte. In einem Moment schleuderte er dem Publikum eine Zeile entgegen wie ein Prediger am Rand des Nervenzusammenbruchs, im nächsten saß er still auf einem Hocker und las beinahe flüsternd einen Textauszug. Diese Wechsel erzeugten einen Sog, dem man sich kaum entziehen konnte.
Natürlich gab es auch kleinere Schwächen. Nicht jede literarische Passage fügte sich gleich stark in den musikalischen Fluss ein. Manche Übergänge wirkten etwas didaktisch, und gelegentlich verlor der Abend kurz seine rhythmische Spannung. Doch gerade diese Unebenheiten machten die Aufführung menschlich. Sie verhinderten jene sterile Perfektion, die vielen Tribute-Produktionen eigen ist.
Am Ende stand minutenlanger Applaus. Kein höflicher Kulturbeifall, sondern echte Begeisterung. Viele Zuschauer wirkten, als hätten sie weniger ein Konzert als eine Begegnung erlebt – mit Bowie, aber auch mit den eigenen Erinnerungen, Sehnsüchten und Brüchen.
„HEROES“ in der Alten Oper Frankfurt war deshalb weit mehr als eine Hommage. Alexander Scheer zeigte, dass David Bowie nicht deshalb unsterblich bleibt, weil seine Songs zeitlos wären. Sondern weil sie von Identität, Einsamkeit, Verwandlung und Überleben erzählen – also von all dem, was nie verschwindet. Für einen Abend wurde daraus großes Musiktheater: intensiv, klug, dunkel leuchtend.
Photos: Christof Graf
Der ehemalige Mitmusiker Claptons, Andy Fairweather-Low agiert mit seiner Band „The Low Riders“ als Vorgruppe bei Eric Claptons anschließendem und nach einer kurzen Umbaupause beginnenden ca. 90 minütigen Auftritts in der Mannheimer SAP-Arena. Mit seiner 7-köpfigen Band startet er gleich mit dem Cream-Klassiker „Badge“. Das kurze „Good Evening“ sollte die einzige Publikumsansprache an diesem Abend bleiben. „Slowhand“ Clapton ist kein lauter Rockstar, sondern ein in sich ruhender nur mit Blues-Rock seine eigene musikalische Vita erzählender Künstler. Show-Elemente und das große Rockspektakel gibt es nicht, dafür viel Mythos und eine Reise durch die Rock- und Bluesgeschichte des 20. Jahrhunderts.
Der Abend besteht aus drei Akten: Ein erster elektrischer Akt mit dem Charles Segar Cover „Key to the Highway“ gleich nach dem Opener. Dann das Willie Dixon Cover „I’m Your Hoochie Coochie Man“ und schließlich „I Shot the Sheriff”, einst von Bob Marley & The Wailers im Original publiziert.
Reduziert und präzise agiert Clapton und Band. Keine die Arrangements überladenen Effekte, keine technischen Ballaststoffe. Die Töne, die der mittlerweile 81 jährige „Gitarren-Gott“ seinem Instrument entlockt sind unverwechselbar und einzigartig. Claptons Spielweise wirkt. Fast ausdruckstärker und entspannter, als er seine Songs 2019 zum letzten Mal in Mannheim an gleichem Ort gespielt hat.
Die Erwartungshaltung des vorwiegend aus „Members Of The Boomer-Generation“ bestehenden Publikums in der mit etwa 6500 Zuschauer nicht ausverkauften Arena ist bis dahin erstmal erfüllt.
Dann folgt der akustische Teil des Abends und Die Arena erfährt Clubatmosphäre. Clapton im schwarzen Anzug, weißen Hemd und braunen Freizeitschuhen nimmt auf dem bereitstehenden Stuhl Platz, greift zur akustischen Gitarre und intoniert sitzend zunächst Kindhearted Woman, Nobody Knows You, Golden Ring, Layla und schließlich Tears in Heaven. Spätestens bei „Layla“ hatte Clapton ohne und ganz im dylan-a-liken Kommunikationsstil das Publikum auf seiner Seite, ohne auch nur ein Wort an es gerichtet zu haben. Kein anderes Song als „Tears In heaven“ erzählt Claptons persönliche Geschichte so sehr wie dieser, was man beim Vortrag spürbar fühlt. Der Song der den Unfalltod seines vierjährigen Sohnes Conor, der 1991 aus dem 53. Stock eines New Yorker Hochhauses fiel, berührt. Clapton kommuniziert mit seinem Gitarrenspiel, seinem leisen eindringlichen Gesang und entsprechend respektvoll reagiert das Publikum. Der Moment hat etwas Zerbrechliches, beinahe Intimes – ungewöhnlich für eine Halle dieser Größe.
Im dritten Akt wird es wieder lauter, schneller, bunter. Die Bühne, mit einigen Video-Screens der live mitgefilmten Musiker im Bühnenhintergrund lassen plötzlich wieder Rockkonzert-Atmosphäre aufkommen.
Das Publikum ist nun nicht mehr nur aufmerksam, beeindruckt und respektvoll, sondern ruft gemeinsam mit Clapton alte Lieder aus dem kollektiven Gedächtnis ab. Alles Lieder, die von seinem Leben, seinen Dramen und seinen Süchten erzählen. Kaum eine Katastrophe in seinem Leben hat er nicht zur einer Hymne werden lassen. Nein, Partylaune kommt nicht auf, aber nach der Entschleunigung der fast andächtig wahrgenommenen akustischen Songs ist wieder Beschleunigung angesagt. Leises Mitsummen weicht lautem rhythmischen Klatschen auf den bis zum vorletzten Song konsequent sitzenbleibenden Boomern. Gelegentliche Fluchtversuche nach vorne wurden von Ordnern sofort zu Nichte gemacht.
Clapton beirrt das nicht. Er ist in seinem Element, konzentriert sich auf sein Gitarrenspiel, geht nur ans Mikrofon, um seine Texte prononciert ins Publikum zu tragen. Gibt es gerade einmal nichts zu singen, zieht er sich in die Reihe seiner fabelhaften und präzis spielenden Band zurück, um auch ihr Raum für Soli einzuräumen.
Sie spielt auf höchstem Niveau, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Fein abgestimmte Keyboard- und Orgelparts vom langjährigen Joe Cocker-Weggefährten Christ Stainton, verleihen quasi allen Songs eine warme, fast intime Atmosphäre. Die Rhythmussektion mit Nathan East am Bass und Sonny Emory am Schlagzeug bleibt stets zurückhaltend, sorgt aber gleichzeitig für Groove und Stabilität, was Claptons „Slowhand“ wiederum Freiheit in der Entfaltung seiner insgesamt vierzehn Lieder an diesem Abend gibt. Substanz steht im Vordergrund, nicht die Inszenierung desjenigen, der für genau diese sorgt. Nicht an die Energie aus vergangenen Jahrzehnten wird erinnert, sondern der Status Quo eines im London der 1960er Jahre und danach weltweit verbreiteten Graffitis mit dem Inhalt „Clapton is God“ Hauptprotagonisten der Rockgeschichte steht im Mittelpunkt eines kurzweiligen knapp 100 Minütigem Konzertabends.
Ob Clapton Gott ist? Darum geht es nicht!. Clapton ist aber eine Legende, der man an diesem Abend bei deren Selbstinszenierung ohne Pomp beiwohnen darf. Letztendlich weiß nur er, wer oder was er ist und was er als solcher zu sagen hat, der weiß, wer er ist und was er außer Gitarre zu spielen und seine Songtexte vortragen noch sagen möchte. Nach dem J.J. Cale Cover „Cocaine” geht er ohne was zu sagen mit seiner Band so stiull von der Bühne, wie er sie knapp 90 Minuten zuvor betreten hat. Eine Zugabe gibt er: Before You Accuse Me, ein Bo Diddley cover. Danach verbeugt er sich mit seinen Musikern vor seinem Publikum , sagt wieder kein Wort und verlässt die Bühne wieder wortlos, so still, wie er sie knapp 100 Minuten zuvor betreten hat. Ein Moment von Ehrfurcht und Dankbarkeit, auf jeden Fall ein Moment voller Würde, ein knapp 100 minütiger Moment voller Würde.
SETLIST:
Elektrisch (Start):
Badge
Key to the Highway (Charles Segar cover)
I’m Your Hoochie Coochie Man (Willie Dixon cover)
I Shot the Sheriff (Bob Marley & The Wailers cover)
Akustisch:
Nobody Knows You When You’re Down and Out (Jimmy Cox cover)
Golden Ring
Layla
Tears in Heaven
Elektrisch (zweiter Teil):
Tearing Us Apart
Old Love
Cross Road Blues (Robert Johnson cover)
Little Queen of Spades (Robert Johnson cover)
Cocaine (J.J. Cale cover)
Zugabe:
Before You Accuse Me (Bo Diddley cover)
BAND:
Nathan East – bass, vocals
Doyle Bramhall II – guitar, vocals
Chris Stainton – keyboards
Tim Carmon – Hammond organ, keyboards
Sonny Emory – drums
Sharon White – backing vocals
Katie Kissoon – backing vocals
„They all come out to Montreux…“
60 Jahre. Montreux. Jazz Festival.
Das älteste Festival der Populären Musik Europas feiert 2026 Jubiläum
Text & Fotos: Prof. Dr. Christof Graf
Machine Head (1972) von Deep Purple wurde größtenteils 1971 in Montreux aufgenommen. Die Entstehung des Albums ist eng mit der Stadt am Genfersee verknüpft und legendär: Ursprünglicher Plan: Die Band wollte das Album eigentlich im Casino von Montreux aufnehmen und hatte dafür das Rolling Stones Mobile Studio gemietet. Während eines Konzerts von Frank Zappa brannte das Casino jedoch ab (verursacht durch einen Fan mit einer Signalpistole). Dieses Ereignis wurde im weltberühmten Song „Smoke on the Water“ besungen. Deep Purple wich daraufhin in das zu dieser Zeit fast leerstehende Montreux Grand Hotel aus. Die Gänge und Treppenhäuser wurden kurzerhand zu einem provisorischen Aufnahmestudio umfunktioniert. Live aufgetreten sind Deep Purple damals beim Montreux Jazz Festival nicht. Ihr erster Auftritt fand erst 1996 statt, woraus das „Live in Montreux“-Album entstand. Seitdem traten Deep Purple weitere zehn Mal beim Montreux Jazz-Festival auf. 2026 wird es die elfte Auflage.
Neben weiteren Hauptacts wie die z.B. von Sting (4. Juli), Nick Cave (5. Juli) oder eben auch Deep Purple (13. Juli) gibt es beim 60. Montreux Jazz Festival, kurz „MJF“ genannt, aber auch über 700 kostenlose MJF-Veranstaltungen. Das Montreux Jazz Festival präsentiert sein umfangreiches Gratisprogramm, das vom 3. bis 18. Juli 2026 entlang der Seeuferpromenaden sowie in einem vollständig neu gestalteten Kongresszentrum stattfindet. Zu den Höhepunkten in diesem Jahr zählt der Duplex, der im „2m2c“ ein völlig neuartiges Cluberlebnis für elektronische Musik auf zwei Etagen bietet, das „Paloma“ das den Parc Vernex in einen Beach Club verwandelt und dort auch eine große Ausstellung feiert. Willkommen zum 60-jährigen Jubiläum des Montreux Jazz Festivals.
Nicht nur Deep Purple haben einen speziellen Bezug zu Montreux, auch David Bowie, Miles Davis, Prince, Bob Dylan oder Leonard Cohen haben einiges gemeinsam, was mit dem MJF zu tun hat. Sie alle haben schon mehrmals beim ältesten Festival Populärer Musik in Europa, beim Montreux-Jazz-Festival, gespielt. Und sie alle waren, wie fast alle Größen der Populären Musik, zu Gast im „Le Grillon“ oder „Le Picotin“, einem der Chalets von Claude Nobs, dem Gründer des Festivals, dessen Wohnhaus über dem Genfer See in der Schweiz seit 1967 quasi zur Schaltzentrale dieses legendären Festivals wurde. „Claude Nobs ist tot – Das Festival lebt weiter“, so hieß es im Januar 2013 seitens der neuen Festivalleitung nach Claude Nobs` Ableben. Nachfolger wurde Mathieu Jaton, der neue Direktor des Festivals (und Freund von Nobs).
Er lebt die Gastfreundschaft von Claude Nobs weiter und verleiht dem Montreux Jazz Festival seine intime und exklusive Ausstrahlung. Die besagten Chalets bieten seinen Gästen einen privaten Rahmen für persönliche Begegnungen jenseits des Rampenlichts. Hier treffen sich weltbekannte Künstlerinnen und Künstler zu Partys und spontanen Jam-Sessions oder um sich Aufnahmen vergangener Konzerte aus dem einzigartigen Filmarchiv des Festivals anzuschauen. Anders als bei den großen Open Air-Festivals können Stars und Fans am MJF miteinander auf Tuchfühlung gehen. Sie treffen sich an Workshops oder beim Stadtbummel. Die Musiker kommen auch darum gerne nach Montreux, weil sie sich hier in lockerem Rahmen austauschen können.
Seit den 1990 er Jahren setzte Nobs zunehmend auf das Renommee seines Festivals. Er organisierte exklusive Galas und Themenabende. Der Produzent, Arrangeur und Musiker Quincy Jones unterstützte ihn dabei. Erstmals trat mit Prince 2013 ein Künstler gleich drei Nächte hintereinander beim MJF auf. Aber auch Jung-Stars und Innovationen wurden Chancen gegeben. Mit Stevie Ray Vaughan z.B. wurde 1982 erstmals ein Musiker ohne Plattenvertrag verpflichtet. Nach seinem Auftritt engagierte ihn David Bowie als Gitarristen. Das MJF war schon immer Plattform für Karrieren wie z.B. die von Adele oder Sophie Hunger.
Nach der Gründung des Festivals 1967 holte Nobs 1973 durch seine Geschäftsbeziehungen zu globalen Plattenkonzernen wie zum Beispiel die WEA Warner Electric Atlantik die dort repräsentierten Musikerinnen zum MJF. In den 1970 er Jahren spielten diverse Stars zum ersten Mal in Montreux, die das Festival danach über Jahrzehnte begleiten und immer wieder zurückkehrten, wie z.B. 1976 Leonard Cohen, der insgesamt fünf Mal in Montreux aufgetreten ist oder eben auch Bob Dylan oder aber auch Prince und David Bowie. Von Deep Purple heißt es, dass sie inklusive ihres Besuchs zur Aufnahme ihres „Machine Head“-Albums 1971 schon elf Mal in Montreux aufgetreten sind. Vieles, quasi alles vom MJF hat seine Geschichte. Die wohl berühmteste ist jene, aus der der Welthit „Smoke On The Water“ von Deep Purple entstanden ist. Bei einem Konzert von Franz Zappa 1971 brennt das Casino Montreux nieder. Deep Purple ist vor Ort, um ihr Album aufzunehmen. Ihr vom Brand inspirierter Song machte das MJF weltberühmt.
„Inspiration Woodstock“ hieß einmal eine Überschrift bei der Ausstellung in Zürich 2018 anlässlich des 50. Montreux Jazz-Festival-Jubiläums im Rückblick. Chaton sagt dazu: „Montreux wollte schon immer mehr als nur ein Jazzfestival sein. 1969 spielte z.B. mit Ten Years After dort die erste Rockband. 1970 trat Carlos Santana auf. Beide traten auch beim Woodstock Festival 1969 auf, das mit seiner Mischung aus Hippiegeist und Unternehmertum viele Festivals inspiriert hat und diesen Geist wollten wir auch nach Montreux einziehen lassen.“
Auch wenn Claude Nobs, der Initiator schon über 10 Jahre verstorben ist, trägt das MJF seine Handschrift und hat seine Geschichte.
Claude Nobs arbeitete ab 1960 als Buchhalter beim Tourismusbüro Montreux und organisierte zahlreiche Konzerte. 1967 fand das erste Montreux Jazz Festival unter seiner Leitung statt. 46 weitere folgten. 2010 übergab er die operative Leitung an seinen langjährigen Mitarbeiter und heutigen Direktor Mathieu Chaton.
Das erste Jazzfestival 1967 fand als dreitägiges Festival statt. 1968 dauerte das Festival vier und 1969 schon fünf Tage.
Der Tourismusort Montreux profiliert sich als Festivalstadt aber schon seit 1946, seitdem dort ein Klassik Festival ins Leben gerufen wurde. 1961 startete das europäische Fernsehfestival „Rose d`Or“, 1964 reisen die Rolling Stones zum „Rose d`Or“. Es war ihr erster Auslandsauftritt.
Das schließlich 1967 gegründete Montreux Jazz Festival ist nicht nur das führende Schweizer Festival der Jazz-, Pop- und Weltmusik, sondern auch ein weltweit anerkanntes hochkarätiges Musikprogramm mit modernster Soundtechnik und mit einer einzigartigen medialen Präsenz.
Mittlerweile gibt es auch Begleitprogramme mit Open Air-Veranstaltungen. 1993 zieht das Festival ins Kongresszentrum, wo das legendäre Auditorium Stravinsky untergebracht ist. 1998 wird die Besucherzahl von 200.000 in zwei Wochen überschritten.
Am 10. Januar 2013 verstarb Claude Nobs nach einem Unfall beim Skilanglauf. Seitdem befindet sich das Festival in den Händen von Mathieu Chaton, dessen Programm-Leitung er schon seit 2010 innehatte.
„Mehr als 7000 Konzerte wurden seit dem ersten „Recording“ aufgenommen“, sagt Mathieu Chaton. „Knapp 500 wurden bisher unter dem Label „Live in Montreux“ erst veröffentlicht. „Nicht alle Künstler haben bisher zur Veröffentlichung zugestimmt. Die Auftritte von Leoanard Cohen z.B. (1976, 1985, 2008 und 2013) sind alle aufgenommen, aber noch keines veröffentlicht“, weil die Rechte noch nicht eindeutig geklärt sind. Demnächst soll eines davon in der „Live In Montreux“-Serie veröffentlicht werden.
Das Montreux Jazz Festival 2026 feiert vom 3. bis 18. Juli seine 60. Jubiläums-Ausgabe. Nach zwei Jahren Open-Air-Format kehrt das Festival in das neu gestaltete Kongresszentrum (2m2c) am Genfersee zurück. Das vielseitige Line-up verbindet einmal mehr Ikonen der Popkultur mit Jazz-Legenden, Hip-Hop und Rock. Das abwechslungsreiche Programm ist hochkarätig besetzt. Viele Künstler geben diesen Sommer in Montreux ihre einzige Schweiz-Show. Zu den bestätigten Headlinern und Acts zählen unter anderem: Pop & Soul: John Legend, Lewis Capaldi, RAYE, Zara Larsson, Conan Gray, GIVĒONRock & Folk: Sting, Nick Cave & The Bad Seeds, Deep Purple, Van Morrison, James Taylor, Rival SonsElectronic & Urban: Moby, PinkPantheress, Tyla, The Roots, Vulfpeck. Etwa 90 % der Veranstaltungen sind kostenfrei. Entlang der Uferpromenade gibt es über 700 Konzerte, DJ-Sets und Aktivitäten. Ebenso gibt es eine exklusive Ausstellung zum 60-jährigen Jubiläum mit zahlreichem bisher noch nie gesehenem Material. Das komplette Programm der Hauptbühnen (Auditorium Stravinski, Montreux Jazz Lab) finden Ihr direkt im Montreux Jazz Festival Programm mit Infos zu einem umfangreichen Festival-Guide mit allen Infos zu Bands und Details zu den kostenlosen Events: https://www.montreuxjazzfestival.com/de/programme/
you can find a story about that in my book:
Ist Bob Dylan (wirklich) Gott ? – The Drawn Blank Series of Bob Dylan – Galerie-Ausstellung 2026 in Püttlingen/ Saarland/ Germany (German introductory lecture at the exhibition opening) Bob-Dylan-Experte Thomas Stock* über die Bilder und Malkunst von Bob Dylan bei der Vernissage und Ausstellungseröffnung am 9. Mai 2026 in der Galerie Schwan in Püttlingen/ Germany.**
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Bilder von Bob Dylan der sogenannten „The Drawn Blank Series“.- „Aus zunächst spontanen Zeichnungen entstehen in der späteren Ausarbeitung farbintensive, vielschichtige Kompositionen. Zu sehen sind Motive wie Straßen, Bahngleise, Interieurs, Figuren, Bars und urbane Szenerien – Szenen, die vertraut wirken und dennoch eine eigene Spannung bekommen“, so die Galeristen.
Die Ausstellung mit über 40 Bildern Bob Dylans findet vom 09.05.2026-20.06.2026 in den Räumlichkeiten der Galerie Schwan statt. Weitere Infos und mehr über Bob Daylan: www.cohenpedia.de
https://cohenpedia.de/bob-dylan-files…
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The exhibition centers on images by Bob Dylan from the so-called „The Drawn Blank Series.“ „From initially spontaneous sketches, the subsequent elaboration results in color-intensive, multi-layered compositions. On display are motifs such as streets, railway tracks, interiors, figures, bars, and urban scenes—scenes that feel familiar yet acquire a distinct tension of their own,“ state the gallery owners. The exhibition, featuring over 40 images by Bob Dylan, will take place from May 9, 2026, to June 20, 2026, at the premises of Galerie Schwan.
For further information and more about Bob Dylan: www.cohenpedia.de
or: https://cohenpedia.de/bob-dylan-files
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09.05.26 bis 20.06.26
Vernissage:
09.05.26 | 16:00 – 18:00 Uhr
Einführung: 16:15 Uhr
Die Galerie Schwan lädt herzlich zu einer besonderen Ausstellung ein, die Bob Dylan von einer weniger bekannten, aber umso überzeugenderen Seite zeigt. Als Musiker, Songwriter und Nobelpreisträger hat Dylan die Kulturgeschichte geprägt – doch sein Blick auf die Welt endet nicht bei Text und Musik. Seit Jahrzehnten arbeitet er auch als bildender Künstler: zeichnend, beobachtend, erzählend.mIm Mittelpunkt der Ausstellung steht die Drawn Blank Series. Aus zunächst spontanen Zeichnungen entstehen in der späteren Ausarbeitung farbintensive, vielschichtige Kompositionen. Zu sehen sind Motive wie Straßen, Bahngleise, Interieurs, Figuren, Bars und urbane Szenerien – Szenen, die vertraut wirken und dennoch eine eigene Spannung bekommen.